Hilpoltstein

Eine Stahl-Gredl für den Gredl-Radweg

Reiter-Stiftung und Hilpoltsteins Museums- und Heimatverein verwandeln Idee in tonnenschwere Realität

15.06.2022 | Stand 15.06.2022, 15:23 Uhr

Ein Denkmal gesetzt wurde der Lok Typ D VII, die 1887 erstmals auf der Strecke von Roth nach Greding fuhr. Nachdem 1974 der Personenverkehr zwischen Hilpoltstein und Thalmässing eingestellt worden war, entstand 2006 auf der alten Trasse ein asphaltierter Radweg, dessen Beginn in Hilpoltstein nun die stählerne Lok markiert. Foto: Tschapka

Von Tobias Tschapka

Hilpoltstein – Am Beginn des Gredl-Radwegs gleich neben dem Hilpoltsteiner Altstadtring ist einigen Tagen das Bildnis einer historischen Eisenbahn zu bewundern. Gut eine Tonne schwer und aus 20 Millimeter dickem Stahl, zeigt es das Abbild der königlich-bayerischen Staatsbahn „Lok Typ D VII“ von Krauss Maffei, annähernd im Maßstab 2:1. Im Jahr 1887 fuhr diese Lokomotive erstmals auf der Strecke von Roth nach Greding. Über 100 Jahre später wurde ihr nun ein Denkmal gesetzt.

Die Idee dazu entstand vor gut einem Dreivierteljahr am „MuH-Stammtisch“, an dem sich die Mitglieder des Museums- und Heimatvereins regelmäßig austauschen. Letztlich hatte Helmut Reiter den Einfall für ein Modell der „Gredl“ aus Stahl. Dieter Popp kam wiederum auf die Idee, sich an Otto Krauß, den ehemaligen Werkleiter der Klingele Papierwerke zu wenden – vielleicht kenne der ja noch jemand in seinem alten Unternehmen, der zunächst einmal ein Modell aus Pappe erstellen könne. So entstand eine Pappschablone des Zuges nach Originalzeichnungen aus dem Bundeseisenbahnmuseum in Berlin. Und nach einigen Umwegen fand man auch ein Unternehmen, das die Idee umsetzen konnte: die Firma Jura-Stahl GmbH aus Burgsalach.

Jetzt steht das auffällige Werk genau dort, wo früher die Züge rollten. Eine Tafel daneben informiert über technische Details der „Typ D VII-Lok“ und den geschichtlichen Hintergrund: dass der Personenverkehr zwischen Thalmässing und Greding im Jahr 1972, also vor genau einem halben Jahrhundert, und 1974 dann auch zwischen Hilpoltstein und Thalmässing eingestellt worden war, ehe 2006 auf der alten Trasse ein asphaltierter Radweg bis Thalmässing entstand.

Die Kosten in Höhe von knapp 5000 Euro trägt die Reiter-Stiftung, die Kosten für das Fundament und die Aufstellung übernahm die Stadt Hilpoltstein. Bürgermeister Markus Mahl lobte das Engagement der Stiftung, denn ohne sie wäre dieses Kunstwerk nicht entstanden – „und manch anderes auch nicht“, schob der Rathauschef nach. „Wenn private Initiativen solche Projekte realisieren, stellt das auch für die Stadt einen Anreiz da, Geld in die Hand zu nehmen für mehr Kunst im öffentlichen Raum.“

HK