Mittwoch, 26. September 2018
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Baugebiet Ost nur dreigeschossig - Anlieger des Heckenwegs weiter unzufrieden

Da platzte dem OB der Kragen

Neuburg
erstellt am 13.09.2018 um 18:04 Uhr
aktualisiert am 17.09.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Neuburg (r) Angst vor der eigenen Courage haben die Stadtpolitiker noch nicht bekommen, aber den künftigen Wohntrabanten in Neuburg-Ost planen sie jetzt eine Nummer kleiner. Die Blöcke entlang der Grünauer Straße sollen sich auf drei Geschosse beschränken, eine vierte Etage lehnte der Bauausschuss mit 8:5 Stimmen ab.
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Ein umfassendes Baugebiet plant die Stadt Neuburg zwischen der Grünauer Straße (links) und dem Heckenweg (rechts). Die Anlieger reagieren alles andere als begeistert. Das Ausmaß der Bebauung bestimmt auch der Immissionsschutz gegenüber den Milchwerken (links).
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Nachdem das geplante Baugebiet "Heckenweg" als Offensive im sozialen Wohnungsbau gilt, sollen es schon 180 bis 200 Wohnungen werden. SPD und Grüne drängen auf stärkere Verdichtung, "das gebietet die akute Wohnungsnot", so SPD-Sprecher Ralph Bartoschek.

Oberbürgermeister Bernhard Gmehling bremst die Wünsche: "Die Planung ist das eine, aber dann müssen wir Investoren finden, die 50 oder 60 Millionen Euro in die Hand nehmen. " Die Finanzkraft der Stadt und ihrer Wohnungsbaugesellschaft Gewo reicht für ein solches Projekt nicht aus. Die Gewo hat zuletzt vier Millionen Euro für ein Zwölf-Parteien-Haus ausgegeben.

Das Konzept von Stadtplanerin Gertrud Huis sieht die hohen Gebäude an der Grünauer Straße vor, denen im Rückbereich Reihenhäuser - ebenfalls möglichst dreigeschossig - folgen. Nach Süden zum Heckenweg gliedern sich Einfamilien- und Doppelhäuser an. Die Stadträte halten die geschlossene Bebauung für schlüssig und stimmten der Planung zu. Die Details gibt letztlich ein Lärmgutachten vor, das vor allem die Immissionen der gegenüberliegenden Milchwerke bewertet. Der Betrieb im Eigentum des Weltkonzerns Lactalis wird vermutlich intensiviert. Einen vierstöckigen "Riegel" an der Grünauer Straße hält der Schall-Gutachter für günstig.

Die Hauptzufahrt soll über die Grünauer Straße (mit Linksabbiegespur) erfolgen, nach Süden zum Heckenweg hin erschließt die Stadt nur eine Häuserzeile. Die Anlieger sehen dennoch Nachteile für ihren Standort. Sprecher Wolfgang Böhm monierte im Bauausschuss, dass die Anlieger "nicht sachlich und fair behandelt worden sind". Die Vorgehensweise habe "Vertrauen zerstört".

Da platzte Oberbürgermeister Bernhard Gmehling der Kragen. Von einer "Bestrafung" der Anlieger könne keine Rede sein, man habe deren Belange behandelt und weitgehend berücksichtigt. "Ich habe den Eindruck, dass sie dort überhaupt keine Bebauung wollen." Die Anlieger müssten keine Erschließungskosten bezahlen, außerdem betreffe die südliche Zufahrt "nur lächerliche sieben Einfamilienhäuser."

Grundwasserprobleme für den bestehenden Wohnbestand schließen die Stadtplaner aus. Der östliche Wiesenweg am Ausgleichsbiotop solle nicht zum Schleichweg werden und erhält nur die Tauglichkeit zum zweiten Rettungsweg. Von der stark befahrenen Grünauer Straße hält das Baugebiet immerhin 30 Meter Abstand.

Bauamtsleiter Dieter Reichstein hält von dem Baugebiet offenbar gar nichts. Wenn man in die Stadt fahre, "dann kommt eine 250 Meter lange viergeschossige Wand auf mich zu", kommentierte er zur Überraschung von Oberbürgermeister und Stadträten. Städtebaulich sei er von dem Projekt alles andere als überzeugt.
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