Landkreis Roth

Mädchen angesprochen: Polizei nimmt Verdächtigen fest

70-Jähriger hatte sich gegen Anweisungen der Polizei gewehrt – Ermittlungen auch gegen aufgebrachte Eltern

17.05.2022 | Stand 17.05.2022, 18:06 Uhr

Einen Mann, der in Schwarzenbruck im Nürnberger Land ein Mädchen auf verdächtige Art und Weise angesprochen haben soll, hat die Polizei am Dienstag festgenommen. Sie untersucht nun, ob der 70-Jährige mit ähnlichen Vorfällen im Landkreis Roth in Verbindung gebracht werden kann. Symbolbild: dpa

Von Monika Meyer

Hilpoltstein/Wendelstein – Einen Mann, der in Schwarzenbruck im Nürnberger Land ein Mädchen auf verdächtige Art und Weise angesprochen haben soll, hat die Polizei am Dienstag festgenommen. Sie untersucht nun, ob der 70-Jährige mit ähnlichen Vorfällen im Landkreis Roth in Verbindung gebracht werden kann.

Das Mädchen war Montag gegen 19.30 Uhr mit seinem Hund in der Klausener Straße in Schwarzenbruck zu Fuß unterwegs, als neben ihm ein roter Mercedes-Kastenwagen anhielt. Der Fahrer sprach das Kind an, um es so möglicherweise zum Einsteigen in das Auto zu bewegen. Das Mädchen hingegen rief wohl laut „Nein“ und rannte davon. Danach vertraute es sich seinen Eltern an, die die Polizei verständigten. Die Polizei konnte das Fahrzeug lokalisieren und den Fahrer aufspüren. Als die Polizeibeamten den 70-jährigen Mann ansprachen, zeigte sich dieser wenig kooperativ und widersetzte sich ihren Anweisungen. Schlussendlich legten ihm die Polizisten Handfesseln an.

Der 70-Jährige muss sich nun wegen des Verdachts des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte strafrechtlich verantworten. Zudem prüft die Polizei einen Zusammenhang mit weiteren Fällen, in denen Kinder auf verdächtige Art und Weise angesprochen wurden: Am Mittwoch, 27. April, war ein Junge mit seinem Tretroller in Röthenbach bei St. Wolfgang auf dem Schulweg, als ihm ein unbekannter Mann Schokolade anbot und ihn aufforderte, mit ihm zu gehen. Der Junge lief aber weg und vertraute sich seiner Lehrerin an. Am Dienstagmorgen des 3. Mai wurde ein anderer Junge angesprochen, dieses Mal in Großschwarzenlohe (beides Gemeindegebiet Wendelstein). Beim Sportclub sprach der Mann den Jungen aus einem roten Kastenwagen heraus an und versprach ihm Schokolade, wenn er einsteigen würde. Auch dieser Junge lief weg und meldete das Ereignis in der Schule.

In beiden Fällen war die Fahndung der Polizei danach ergebnislos verlaufen. Die Eltern im Wendelsteiner Gemeindegebiet hatten die Vorfälle in helle Aufruhr versetzt. Dies gipfelte darin, dass einige das Foto eines Mannes aus dem Gemeindegebiet samt seinem Autokennzeichen in sozialen Netzwerken veröffentlichten. Er wurde nämlich für den Verdächtigen gehalten, da er einen roten Kastenwagen fuhr. Darüber hinaus tauchten „vermummte Personen in bedrohlicher Art und Weise vor dessen Haus auf und bekundeten in der Auffahrt ihren Unmut“, wie der Polizeipressesprecher Michael Petzold erklärte.

„Die Eltern waren verunsichert und angespannt“, so Petzold. Deshalb habe man eine Informationsveranstaltung in der Waldhalle in Großschwarzenlohe einberufen, die von 300 besorgten Müttern und Vätern besucht wurde. Unter anderem gab es einen Vortrag zum Thema „Sexueller Missbrauch von Kindern“. Bei der Veranstaltung seien die Eltern auch über die polizeiliche Arbeit gut aufgeklärt worden, die angespannte Stimmung habe sich gelöst.

„Wir haben da auch erklärt, dass solche Fälle für die Polizei oberste Priorität haben und wir erhebliche Ressourcen einsetzen“, sagte Petzold. Hier gelte der Grundsatz von „Gefahren abwehrenden Maßnahmen“. Das Ansprechen der Kinder alleine sei allerdings nicht strafbar. Möglicherweise im Gegensatz zum Verhalten mancher Eltern, die das Bild des in ihren Augen verdächtigen Mannes in sozialen Netzwerken veröffentlicht hatten. Hier ermittelt die Polizei unter anderem wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Urheberrecht.

HK