Neues Trainerteam steht fest
TV Hilpoltstein holt Ex-Profi Christ – „Medizinbälle habe ich früher bei Felix Magath genug geschleppt“

13.06.2024 | Stand 13.06.2024, 12:37 Uhr |

Marco Christ fand in Düsseldorf seine „zweite Heimat“ und schoss die Fortuna einst in die 2. Bundesliga. Foto: Imago

Nach der Odyssee bei der Trainersuche steht der neue Coach des TV Hilpoltstein fest: Und es ist ein bekannter Name, der da in der Burgstadt aufschlägt. Marco Christ übernimmt das Traineramt bei den Fußballern des TV 1879. Christ wurde in der Jugend des 1. FC Nürnberg ausgebildet und bestritt in seiner Karriere 59 Spiele in der 2. Bundesliga sowie 93 Partien in der 3. Liga.

So kam der Kontakt zustande



Die Verpflichtung war möglich, da der 43-Jährige in der Region, nämlich in Freystadt wohnt. „Der Kontakt kam über einen ehemaligen Spieler des TSV Freystadt, Nico Seitz, und seinen Kumpel Vigan Asani zustande“, verrät Christ im Gespräch mit dem Hilpoltsteiner Kurier. „Wir haben uns letzte Woche getroffen und dann ging alles relativ schnell.“

Asani soll künftig als spielender Co-Trainer agieren. Alexander Tschurl ist weiterhin für die Torhüter zuständig. Das Konzept hat Christ überzeugt. Er berichtet von konstruktiven Gesprächen mit den TV-Bossen Christian Meixner und Maximilian Schuster und einem Asani, „der sehr engagiert ist, sich stark einbringen will. Außerdem ist die Mannschaft jung und entwicklungsfähig.“

Marco Christ: Von Magaths Medizinbällen zum Anführer bei Fortuna Düsseldorf



Als junger Spieler stand Christ selbst vor fast 30 Jahren beim 1. FC Nürnberg auf dem Platz. Als Talent schnupperte er damals bei den Profis rein – wo Felix Magath als Trainer das Zepter schwang. Medizinball oder Taktiktafel – was ist Christs Philosophie? „Weder noch“, sagt er. „Medizinbälle habe ich bei Felix Magath genug geschleppt. Das ist nicht mehr up-to-date. Aber nur Taktiktafel geht auch nicht. Ich erkläre gerne auf dem Platz, mache vor.“

Von Nürnberg nahm die Karriere einen Umweg. Jahn Regensburg, 1. SC Feucht, Dynamo Dresden und VfR Aalen hießen seine Stationen, bis er seine „zweite Heimat“ fand: Fortuna Düsseldorf. 103 Spiele bestritt er für die Fortunen, so viele wie für keinen anderen Klub. An der Seite von Kultspielern wie „Lumpi“ Lambertz stand Christ teils mir markentem Iro seinen Mann und schoss den Traditionsverein am letzten Spieltag der Saison 2008/09 mit seinem Tor zum 1:0 gegen Werder Bremen II in die 2. Bundesliga. „Ich bin gebürtiger Nürnberger, mein Herz schlägt aber auch für Fortuna Düsseldorf“, sagt Christ. Umso bitterer wäre der kürzlich knapp verpasste Bundesliga-Aufstieg seiner Fortuna gewesen.

Verbandelt ist Christ auch noch eng mit dem FCN. Er läuft für die Traditionsmannschaft auf. Am Valznerweiher gab es in dieser Woche auch eine Trainervorstellung: Mit Miroslav Klose überraschten die Franken sämtliche Fachleute. „Eine coole Entscheidung“, freut sich Christ über die Verpflichtung.

Trainingsauftakt schon am Montag



Der neue Hilpoltsteiner Coach sammelte seine Sporen im Trainergeschäft beim 1. SC Feucht, ASV Neumarkt und in Freystadt. Die Hilpoltsteiner Verantwortlichen seien froh, „einen Trainer mit reichlich Erfahrung im Fußballgeschäft und einen Typen, der gut zur Mannschaft passt und seinen Wohnsitz in der nahen Umgebung hat“ gefunden zu haben, heißt es in einer Pressemitteilung.

Schon am kommenden Montag geht es los: Dann ist Trainingsauftakt in der Burgstadt. Der TV tritt nach dem Abstieg aus der Bezirksliga in der Kreisliga an. Sieben Wochen Vorbereitung, zwischendurch auch mal eine Pause, so ist der Plan. Ein direkter Wiederaufstieg sei bislang kein Thema gewesen, sagt Christ. Es gehe darum, die „Kreisliga anzunehmen“. Wie zu früheren Zeiten auf dem Platz gibt er sich kämpferisch: „Wir haben keine Zeit zu verlieren.“

adb