Sonntag, 16. Dezember 2018
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Aktion in Königsmoos - Getäuschter Ankauf von "Tierpfoten investigativ" - Alle Tiere in Riedensheim

Polizei und Veterinäre beschlagnahmen 34 Hunde

Neuburg
erstellt am 18.11.2018 um 19:44 Uhr
aktualisiert am 22.11.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Neuburg/Königsmoos (r) Eine Aufsehen erregende Tierschutzaktion beschäftigt Polizei, Staatsanwaltschaft, Landratsamt und Tierschutzverein: In einer gemeinsamen Aktion holten die Einsatzkräfte Freitagabend 34 teils verwahrloste Hunde aus dem Hof eines Züchters in der Gemeinde Königsmoos.
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Bei den Hunden handelt es sich weitgehend um Mischlinge, die sich auf dem Gelände ihres Besitzers offenbar unkontrolliert vermehrt hatten. Alle 34 Tiere sind im Tierheim Riedensheim untergebracht und bringen den Verein damit "an die Obergrenze der Belastung", wie es der Vorsitzende Gerhard Schmidt formuliert. Der Verein sehe sich gezwungen, zwei weitere Pflegekräfte einzustellen. Als erfahrener Tierschützer weiß er, dass die Unterbringung sehr viel Geld kosten und dass die Aktion überregionales Aufsehen erregen wird.

Aufsehen erregende Tierschutzaktion

Leser unserer App finden das Video hier.

Dafür wird schon der Auslöser der Beschlagnahmung sorgen. Offenbar hat die Tierschutzvereinigung "Tierpfoten investigativ" den Züchter schon länger im Visier gehabt und jetzt mit einem vorgetäuschten Kauf von Hunden den Ermittlungsbehörden gemeldet. Jedenfalls standen die Vertreter der Tierschützer bei der Abholaktion - mit Straßensperrung und Ausleuchtung durch die Feuerwehr - mit einem Kamerateam von "Stern TV" bereit. Zuvor hatte man einen Transporter verfolgt, in dem sich 24 Hunde für den simulierten Ankauf befanden. Das Fahrzeug leitete die Polizei weiter zu einer Halle der Landkreisbetriebe in Neuburg. Dort sind die Tiere sortiert und gruppenweise nach Riedensheim gebracht worden. Hundeführer der Polizei halfen dabei, ein Beamter ist von einem Hund gebissen worden.

Für Tierschutzchef Gerhard Schmidt ist die Problematik längst nicht gelöst, denn auf dem Hof des Halters befänden sich wohl noch weitere "40 bis 60 Hunde". Wie damit weiter verfahren wird und wie die Kostenregelung aussieht, "das werden wir mit aller Sachlichkeit am Montag erörtern", sagt der amtierende Landrat Alois Rauscher dazu. Er war über die Aktion laufend informiert und geht davon aus, dass eine Lösung im Sinne des Tierschutzes gefunden wird.

Einige Hunde seien "bis auf die Knochen abgemagert gewesen", ein älteres Tier habe sich nicht mehr aus eigener Kraft erheben können, hat Gerhard Schmidt festgestellt. Ein Tierarzt vermutete, dass einige Hunde wohl eingeschläfert werden müssten.

Nachdem Probleme mit dem Hundehalter und Falkner schon vor Jahren aufgetreten seien, müsse jetzt ein Schlussstrich gezogen werden, fordert Vereinschef Gerhard Schmidt. Er habe kein Verständnis dafür, "dass sich so ein Problem jahrelang sehenden Auges entwickeln konnte". Jetzt ist es zu einer umfangreichen Aktion gekommen, die für alle Beteiligten einen enormen Stress bedeute.
 
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