Montag, 15. Oktober 2018
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Marktgemeinderat Rennertshofen: Neubau der Schule und Leitlinien für Jugendtreffpunkte

"Die Farbe ist nicht kriegsentscheidend"

Neuburg
erstellt am 10.10.2018 um 20:13 Uhr
aktualisiert am 14.10.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Neuburg (DK) Ganze drei Stunden dauerte die Sitzung des Rennertshofener Marktgemeinderats am Dienstagabend. Insgesamt 13 Punkte standen auf der Tagesordnung und die sorgten teilweise für reichlich Diskussionsstoff. Neben dem Neubau der Schule und Leitlinien für Bauwagen, in denen sich Jugendliche treffen (siehe eigener Bericht), erregte auch der geplante Bau eines Supermarktes erneut die Gemüter.
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In den Sommerferien ging es los mit dem Teilabriss der Grundschule in Rennertshofen. Im Frühjahr ist der Spatenstich für das neue Gebäude geplant. Wie dieses aussehen soll (siehe Grafik unten), hat Projektleiter Jörg Stachel am Dienstag den Gemeinderäten präsentiert.
In den Sommerferien ging es los mit dem Teilabriss der Grundschule in Rennertshofen. Im Frühjahr ist der Spatenstich für das neue Gebäude geplant. Wie dieses aussehen soll (siehe Grafik unten), hat Projektleiter Jörg Stachel am Dienstag den Gemeinderäten präsentiert.
Kretzmann
Neuburg
"Ich empfinde die Farbe als nicht passend, sie ist zu aggressiv und passt einfach nicht ins Landschaftsbild", kritisierte Zweiter Bürgermeister Alfred Ehrnstraßer (CSU) die Ansicht des geplanten Schulgebäudes, die per Beamer an die Wand des Sitzungssaals geworfen wurde. Auch wenn Rot die Farbe des Rennertshofener Fuchses sei, "wäre ein Ocker- oder Gelbton doch viel schöner". Auch Peter von der Grün (FW) wollte wissen, ob die knallrote Außenfassade schon fix ist. Bürgermeister Georg Hirschbeck (CSU) wies die Bedenken aber schnell ab: "Für die Genehmigung des Bauantrags ist die Farbe heute nicht kriegsentscheidend."

Als Projektleiter Jörg Stachel unter anderem die Raumaufteilung sowie die Deckenhöhe der Klassenzimmer - bis zu 4,70 Meter und somit Räume, die sich durch ihre Höhe positiv auf das Wohlbefinden der Kinder auswirken sollen - präsentierte, wollte Theobald Rehm (CSU) wissen: "Entstehen da nicht höhere Heizkosten?" Stachel antwortete, dass das durch die gute Isolierung des neuen Gebäudes kein Problem sei. Ehrnstraßer warf erneut ein: "Mir kommt der Lift zu eng vor. Vier Quadratmeter sind doch viel zu wenig", sagte er. Was passiere, wenn es eine Trage oder dergleichen brauche, wollte er wissen. "Wir haben so oft über diese Pläne geredet, dann sollte hier wieder gequetscht und da wieder verschoben werden", sagte Hirschbeck. "Wir sind an einem Punkt, wo wir einfach aufhören sollten und wir brauchen auch in der Schule keine Trage." Ehrnstraßer antwortete: "Ich wollte nur meine Bedenken kundtun, gebe Gott, dass wir einen solchen Notfall niemals haben werden." Schließlich wurde die Baugenehmigung für das neue Schulgebäude einstimmig verabschiedet.
 
