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RMD verstärkt Dämme und verbessert Wehre - Im August Sperrung der Brücke Bertoldsheim

Anspruchsvolle Sanierung der Staustufen

Neuburg
erstellt am 14.06.2018 um 16:38 Uhr
aktualisiert am 18.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Neuburg (r) Die Staustufen der Rhein-Main-Donau GmbH liefern zuverlässig Bahnstrom, aber sie sind mittlerweile in die Jahre gekommen. Deshalb lässt sie die RMD zusammen mit Betreiber Uniper Wasserkraft sukzessive sanieren. Anfang Juli endet die Dammverstärkung in Bittenbrunn, im August beginnt die Wehrsanierung in Bertoldsheim.
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Auf dem erneuerten Donaudamm zwischen Bittenbrunn und Oberhausen unterhalten sich Uniper-Ingenieurin Uta Mentz und RMD-Pressesprecher Jan Kiver über die Arbeiten. Die Dammverstärkung hat hauptsächlich im Untergrund mit Betoninjektionen stattgefunden,jetzt wird der Weg auf der Dammkrone bis Anfang Juli fertiggestellt.
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Die Kosten sind erheblich. Allein für die Arbeiten am Donaudamm gibt die RMD - mittlerweile zu einer GmbH umgewandelt - drei Millionen Euro aus. 1300 Bohrungen hat die Schrobenhausener Firma Bauer in die Uferbefestigung am Nordufer bis zum Finkenstein (1,2 Kilometer) und im Süden (2,6 Kilometer) eingebracht. Ein Betongemisch verbindet sich im Untergrund mit den vorhandenen Betonplatten und stärkt die Festigkeit der Donaudämme. Damit sieht man sich auch gegen große Hochwasser gerüstet. Die Böschung am Südufer hatte bereits Sickerstellen aufgewiesen.

Im Moment richtet eine Bautruppe den Weg auf den Dämmen, die sogenannte Dammkrone. Laster karren 2500 Tonnen Mineral- und Schottergemisch heran, Walzen verdichten den neuen, etwa drei Meter breiten Weg. Oberhalb der Schleuse lässt die RMD zudem den Dammhinterweg näher an den Dammfuß verlegen - zur weiteren Verbesserung der Stabilität. In zwei, drei Wochen sollen sämtliche Arbeiten in Bittenbrunn beendet und die Sperrungen aufgehoben sein.

Aber die Sanierungswelle läuft weiter: Im August beginnt die Revision der Wehre an der Staustufe Bertoldsheim. Jedes Kraftwerk ist mit je drei Wehren und Turbinen ausgestattet. In Bertoldsheim tauscht ein Fachtrupp bis April 2019 die massiven Gummidichtungen und Beschichtung von zwei Wehren aus. Sie kontrollieren alle Schweißnähte, Nieten, Schrauben, Hydraulik, Armierungen, Torverankerungen und die 16 Meter langen Riesenketten, die das 70 Tonnen schwere Wehr heben und senken.

Mit fünf Millionen Euro Kosten rechnet die RMD für die Ertüchtigung aller Wehre. Nach Bertoldsheim ist Bergheim an der Reihe, danach die beiden beiden letzten Wehre in Bittenbrunn. Ingolstadt ist bereits erledigt. Das galt auch für die Erneuerung der Schaltanlagen und die Turbinenrevision an allen Kraftwerken der mittleren Donau. Das Revirement der Staustufen hört eigentlich nie auf.

Wenn die Arbeiten im August in Bertoldsheim anlaufen, hebt ein Autokran 36 Stahltafeln, je eine Tonne schwer, vor das Wehr. Die Stahlwand hält die Donau zurück und ermöglicht erst das Arbeiten in der Tiefe. Für den Einsatz des Autokranes müsse die Bertoldsheimer Brücke wohl tageweise komplett gesperrt werden, kündigt RMD-Pressesprecher Jan Kiver an. Die Umleitung über die nächste Donaubrücke Marxheim ist weitläufig, "wir werden den Kraneinsatz deshalb so kurz wie möglich halten."

Die fünf Laufwasserkraftwerke der 1965 gegründeten RMD-Tochter Donau-Wasserkraft AG leisten 106 Megawatt und speisen mit Schwellbetrieb im Schnitt 650 Millionen Kilowattstunden Bahnstrom pro Jahr ins Netz der DB Energie GmbH ein.

Die Staustufe Vohburg war als neues Modell 1992 in Betrieb gegangen. Bertoldsheim war als erstes Kraftwerk 1967 gestartet, Bittenbrunn 1969, Bergheim 1971 und Ingolstadt 1972. Die Zentralwarte in Landshut steuert die Donaustufen. Das Bayernwerk hatte 1996 die Bahnanteile und die Betriebsführung übernommen. Das ist heute Aufgabe der Uniper Wasserkraft GmbH.
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