Landkreis Roth

Tourismus auf Erholungskurs

26.05.2022 | Stand 26.05.2022, 6:00 Uhr

Einmal mehr aufs Radeln setzt der Landkreis Roth: Zum 50. Geburtstag gibt es „9 Jubiläumsradtouren“. Foto: Landkreis Roth

Von Rainer Messingschlager

Hilpoltstein/Roth – Auf dem langersehnten Erholungskurs ist der Tourismus im Landkreis Roth aktuell. Denn die Zahlen des ersten Quartals 2022, die Amtsleiter Jörg Ruckriegel am Dienstag im Ausschuss für Kultur, Sport und Freizeit präsentiert hat, sprechen eine deutliche Sprache: plus 156 Prozent im Vergleich zu 2021.

Das ist auch bitter nötig, denn in den beiden Coronajahren sind die Übernachtungen drastisch zurückgegangen, von über 370000 auf unter 240000. Wahrscheinlich wäre die Bilanz vor allem für 2021 noch schlimmer ausgefallen ohne die guten Sommermonate. Im August waren es mit fast 55000 sogar mehr Übernachtungen als im besten Monat des Vor-Coronajahrs 2019. Trotzdem reichte es 2021 bei den Übernachtungen nur zu einem Plus von 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Vor allem Geschäftsreisendeund Messegäste blieben aus

Der Landkreis steht aber nicht alleine da, auch in den anderen fränkischen Regionen ging es nur marginal nach oben – am deutlichsten noch im Seenland mit rund neun Prozent. Generell sind die Orte und Regionen besser weggekommen, deren Gäste vorwiegend Urlauber sind. Dort wo Geschäftsreisende und Messegäste den Löwenanteil ausmachen, ist das Geschäft zum Teil zu über 50 Prozent weggebrochen. So waren es in Nürnberg im Vergleich zum letzten Vor-Coronajahr 58 Prozent weniger, im Landkreis Roth 36 Prozent und im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen lediglich 12 Prozent.

Erfasst werden in der Statistik allerdings nur Betriebe mit mehr als zehn Betten. Lediglich Spalt und Greding erfassen auch kleinere Betriebe, hier fallen die Verluste mit knapp 19 Prozent (Spalt) und 5 (Greding) im Vergleich zu 2019 ebenfalls geringer aus. Betriebe mit mehr als zehn Betten gibt es laut Ruckriegel im Landkreis 85, rund zehn Prozent weniger als 2012. Die Zahl der Betten sei allerdings mit rund 2700 annähernd gleich geblieben.

Neben der Zugehörigkeit zum Fränkischen Seenland kann der Landkreis Roth vor allem mit Radfahren und Wandern bei Touristen punkten. Dazu erscheinen jetzt zum 50. Geburtstag des Landkreises „9 Jubiläumsradtouren“. Diese würden alle Kommunen des Landkreises erschließen, so Ruckriegel. Die kürzeste nennt sich „Der wilde Westen“, erstreckt sich auf 33 Kilometer und startet am Spalter Kornhausplatz; die längste führt entlang der Landkreisgrenzen und ist gut 215 Kilometer lang.

Alle Strecken sind im Übrigen bereits getestet. 100 Teams hätten sich dazu im Vorfeld beworben, sagte Ruckriegel. „50 haben jetzt im April getestet und sind rundweg begeistert.“ Die große Runde sei zwar nicht als Eintagestour ausgelegt, aber in einem sportbegeisterten Landkreis wie dem Kreis Roth sei natürlich zu erwarten gewesen, dass gleich ein Rekord aufgestellt werde. Allerdings verriet Ruckriegel nicht, welche Zeit es nun künftig zu unterbieten gilt. Für Freizeitradler sind laut Streckenkarte 15:30 Stunden angesetzt. Die Anmerkungen der Tester habe man bei den Tourenverläufen und -beschreibungen berücksichtigt. Erscheinen sollen die Touren im Juli sowohl in gedruckter Form als auch im Online-Portal des Landkreises.

„Lieblingstouren“ imLandkreis Roth gesucht

Beim Wandern ist die Aktion „Meine Lieblingstour im Landkreis – Bürger werden animiert, ihre Lieblingswanderung mit uns zu teilen“ geplant. Die Wanderungen werden als Tourenvorschläge im Tourenportal veröffentlicht. Analog zu den Testradlern begeben sich auch Wanderteams auf eine mehrtägige Tour durch den Landkreis auf den Wanderwegen „Nürnberg - Altmühltal“ und „Burgen und Schlösser“.

Gestalt nimmt auch der „Witzige Wanderweg“ in der Gemeinde Rohr an. Mit Kreiswanderwegewart Hans Luft ist jetzt laut Ruckriegel ein Routenvorschlag erarbeitet worden. Dazu plane der Comedian Oliver Tissot die Stationen. „Durch die Nutzung von Smartphone und Augmentes Reality soll der analoge Weg in die digitale Welt erweitert werden.“ Beispielsweise kann dann der Witz nicht nur gelesen werden, via QR-Code wird er auch von Tissot höchstpersönlich erzählt.

Insgesamt sei er vorsichtig optimistisch für das Jahr 2022, sagte Jörg Ruckriegel. So habe man auch nach längerer Pause im März mit der „Freizeit“ in Nürnberg wieder an einer Messe teilgenommen. Essenziell, so klang es durch, sei jedoch auch das „Mitspielen auf den Portalen, damit man über Google gefunden wird“.

HK