Muna-Gelände bleibt übrig
ICE-Werk-Entscheidung: Zustimmung und Kampfansagen

Volker Bauer begrüßt Standortwahl

07.02.2023 | Stand 17.09.2023, 3:38 Uhr |

Begehung auf dem Muna-Areal: Im Herbst machten sich die Abgeordneten Volker Bauer und Ralph Edelhäußer (beide CSU) vor Ort ein Bild.

„Ich nehme positiv zur Kenntnis, dass die Standorte bei uns nicht raumverträglich sind“, sagt Landrat Herbert Eckstein (SPD) zum Ergebnis des Raumordnungsverfahrens. Für ihn sei wichtig, dass dabei ausführlich „alle Argumente gewogen“ wurden. Er freue sich, dass dem Oberthema Wasser in Harrlach ein solch hoher Stellenwert eingeräumt worden sei.

Es zeige, dass das vergleichsweise „leichte Gelände“ in Harrlach nicht so leicht gewesen sei, weil das Bewusstsein für Wasser und unberührte Natur in den vergangenen Jahren gewachsen sei. „Beim Verfahren hat mir gefallen, dass sich die Bürgerinitiativen nicht gegeneinander haben ausspielen lassen und mit Sachargumenten gegengehalten haben.“

Der Ausgang des Verfahrens bestätige ihn in seiner Forderung an die Bahn, das Verfahren „auf Null zu setzen“.

Der Wendelsteiner Bürgermeister Werner Langhans (CSU) begrüßt zwar, dass die Standorte in Harrlach und südlich des Muna-Geländes als nicht verträglich eingestuft worden sind, kann die Anerkennung des Muna-Geländes als raumverträglich unter Auflagen aber nicht verstehen; er hält keinen Standort für geeignet. „Für uns ist ein Argument, dass die Muna dabei nicht komplett von den Kampfmittelresten geräumt werden soll, sondern nur die 45 Hektar für das ICE-Werk.“ Seine Befürchtung ist, dass durch die Bauarbeiten und den Betrieb des Werkes der Sicherungsbau um die Senfgas-Bestände angegriffen werden könnte. Auch der Artenschutz spiele eine Rolle. „Wir werden im Planfeststellungsverfahren sämtliche Rechtsmittel ausschöpfen“, kündigt er an.

Landtagsabgeordneter Volker Bauer (CSU) hingegen sagt: „Ich bin mit der Entscheidung zufrieden, der Standort Muna ist eine Vernunftentscheidung.“ Es sei ein Synergie-Standort der unmittelbar an ein Gewerbegebiet angebunden sei und auch einen Gleisanschluss besitze. „Nürnberg, Feucht und der Landkreis haben den größten Nutzen davon, wenn dort ordentlich entmunitioniert wird.“

Bundestagsabgeordneter Jan Plobner (SPD) erklärt, er begrüße die klaren Regeln der Regierung zum Lärmschutz und grundsätzlich den Bau eines ICE-Werks als Teil der Verkehrswende. Er finde, dass die 450 Arbeitsplätze gut für die Region seien. „Als Abgeordneter möchte ich weiter eine vermittelnde Rolle einnehmen zwischen Verkehrswende und Schutz der Wald- und Wassergebiete.“

Allersbergs Bürgermeister Daniel Horndasch (parteilos) begrüßt, dass das Thema in einem sachlichen Verfahren abgewogen wurde. Allerdings sei es kein Jubeltag: „Ich kann mir vorstellen, wie die Feuchter sich gerade fühlen.“

HK