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Kommunalpolitiker nehmen Potenzialanalyse zum Kreiskrankenhaus Schrobenhausen mit Interesse auf

Klinikentwicklung auf der Agenda

Ehekirchen
erstellt am 14.03.2018 um 18:25 Uhr
aktualisiert am 17.03.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ehekirchen (hbu) Zur Vorstellung des Sachstands der Potenzialanalyse, welche das Planungsbüro Oberender + Partner zur Zukunft des Kreiskrankenhauses in Schrobenhausen erstellt hat, ist am Dienstagabend Harald Schuster, Koordinator im Projekt "Gesundheitsversorgung Neuburg-Schrobenhausen", nach Ehekirchen gekommen. Die Gemeinde ist die erste Kommune, in welcher der aktuelle Stand der Analyse dem Rat präsentiert wird.
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Unter den Zuhörern befand sich auch die Ehekirchener Kreisrätin Maria Lang (FW), die auf Kreisebene seit Monaten mit dem Thema befasst ist.

Schuster stellte den Zwischenstand in seinem halbstündigen Referat übersichtlich und verständlich dar und startete mit einer positiven Bewertung: Die Zufriedenheit der Bürger mit dem Kreiskrankenhaus sei vergleichsweise gut, aber "wir müssen etwas tun, damit die Patienten den Weg nach Schrobenhausen finden, denn die Belegung ist bekanntlich nicht gut". Die Aussagen der Studie lassen sich wie folgt zusammenfassen: Das Krankenhaus ist lokal geprägt, die Patienten kommen aus einem Umkreis von zirka 20 Minuten Fahrzeit. Der Kernmarkt muss neu definiert werden und in etwa den Altlandkreis Schrobenhausen umfassen. Mit dem jetzigen Spektrum wird die Klinik die Fallzahlen eher gering steigern können, es muss sich - mit Blick auf den demografischen Wandel bezüglich Altersstruktur - neu auf den Markt einstellen. Es gibt laut dem Experten zudem hohe Kapazitäten und eine gute Versorgung im Kreiskrankenhaus. Die ambulante Versorgung vor allem in Schrobenhausen ist von relativ alter Hausarztstruktur geprägt, so dass hier eine Lücke entstehen wird. Hier könnte zum Beispiel das bereits bestehende Medizinische Versorgungszentrum ausgebaut werden und diese Lücke füllen, so Schuster.

Das Thema Geburtsstation musste nicht nur aus Kosten- sondern vor allem aus Personal- und Bedarfsgründen ad acta gelegt werden: Die Zahl von 800 Geburten, ab der eine solche Station wirtschaftlich wäre, sei in Schrobenhausen nicht zu erreichen, hieß es. Außerdem bekommt man keine Hebammen und keine Anästhesisten und die zukünftigen gesetzlichen Anforderungen werden für kleine Einheiten zu einem Problem. Dagegen sei die Geriatrie ein Pluspunkt des Hauses, so Schuster. Das Planungsbüro habe sieben Szenarien kreiert, wie es weitergehen könnte. Davon seien die Optionen "Weiter wie bisher", Schließung, Verkauf, Schrumpfung und Umbau zur Fachklinik nicht in Frage gekommen. Als sinnvoll erachtet werden dagegen die Maßnahmen Wachstum und Fusion beziehungsweise Kooperation, etwa mit Augsburg - nach dem Motto: "Der Kuchen ist groß genug; man muss nur sehen, wie man sich ein passendes Stück davon abschneidet", so Schuster.

Auf diese Idee bezog sich auch gleich Bürgermeister Günter Gamisch in der Fragerunde: "Warum denkt man nicht über eine Fusion mit den St.-Elisabeth-Kliniken Neuburg nach" Schuster antwortete, dass sich die Gespräche mit der Leitung der Neuburger Kliniken schwierig gestalten und man mehr Potenzial in der Zusammenarbeit mit Augsburg, Pfaffenhofen und Aichach sehe. Als Gemeinderätin Sofia Käfer (CSU) fragte, ob man die Geburtsstation nicht vielleicht doch zu schnell geschlossen habe, entgegnete Schuster, man habe viel gekämpft und es sei ja kein Kosten-, sondern ein Personalfaktor gewesen. Das brachte Käfer gleich zu der Schlussfolgerung und Anschlussfrage: "Aber wenn man die Geriatrie ausbauen will, bekommt man überhaupt genügend Altenpfleger, denn in diesem Bereich sieht der Arbeitsmarkt doch auch nicht gut aus" Das konnte Schuster entkräften: Das sei zwar richtig, aber man habe bereits sehr, sehr gutes und ausreichendes Personal in Schrobenhausen. "Das muss man halten. Deshalb ist schrumpfen auch keine Option, denn dann würden wir Personal verlieren, das wir im Bedarfsfall später nicht wieder bekommen werde." Er unterstrich damit außerdem zwei wichtige Aspekte: Die hohe Qualität des Personals im Kreiskrankenhaus sowie die Entscheidung in Richtung Wachstum.

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