Freitag, 16. November 2018
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Neuburger Figurentheatertage: "Michael Kohlhaas" und Molières eingebildeter Kranke

Beeindruckende Gratwanderung

Neuburg
erstellt am 09.11.2018 um 19:06 Uhr
aktualisiert am 14.11.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Neuburg (DK) Die Neuburger Figurentheatertage warten mit interessanten Stücken auf.
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Das Theater Salz & Pfeffer kommt mit Molières eingebildetem Kranken zu den Neuburger Figurentheatertagen.
Das Theater Salz & Pfeffer kommt mit Molières eingebildetem Kranken zu den Neuburger Figurentheatertagen.
Berny Meyer
Neuburg
So gibt es am 22. November "Michael Kohlhaas" zu sehen, am 24. November wird Molières eingebildeter Kranke gezeigt.
 

"MICHAEL KOHLHAAS"

Das bohrende Gefühl, Recht zu haben, aber nicht Recht zu bekommen, ist der Ausgangspunkt für Heinrich Kleists berühmte Novelle "Michael Kohlhaas". Die Bremer Bühne Cipolla kommt am Donnerstag, 22. November, nach Neuburg, um die Geschichte um einen fleißigen deutschen Mittelständler, der nach und nach zum meistgesuchten Terroristen seiner Zeit wird, als beeindruckendes Figurentheater für Erwachsene zu zeigen. Beginn ist um 20 Uhr im Stadttheater.

Michael Kohlhaas ist ein wohlhabender Geschäftsmann, der immer wieder an korrupter Justiz, intriganter Vetternwirtschaft und vorauseilendem Beamtengehorsam scheitert. Schließlich weiß er sich nicht mehr zu helfen und beginnt einen mörderischen Rachefeldzug gegen seine Feinde. Zunächst ist er nur ein Spielball politischer und kirchlicher Interessen, doch schon bald wird er immer skrupelloser, wobei der Grat zwischen berechtigter Empörung und Selbstjustiz schmal ist.

Die Novelle ist heute ein Stück Weltliteratur von erschreckend aktueller Brisanz. Die Bühne Cipolla, die zuletzt mit der "Schachnovelle" und "Mario und der Zauberer" erfolgreich in Neuburg gastierte, zeigt "Michael Kohlhaas" als expressives Figurentheater mit Live-Musik.
 

DER EINGEBILDETE KRANKE

Krank oder nicht krank, das ist in Molières berühmter Theaterkomödie die Frage, um die sich alles dreht! Am Sonntag, 24. November, zeigt das Theater Salz & Pfeffer Molières eingebildeten Kranken als kurzweiliges Figurentheater.

Das Stück handelt von Argan, der als wohlhabender Kaufmann sterbenskrank ist - zumindest, wenn es nach ihm geht. Der Hypochonder unterzieht sich allerlei schrecklich teurer Kuren, so dass seine geldgierige Ehefrau schon um ihr Erbe fürchtet. Um die medizinische Versorgung kostengünstiger zu gestalten, hat Argan aber einen Plan entwickelt: Sein Töchterchen Angélique soll den jungen, jedoch ziemlich vertrottelten Arzt Thomas Diaforus heiraten, denn dann bleibt das Geld in der Familie. Dumm nur, dass Angélique ganz unsterblich in den vergeistigten Cleánte verliebt ist und den Arzt daher nicht will. Und dann gibt es ja auch noch Argans Ehefrau, die insgeheim dabei ist, ihren Mann um dessen Vermögen zu bringen. Zum Glück sorgt die schlaue Haushälterin Toinette dafür, dass am Ende jeder genau die Medizin bekommt, die er verdient.

Das Nürnberger Figurentheater Salz & Pfeffer hat aus Molières Dreiakter ein freches Figurenspiel gemacht, in dem auch der (Un)Tod eine gewichtige Rolle spielt: Dieser wird von allen Seiten gefürchtet wie erhofft, mit ihm wird gespielt und mit ihm wird gedroht.

Karten für die Vorstellungen sind unter anderem in der Geschäftsstelle unserer Zeitung in Neuburg, Schmidstraße C113, Telefon (08431) 6476520, erhältlich.
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