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Fahrradfreundliches Hilpoltstein: Bayernweite Vorreiterrolle bei der Beschilderung

18.11.2022 | Stand 18.11.2022, 19:00 Uhr

Wo geht’s lang, Radfahrer? Im Gebiet der Stadt Hilpoltstein zeigen den Radlern jetzt 200 Kreuzungsschilder den Weg. Das Großprojekt ist gerade abgeschlossen worden. Das Bild – beim Schutzengelkindergarten – zeigt von links Bürgermeister Markus Mahl, die Bauhofmitarbeiter Richard Schöll und Andreas Kaiser und Radwegebeauftragten Helmut Neuweg. Foto: Auer

Die Stadt Hilpoltstein setzt bei der Ausschilderung der Radwege in ihrem großen Gemeindegebiet bayernweit Maßstäbe.



Bürgermeister Markus Mahl (SPD) und der ehrenamtliche Radverkehrsbeauftragte der Stadt, Helmut Neuweg, melden jetzt einen Meilenstein: Das 300 Kilometer lange Radwegenetz auf dem Gebiet der Stadt ist nun perfekt ausgeschildert.

Und das nicht irgendwie und vogelwild, sondern exakt nach den Vorgaben des Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV). Ingesamt sind es etwa 200 Kreuzungen, die im Lauf der vergangenen Jahre mit den markanten Schildern ausgestattet wurden. Etwa 150 davon waren von der Stadt Hilpoltstein zu bezahlen, was 20000 Euro kostete, weitere 47 Kreuzungen fallen wegen ihrer Lage an überörtlichen Radwegen in den Zuständigkeitsbereich des Landkreises Roth, der dafür etwa 7000 Euro aufbringen musste. Aufgestellt wurden die vielen Schilder vom städtischen Bauhof, konkret von Richard Schöll und Andreas Kaiser, die jetzt auch beim Pressetermin dabei waren.

Ausgeschildert „wie sich’s gehört“

Bürgermeister Mahl erklärte, in den vergangenen Jahren habe die Stadt den Bau von Geh- und Radwegen massiv vorangetrieben. Es sei nicht nur ein Radkonzept entwickelt worden – sondern vor allem sei es auch umgesetzt worden. Dass Hilpoltstein auf Anhieb die Aufnahme in den Verein „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern“ (AGFK) habe die Stadt deshalb „auf Anhieb geschafft“, sagte Mahl. Dass sei alles andere als normal. Jetzt sei der gesamte Radwegebestand, ob lokal oder überregional, ausgeschildert, „wie sich’s gehört“. Denn: „Radwege sind gut – aber wenn man nicht weiß, wo diese hinführen, ist es schlecht.“

Helmut Neuweg, der auch weit über Hilpoltstein hinaus Motor der Radwege-Optimierung ist, berichtete, wie vor gut acht Jahren zunächst gemeinsam mit dem Landkreis die überregionalen Strecken ausgeschildert wurden, bis nun in den vergangenen drei Jahren die lokalen Trassen folgten. Keine einfache Sache in einem Gemeindegebiet von 90 Quadratkilometern, mit 32 Ortsteilen. „Dass man das als Kleinstadt geschafft hat, ist schon eine Leistung, die man herausstellen kann.“

Die Resonanz bei den Bürgern sei „sehr, sehr positiv“, sagte Neuweg. Eigentlich seien die Schilder ja hauptsächlich für radfahrende Gäste gedacht, ob sie durchreisen oder Kurzurlaub machen. „Aber sogar die Hilpoltsteiner sagen mir, dass sie plötzlich ganz neue Routenführungen entdeckt haben. Den Leuten wird klar, wie viele Möglichkeiten sie mit dem Fahrrad haben.“ Radfahren sei derzeit sowieso der Renner, freute sich Neuweg, der sich auch bemüht hat, die Beschilderung auf die Nachbarkommunen auszudehnen – denn die berät er zum Teil auch. So führen denn die Wege in einheitlicher Optik duchgängig von Hilpoltstein nach Roth, nach Freystadt, Heideck oder Thalmässing – in Thalmässing ist das Konzept gleichfalls schon fast fertig. Dass Hilpoltstein aber beim Thema Radfahren insgesamt bayernweit „die Nase vorn hat“, bekomme er, so Neuweg, immer wieder bestätigt. Das gehe aber nur, weil die politische Führung in Stadt wie Landkreis dahinter stehe und Konzepte auch wirklich umsetze.

Noch fehlen manche „alltagstaugliche“ Trassen

Alles in Butter also? Nein, Helmut Neuweg sieht schon noch etliche „Baustellen“, wenn es darum geht, „alltagstaugliche“ Radweg-Strecken anzubieten und damit das Fahrrad zum selbstverständlichen Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit und alle anderen Zwecke zu machen. Die Asphaltierung des Radwegs am Main-Donau-Kanal ist ihm in diesem Zusammenhang das dringlichste Anliegen, auch der Weg von Hilpoltstein nach Mörlach – in Zuständigkeit des Freistaats – fehlt noch. Gleichfalls ein Anliegen ist Neuweg eine alltagstaugliche, also asphaltierte, Route zwischen Hilpoltstein und Allersberg. Bisher gebe es da nur den Rothsee-Radweg – der ist ungeteert. Und führt im Sommer zwangsweise auch noch durchs Touristen-Getümmel.