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Nach langer Anlaufphase soll der Regionale Gemeinschaftstarif am 1. September starten - Kreisräte zeigen Einverständnis

"Das Projekt ist auf Kurs"

Neuburg
erstellt am 14.06.2018 um 19:51 Uhr
aktualisiert am 18.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Neuburg (kpf) Der Volksmund behauptet zwar, das gut Ding Weile haben will, aber mehr als zwei Jahrzehnte sind dann doch eine ungebührlich lange Weile.
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Auch Schüler benutzen die Neuburger Stadtbuslinien, die am regionalen Gemeinschaftstarif teilnehmen wollen.
Auch Schüler benutzen die Neuburger Stadtbuslinien, die am regionalen Gemeinschaftstarif teilnehmen wollen.
Foto: r
Neuburg
So lange wird über den Regionalen Gemeinschaftstarif nachgedacht, der den Öffentlichen Personennahverkehr in der Region 10 deutlich attraktiver machen soll. Doch nun ist Land in Sicht.

"Das Projekt ist auf Kurs", verkündete Robert Frank vom Zweckverband Verkehrsgemeinschaft Region Ingolstadt, gestern vor dem Kreistag in Neuburg optimistisch. Er ist außerdem zuversichtlich, dass der Gemeinschaftstarif am 1. September in Ingolstadt und den Landkreisen Eichstätt, Pfaffenhofen und Neuburg-Schrobenhausen gestartet werden kann.

Die Einführung des Gemeinschaftstarifs der Verkehrsgemeinschaft Region Ingolstadt (ZV VGI) war eigentlich schon für September 2017 geplant. Die Materie erwies sich dann aber als so komplex, was die rechtlichen und technischen Anforderungen betrifft, dass sie um ein Jahr verschoben werden musste. Wie vorgegangen und mit wem alles verhandelt werden musste, schilderte Robert Niesen von der Firma WiKom den Kreisräten. Das Unternehmen, so die Kreisverwaltung, verfüge über einen guten Ruf in der deutschen ÖPNV-Branche und wurde deshalb als Berater hinzugezogen.

Damit Fahrgäste mit einem Ticket in der gesamten Region unterwegs sein können, müssen viele Interessen unter einen Hut gebracht werden. Da wäre das bayerische Verkehrsministerium, die Regierungen von Oberbayern und Schwaben, nachdem die Tarifzonen auch den Landkreis Aichach-Friedberg tangieren, dann natürlich auch die Entscheider in den Landkreisen Eichstätt, Pfaffenhofen und Neuburg-Schrobenhausen, die Schulverbände, drei Eisenbahn-Unternehmen sowie kommunale und private Verkehrsunternehmen. Nicht zuletzt war ein Tarifzonenplan zu entwickeln und einheitliche Fahrscheine zu entwerfen. Und notabene, geht es natürlich ums Geld. So werden in der Region 10 aus dem Fahrscheinverkauf knapp 26 Millionen Euro im Jahr erlöst. Zwei Drittel davon entfallen auf die Ingolstädter Verkehrsbetriebe. 20 bis 25 Prozent der Einnahmen kommen von den 10000 Schülern in der Region. Die Kreisräte zeigten sich mit dem vorgestellten Projektplan einverstanden, fragten lediglich beieinigen Details nach. So wollte Ludwig Bayer (FW) wissen, ob die jetzigen Buslinien erhalten bleiben, zum Beispiel zwischen Neuburg und Rennertshofen. "Der Fahrplan bleibt gleich und auch die Linien", konnte Robert Frank beruhigen. Reinhardt Reißner (CSU) sprach sich dafür aus, den ÖPNV so attraktiv wie möglich zu gestalten, um "Autos von der Straße runterzubringen". Konkret dachte er dabei an die große Zahl von Audi-Mitarbeitern, für die es ein ansprechendes Angebot geben müsse. Nachdem noch Entscheidungen von Behörden ausstehen, hatte Peter von der Grün (FW) seine Zweifel, ob der 1. September als Starttermin zu halten sein wird. Aber auch da zeigte sich Robert Frank zuversichtlich. Das Thema Barrierefreiheit sprach SPD-Fraktkionschef Anton Krammer an und bat um Unterstützung der Kommunen, um dieses Ziel zu erreichen.

Der Regionale Gemeinschaftstarif hat also Fahrt aufgenommen, das Jahrzehnte-Projekt nimmt Gestalt an. Die Information der Kreisräte war vor dem Hintergrund eines enormen Gesamtpakets nur in gestraffter Form möglich. Nachdem sich die Planung auch nach dem Starttermin weiter entwickeln wird, versprach Landrat Roland Weigert (FW) dem Kreistag zweimal jährlich einen Sachstandsbericht.
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