Donnerstag, 21. Juni 2018
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Auseinandersetzung mit dem Tod

erstellt am 25.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 17:46 Uhr | x gelesen
Neuburg/Mainburg (anm) In der Mainburger Feuerbestattung hängen seit dem Wochenende vorwiegend großformatige Kunstwerke. Der Betreiber der Anlage, der Neuburger Unternehmer Helmut Wittmann, hatte die Mitglieder des Neuburger Kunstkreises eingeladen, anlässlich der Tage der offenen Tür ihre Bilder in den Räumen des Krematoriums auszustellen.
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In der Mainburger Feuerbestattung wurde am Wochenende eine Kunstausstellung eröffnet. Mitglieder des Neuburger Kunstkreises zeigen ihre meist großformatigen Bilder. - Foto: anm
Nach anfänglichen Vorbehalten sei man von der Idee jedoch begeistert gewesen, so Sissy Schafferhans, eine der Vorsitzenden des Kunstkreises, nach dem man die Räume besichtigt habe. Begeistert deshalb, weil die von religiöser Symbolik freien Räume Anregung zu einer eigenen Bildersprache böten, aber auch, weil die Auseinandersetzung mit dem Thema Tod Künstlern interessante Ausdrucksmöglichkeiten eröffnete.

So schaffte die Ludwigsmooser Künstlerin Karin Roth mit ihren unbunten Bildern eine angenehm harmonische Übereinstimmung mit der sachlichen Architektur des Gebäudes, während Christel Rietze in einem der Besucherräume kraftvolle farbliche Gegensätze zeigt. Maria Matschina hat die Themen Feuer und Erde thematisiert, Alois Bauer schichtet in seinen Bildern Abdrücke von alten Grabsteinen über Umrisse von menschlichen Skeletten. Kraftvolle Farben wirken in der metallisch-grauen Umgebung um so stärker, und wenn die Sonne in die "Funktionsräume" scheint, lenken die farbigen Bilder den Blick von den großen Maschinen, an deren Ende ein Plastiksack die menschlichen Überreste auffängt.

An einer Wand hängt Verena Hubbauers "Letztes Hemd", eine Holzplastik in Rot. Gerhard Brandl stellt in einem Lichthof kleine Kuben aus Holz aus. Seine "Überurnen" sind individuelle Hüllen, mit denen die üblichen Urnen aus Metall verkleidet werden können. Vorausgesetzt der Verstorbene will seine Überreste nicht als Diamant gepresst weiter existieren lassen, denn dann würde ein handliches Schmuckschächtelchen reichen.

Von Annemarie Meilinger
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