Hilpoltstein

Krankenpfleger mit starker künstlerischer Ader: Neue Ausstellung im Café Grimm

25.01.2023 | Stand 25.01.2023, 5:00 Uhr

Der Leerstettener Maler Reinhardt Müller zeigt bis zum 26. Februar 23 Kunstwerke im Hilpoltsteiner Café Grimm. Foto: Unterburger

Von Robert Unterburger

Hilpoltstein – Seine Bilder sind farbenprächtig und faszinierend. Und seine Malerei deckt eine Fülle von Themen ab. Nun gibt es im Café Grimm in Hilpoltstein eine neue Ausstellung mit 23 Werken des Leer-stettener Malers Reinhardt Müller. Sie ist bis zum 26. Februar zu sehen.

„Schon als Kind habe ich gerne gemalt, das Zeichnen von Gesichtern stand dabei mehr im Vordergrund“, erzählt Reinhardt Müller. Ab den 1970er-Jahren kam die Aquarellmalerei hinzu, die er mit Mischtechniken verbindet. Ab den 1990ern trat dann die Acrylmalerei in den Vordergrund. „Landschaftsmotive faszinieren mich“, sagt der 1949 geborene Künstler. Früher wandte er sich der Porträtmalerei zu, inzwischen konzentriert er sich sowohl in seinen abstrakten als auch in seinen gegenständlichen Bildern auf Gebäude und Landschaften.

„Malen ist für mich die Auseinandersetzung von Erlebtem, Geschehenem und Erdachtem“, sagt der Autodidakt. Die Motive entstehen meist spontan, ohne dass er vorher eine Bildkomposition plant. „Oft bin ich selber überrascht über das, was auf der Leinwand entsteht“, sagt er schmunzelnd. „Ich bin immer gespannt, mit den Betrachtern meiner Bilder zu sprechen und bin oft verblüfft, welche Fantasie sie bei der Analyse und Interpretation der Bilder entwickeln.“

Reinhardt Müller experimentiert gerne, was die verwendeten Maltechniken betrifft. Seine Liebe gilt sowohl dem Impressionismus als auch dem Expressionismus. Zu seinen Lieblingsmalern zählt er auch Künstler wie Pablo Picasso. „Ich habe mir viele Anregungen bei Künstlern wie Oskar Koller geholt, aber ich imitiere solche Künstler nicht“, stellt er klar. Reinhardt Müller hat einen eigenen Malstil entwickelt, die seine Werke unverkennbar machen.

Das Spektrum seiner Bilder reicht von der gegenständlichen bis hin zur abstrakten Malerei. Der Übergang in die beiden Stile ist kennzeichnend für ihn „Nicht die fertige Idee steht im Vordergrund, sondern der Wunsch, etwas Kreatives zu gestalten“, sagt der Künstler. „Ein Punkt, ein Strich, ein Farbklecks – all das inspiriert mich.“
Chaos und Struktur ringen dabei um die Vorherrschaft.

Was dabei herauskommt, ist eine faszinierende Gemengelage, die den Betrachter verzaubert, seine Fantasie beflügelt und ihn in eine andere, möglicherweise bessere Welt entführt. Allerdings steht bei ihm nicht die heile Welt eines „Heimatmalers“ im Mittelpunkt, sondern die Auseinandersetzung mit den Brüchen und Widersprüchen des Lebens. Seine Bilder lassen den Betrachter innehalten, die manchmal dunklen Farbtöne haben aber nichts Bedrohliches oder Erschreckendes. Im Gegenteil: Für Müller sind auch dunkle Farben ein Quell der Inspiration.

Besonders gefällt ihm ein Zitat des Philosophen und Soziologen Theodor W. Adorno, der einst gesagt hat: „Aufgabe von Kunst heute ist es, Chaos in die Ordnung zu bringen.“ Diesem künstlerischen Chaos fühlt sich auch Reinhardt Müller verpflichtet. Kleine Dinge des Alltags sind es, die er aufgreift und die er kreativ mit den Mitteln der Acrylmalerei darstellt.

Reinhardt Müller ist gelernter Krankenpfleger. Über 30 Jahre übte er den Beruf des Sozialpädagogen aus und war vor allem in der Jugend- und Familienarbeit tätig. Über zehn Jahre war er der stellvertretende Vorsitzende des Kulturfördervereins Kultur in Schwanstetten (KiS) und organisierte die dortige jährliche Kunstausstellung. Seit 2019 ist er Mitglied des Landkreiskunstvereins Spectrum und dort als Schatzmeister tätig. Müllers Werke waren bereits in zahlreichen Kunstausstellungen zu sehen, auch in La Haye de Puits, der französischen Partnerstadt Schwanstettens.

HK