Rückblick zum Priesterjubiläum

In Afrika in Lebensgefahr

12.06.2022 | Stand 12.06.2022, 14:05 Uhr

Zusammen mit Stadtpfarrer Franz-Josef Gerner und Pfarrer Franz Schmid feierten Pfarrer Richard Distler sein 50-jähriges und Pater Josef Gerner sein 60-jähriges Priesterjubiläum bei einem Gottesdienst in Meckenhausen. Die Kommunionkinder hatten die heilige Messe mitgestaltet. Die Ministranten bedankten sich bei den Jubilaren für ihre Tätigkeit in Meckenhausen. Foto: Hamperl

Von Otto Hamperl

Meckenhausen – Gleich zwei außergewöhnliche Jubiläen sind im Rahmen des Sonntagsgottesdienstes in der Pfarrkirche St. Martin in Meckenhausen gefeiert worden: Pfarrer i.R. Richard Distler beging sein 50-jähriges und Pater Josef Gerner sein 60-jähriges Priesterjubiläum. Die Blaskapelle Meckenhausen und die Kommunionkinder gaben der Messfeier einen festlichen Rahmen.

Stadtpfarrer Franz-Josef Gerner berichtete in seiner Predigt über den Werdegang der beiden Geistlichen. Der Stadtpfarrer hob hervor, dass ein christlich geprägtes Elternhaus eine gute Voraussetzung für den Priesterdienst sei. Den Primizspruch von Pfarrer Richard Distler „Wir sind nicht Herren eures Glaubens, sondern Diener eurer Freude“ deutete der Prediger so, dass Menschen Freude am Glauben haben sollen. Für Pater Josef Gerner galt der Bibelspruch „Geht hinaus in die Welt und verkündet das Wort“. Dieses Wort sei in Afrika gut aufgenommen worden. Dort seien die Kirchen voll. Wie Franz-Josef Gerner ausführte, ist Afrika zur Heimat von Pater Josef Gerner geworden. Am Ende des Gottesdienstes bedankten sich Kirchenpfleger Michael Waldmüller und Mesnerin Maria Lachner mit kleinen Geschenken bei den beiden Jubilaren.

Pfarrer i.R. Richard Distler wurde am 18. Juni 1972 im Münster zu Ingolstadt zum Priester geweiht. Nach Ferienaushilfen in Ingolstadt und Nürnberg führte sein Weg nach Hilpoltstein. Hier war er bis 1973 als Kaplan tätig. Nach einem einjährigen Einsatz in Nürnberg-Langwasser übernahm Pfarrer Richard Distler die Aufgabe des Direktors im Studienseminar in St. Richard in Eichstätt. Ab dem Sommer 1980 arbeitete der Röckersbühler als Pfarrer in der Pfarrgemeinde Hitzhofen. Im Jahre 1984 wurde sein Seelsorgebereich auf die Pfarrei Hofstetten erweitert. Zur Unterstützung im Pfarrbüro wurde Elisabeth Harrer aus Meckenhausen beauftragt. Neben der Verwaltungsarbeit führte sie auch den Pfarrhaushalt.

Die Berufung zum Pfarrer an der Neumarkter Hofkirche „Zu unserer lieben Frau“ erreichter Pfarrer Distler 1989. Dieses Amt bekleidete er bis zu seinem Ruhestand am 1. September 2017. Im Elternhaus von Elisabeth Harrer in Meckenhausen verbringen sie jetzt ihren Lebensabend.

Auch im Ruhestandnoch aktiv

Pfarrer Distler hilft trotz Ruhestand im Pfarrverband Hilpoltstein und in der Oberpfalz aus. Er zelebriert neben Gottesdiensten am Wochenende auch Hochzeiten, Beerdigungen und Taufen. Trotzdem findet er noch Zeit, für eine Zeitung Beiträge über das Thema „Gedanken zu besonderen Festen im Kirchenjahr“ zu schreiben.

Mit Pfarrer Distler zusammen feierte der Combonimissionar Pater Josef Gerner sein 60-jähriges Priesterjubiläum. Seine Priesterweihe erhielt Pater Gerner am 19. März 1962 in Bamberg. Danach folgte eine Tätigkeit am Missionsseminar St. Paulus. Zusätzlich unterrichtete er Religion an einem Gymnasium in Neumarkt. Sein Wunsch als Missionar nach Afrika zu reisen, wurde ihm im Jahr 1971 erfüllt. Im September traf er in Uganda ein und musste vorerst alleine dort Missionsarbeit leisten. Eine Versetzung führte den Meckenhausener 1976 nach Kenia. Hier unterstützte er den Aufbau einer Krankenstation. Auch eine Missionsstation wurde neu errichtet. Besonders erinnert er sich an seine Arbeit in den Elendsvierteln von Nairobi. „Dies war meine interessanteste Zeit in Afrika“, schwärmt Pater Gerner noch heute. Um weitere Missionare ausbilden zu können, wurde ein Aufenthalt in den USA 1986 notwendig. Daran schloss sich eine zehnjährige Lehrtätigkeit in Europa an. In Deutschland und in Innsbruck erhielten junge Combonimissionare von ihm eine internationale Ausbildung. Für die Regionen von Deutschland, Österreich und Norditalien wurde er 1988 zum Provinzial gewählt.

Weg führt zurücknach Afrika

Doch sein Weg führte 1996 wieder zurück nach Afrika. In Uganda übernahm er eine Großpfarrei. In dieser Zeit herrschte Krieg in Uganda, was seine Arbeit erheblich erschwerte und ihn in Lebensgefahr brachte. Schießereien und Überfälle waren an der Tagesordnung. Viele Kinder fanden in den Krankenhäusern und Schulen der Missionare Schutz vor den Soldaten, die sie entführen und zu Kindersoldaten ausbilden wollten. Im Jahr 2007 zog es den Pater in die ländlichen Regionen von Uganda. Hier konnte er zwei neue Pfarreien gründen und einem ugandischen Pfarrer übergeben. Mittlerweilen werden die Kirchen zu klein, da der Zustrom sehr groß ist. 2022 konnte die Großpfarrei ebenfalls an einen ugandischen Pfarrer übergeben werden. Die Schwerpunkte der Arbeit von Pater Gerner waren, während der Kriegsjahre mit den Leuten durchzuhalten und ihre Kinder zu retten. In den Elendsvierteln von Nairobi war es wichtig, kleine christliche Gemeinschaften zu bilden, die selbstständig ihren christlichen Weg gehen, was seiner Meinung nach gut gelungen ist.

Pater Gerner sprach seinen ausdrücklichen Dank an seine Heimatgemeinde aus. „Sie haben Enormes geleistet und ermöglicht.“ Die interessanten Erzählungen von Pater Gerner würden ein Buch füllen. Nach 40 Jahren Missionsarbeit in Afrika steht für den 87-jährigen Pater die Entscheidung an, ob er wieder nach Afrika zurückkehrt. Zur Zeit genießt er seinen Urlaub in der Heimat

Die Pfarrgemeinde Meckenhausen feierte die Jubilare nach dem Gottesdienst noch mit einem Sektempfang auf dem Kirchhof.

HK