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Für Diskussionen sorgte auch der Bebauungsplan "Am Bahnhofsgelände", der unter anderem den Bau eines neuen Lebensmittelmarktes beinhaltet. So heißt es in einer Stellungnahme der Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern, dass empfohlen werde, "die Festsetzung zu präzisieren, indem ein Sondergebiet ,Lebensmittelmarkt' ausgewiesen wird, da andernfalls bei einer Nachnutzung dieser Verkaufsfläche ein anderes Sortiment, zum Beispiel Textilien, angesiedelt werden könnte". Ludwig Bayer (FW) war mit dieser Empfehlung so gar nicht einverstanden: "Wir engen uns da ein. Warum kann denn, sollte es den Markt, aus welchen Gründen auch immer, irgendwann nicht mehr geben, kein Textilhersteller rein? Dann geht doch das ganze Prozedere wieder von vorne los." Das sei alles so bürokratisch festgezimmert und doch zudem auch kein Gewerbe- oder Industriegebiet. "Nachdenken darf man da nicht", sagte Ehrnstraßer. "Mich stört es auch, dass diese Stellungnahme wieder einmal zu Verzögerungen führt." Vier Gemeinderäte waren schließlich gegen die Empfehlung der IHK, im Gesamten ging aber der Änderungsbeschluss mit zwei Gegenstimmen über den Tisch.
 

Schwere Suche

Leitlinien für Bauwagen, Hütten und Buden, die Jugendlichen als Treffpunkte in und um die Gemeinde dienen, waren ebenfalls Thema der Sitzung.

Dabei spricht das Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen Empfehlungen aus, wie diese Treffpunkte künftig besser, insbesondere in Bezug auf Brandschutz, überwacht werden können. Bürgermeister Georg Hirschbeck (CSU) verwies auf die Tragödie in einer Gartenlaube im unterfränkischen Arnstein, wo sechs Teenager starben, weil sie eine Kohlenmonoxidvergiftung durch einen Generator erlitten. "Das heißt aber nicht, dass wir die Treffpunkte eliminieren oder mit der harten Keule bearbeiten wollen", betonte er. Vielmehr sollen die Leitlinien eine sanfte Methode sein, das Ganze zu überprüfen und zu überwachen, auch in Form eines Verantwortlichen.

"Wenn das durchgesetzt wird, vertreiben wir die Jugendlichen", sagte Otto Kuffer (Ortssprecher Mauern/Treidelheim). "Und wer soll denn das alles zahlen? Rauchmelder, Feuerlöscher und so weiter. " Hans-Josef Landes (Aktive Bürger) schloss sich Kuffer an: "Das sehe ich genauso, das ist für einen normalen Bauwagen nicht zu erfüllen, auch Auflagen wie ein Notausgang. Wir machen da ein Fass auf. " Hirschbeck sieht das anders: "Wenn wir das aber nicht machen, sind die Bauwagen irgendwann weg. Man muss einfach mal anfangen, sonst haben wir da am Ende fünf Leichen drinnen, wenn etwas schief geht. " Man müsse die Leitlinien ja nicht eins zu eins umsetzen, lenkte Josef Spenninger ein (FW).

"Wir sollten einen ersten Schritt wagen und ein bisschen ein Auge darauf haben, wenigstens mit einem Feuerlöscher oder einem Rauchmelder. " Es werde doch nur jemand gesucht, den man zur Verantwortung ziehen könne, sagte Gerhard Göbel (FW). "Das kann ich nicht verstehen. " Das sieht auch Johann Muschler (OPR) so: "Auch wenn wir einen Verantwortlichen finden, hält der doch nicht seinen Kopf hin und unterschreibt etwas. " Jugendliche wollten Freiheit, ohne Aufsicht und ständiger Kontrolle, merkte Rosa Maria Haag (CSU) an. "Aber es braucht einfach Sicherheitsmaßnahmen und es sollte jemand benannt werden, der sich kümmert. "

"Wir sollten diese Empfehlungen jetzt nicht gleich über den Haufen werfen und das Ganze langsam angehen", sagte Theobald Rehm (CSU). "Das hat schon wieder diesen Verbotscharakter und damit vergrault man die Jugendlichen nur. " Hirschbeck betonte abschließend, dass die Leitlinien kein Gesetz seien. Man müsse nun einfach alle Bauwagen registrieren und auch Rücksprache mit Landratsamt sowie anderen Kommunen halten. "Man muss was machen. "
 
Katrin Kretzmann
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