Freitag, 16. November 2018
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Kritische Fragen zu Hochwasserschutz und Straßenbau - Bauprojekte für 62 Millionen Euro genehmigt

Bürger sind mit der "Stadtregierung" zufrieden

Neuburg
erstellt am 09.11.2018 um 22:08 Uhr
aktualisiert am 14.11.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Neuburg (r) Die Bürgerversammlung im Kolpinghaus war leichtes Spiel für den Oberbürgermeister und seine Amtsleiter.
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Bürgerversammlung
Zur zentralen Bürgerversammlung 2018 kamen 150 Interessierte ins Kolpinghaus.
Rein
Neuburg
Die 150 Besucher beschränkten sich auf "brave" Sachfragen. Erst am Ende kam Schärfe ins Spiel, als ein Fragesteller OB Bernhard Gmehling vorwarf, er verzögere die Sanierung von Schmid- und Färberstraße und habe 265 000 Euro Fördermittel "verschenkt".

Der Oberbürgermeister wies den Vorhalt scharf zurück. Die Straßen würden mittelfristig saniert, und zwar nur im Einvernehmen mit den Geschäftsleuten und nach dem "Modell Weinstraße". Dort hatte die Stadt ein beliebtes (und preisgünstiges) Pflaster gewählt und auf Städtebauförderung wegen der hohen Auflagen verzichtet. In der Regel bricht in der Vorplanung der Konflikt Parkplätze gegen Bäume auf.

Ein Bürger "spießte" die Summit-Reisen von Stadträten nach Japan und Südafrika genüßlich auf und fragte nach "nutzbringenden Erkenntnissen". Bürgermeister Rüdiger Vogt antwortete, die Treffen der Neuburg-Städte dienten der Verständigung und Partnerschaft. Außerdem bestreiten die Delegationen Symposien zu Themen wie Kultur, Tourismus, Wirtschaft und Jugendaustausch. Die Flüge zum "Summit" bezahlen die Stadträte aus eigener Tasche.

Dauerthema sind Überschwemmungen nach Platzregen. Heuer liefen nach Unwettern in Zell, im Ostend und in der Innenstadt Keller voll. Es seien mit 80 und 50 Litern pro Quadratmeter mehr als "100-jährige Starkregenereignisse" gewesen so Tiefbaureferent Thomas Stemmer. Er ermahnte die Hausbesitzer, mit elektrischen Klappen und Hebeanlagen im Keller Überflutung durch Rückstau vorzubeugen: "Einfache Doppelklappen reichen nicht. "

Die Verwaltung wird auch aktiv, will die Entlüftung der Kanäle verbessern, schafft Geräte zur Durchflussmessung an und will versuchen, die Regenbäche von Theresien-, Luitpold- und Rosenstraße umzuleiten, bevor sie die tiefsten Punkte erreichen.

Die Problemgebiete Münchener Straße (Oswaldplatz bis Postamt) und Schlagbrückschen (Nadelöhr) seien bekannt. Neu ist, dass sich nun auch in der Augsburger Straße in Feldkirchen Wasser zurückstaut. "Wir tun alles, um die Bürger vor Hochwasser zu schützen", so OB Bernhard Gmehling, aber bei 50 Litern und mehr pro Quadratmeter Niederschlag sei man machtlos.

Alle Amtsleiter gaben teils beeindruckende Berichte ab. So nähere sich der Haushalt der Stadt Neuburg bald der 100-Millionen-Euro Grenze. Die Gewerbesteuereinnahmen klettern heuer auf erfreuliche 16 Millionen, so Kämmerer Markus Häckl. Ungeachtet umfangreicher Vorhaben wie Brückenbau und Verlegung des Obdachlosenasyls liege der Schuldenstand bisher mit 24 Millionen Euro im Rahmen. Im Laufe dieses Jahres hat das städtische Bauamt 170 Wohneinheiten mit einem Volumen von 62 Millionen Euro genehmigt. Neuburg-West bekomme eine "naturnahe Spiellandschaft" für Kinder mit Spielgeräten und essbaren Pflanzen, so Bauamtsleiter Dieter Reichstein. Das Gebiet "Heckenweg" in Neuburg-Ost erhalte "sehr beachtliche Dimensionen" mit Einfamilien-, Doppel- und Mehrparteienhäusern für den sozialen Wohnungsbau.
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