„Ich bin voll auf Kurs“
Extremsportler Jonas Deichmann überwindet erste Hürden – Woche eins beim „Challenge 120“ in Roth

19.05.2024 | Stand 20.05.2024, 7:04 Uhr

120-Tage-Programm: Um 7 Uhr morgens springt Jonas Deichmann in den Rothsee und schwimmt 3,8 Kilometer. Danach folgt die Lieblingsdisziplin Fahrradfahren (180 Kilometer). Schließlich wartet der Marathon (42 Kilometer Laufen). Wiederholung folgt – jeden Tag bis 5. September. Fotos: Marc Bernreuther

Wir erreichen Jonas Deichmann auf Etappe acht seines Weltrekordversuchs, 120 Triathlon-Langdistanzen an 120 Tagen in Roth zu absolvieren. „Ich mach‘ gerade ein Nachmittagsläufchen, bin bei Kilometer fünf am Kanal“, sagt er ins Telefon und ist dabei kein bisschen außer Atem.



Lädiertes Knie? Weitermachen!

Nichts zu merken von den über 30 Kilometern, die er in der vergangenen Woche geschwommen ist oder den fast 1500 Kilometern, die er auf Rad schon in den Beinen hat. Knapp 300 Kilometer ist er gelaufen, jetzt kommen noch die an Tag acht fehlenden 37 dazu.

„Der Körper passt sich an, es geht jeden Tag ein bisschen besser“, sagt Deichmann. Der Nacken mache Probleme, durch die Haltung auf dem Rennrad – das sei aber kein K.o.-Kriterium. Bei Bedarf steige er einfach auf ein anderes Modell um. Schwieriger verhält es sich mit seinem geschwollenen Knie. Doch Deichmann hat verglichen: Mit Rekordträger Sean Conway, der 105 Triathlons in 105 Tagen absolvierte – und dessen Knie zum gleichen Zeitpunkt offenbar schlimmer lädiert war. Also: Weitermachen.

Deichmann schon „vor dem Plan“

Geplant ist jeden Tag ein Triathlon von 9. Mai bis zum 5. September. 3,8 Kilometer Schwimmen im Rothsee, 180 Kilometer Radfahren durch den Landkreis Roth und 42 Kilometer Laufen zwischen Büchenbach, Roth und Main-Donau-Kanal. Die ersten vier Tage „waren hart“, sagt Deichmann. Er verbucht sie als Anpassungsphase. Dann ging es „jeden Tag ein bisschen schneller“. Eigentlich hätte der 37-Jährige damit gerechnet, dass die Adaption länger dauert, etwa zehn Tage. Daher sei er nun schon „vor dem Plan“.

Der neue Plan: „Unter 13 Stunden“



Die Prozesse des Extremsportlers werden effizienter, er hat eine Routine entwickelt: Die Strecke pro Tag wie angestrebt in zwölf Stunden zu absolvieren, auch, um genügend Zeit für die Regeneration zu haben, ist nicht möglich. Dafür sei der Challenge-Kurs zu windanfällig, es gebe zu viele Höhenmeter. Der neue Plan: „Unter 13 Stunden“, sagt Deichmann. Zuletzt schwamm der gebürtige Stuttgarter in 1:17, lief in 4:55 und bewältigte die Radstrecke in 6:22 Stunden.

Jonas Deichmann bekommt besondere Unterstützung

Die Begeisterung, die ihm am Starttag entgegen brandete, ebbt nicht ab. Am Donnerstag kam ein Enthusiast aus Italien. Acht Tage fuhr er mit seinem Fahrrad über die Alpen nach Roth, um mit Deichmann über die Challenge-Strecke zu brausen. Während seines Runs am Kanal lief ein Ausdauersportler aus dem schweizerischen St. Gallen mit.

Und die Rother? „Sind sowieso immer dabei“, freut sich ein nimmermüder Deichmann. „120 Triathlons – ich bin voll auf Kurs.“

DK