Hilpoltstein

Eine Insel der Glückseligen mit Chili-Würze: Offizielle Amtseinführung von Direktorin Sigrid Fehn

01.07.2022 | Stand 01.07.2022, 17:44 Uhr

Eine Schultüte in den Stadtfarben bekommt Sigrid Fehn (rechts) von der Elternbeiratsvorsitzenden Beatrix Gerlach überreicht.

Von Tobias Tschapka

Hilpoltstein – Schon zu Beginn des zweiten Schulhalbjahrs im Februar hat Sigrid Fehn die Nachfolge der bisherigen Direktorin des Hilpoltsteiner Gymnasiums, Anja Hilbert, übernommen. Am Freitagabend folgte nun auch die offizielle Amtseinführung. Fehns Stellvertreter Oliver Oppitz, der durch die rund eineinhalbstündige Feierstunde führte, begrüßte die Gäste aus der Politik und die Mitglieder der gesamten Schulfamilie, zu der er auch die vielen Vertreter der anderen Hilpoltsteiner Schulen zählte.

Mit einem humorvollem „Eignungstest“ begann das umfangreiche Programm, bei dem die neue Direktorin im Stil von „Wer wird Millionär?“ einige Fragen beantworten musste. Nach einem Stück der Bigband des Gymnasiums unter der Leitung von Simon Benz (später sollten auch noch die Lehrerband und einer Zauberkünstlerin aus der sechsten Jahrgangsstufe einen Auftritt haben) sprach der Personalratsvorsitzende Stefan Gaul.

Dieser beschrieb den Schock der Lehrerschaft, als sich im Dezember herumsprach, dass Anja Hilbert die Schule verlassen und Direktorin des Schwabacher Wolfram-von-Eschenbach-Gymnasiums werden wollte. Der Schock habe sich inzwischen gelegt, so Gaul, denn Fehn konnte die Lehrer schnell mit ihrer Gelassenheit, Geduld und Herzlichkeit für sich gewinnen.

Auch die Rede der Elternbeiratsvorsitzenden Beatrix Gerlach fiel sehr herzlich aus, wobei Gerlach aber auch ihre Hoffnung zum Ausdruck brachte, dass nach der langen Umbauphase am Schulgebäude und der Unruhe, die die Pandemie mit sich gebracht habe, mit dem Amtsantritt der neuen Direktorin nun wieder „eine Zeit der Kontinuität“ am Gymnasium beginnen würde.

Ihre Tochter, Schülersprecherin Carla Gerlach, hieß die neue Schulleiterin ebenso herzlich willkommen, wünschte ihr ein stets offenes Ohr und Nervenstärke, und überreichte im Namen der Schüler ein Chilibäumchen „für würzige Momente im Schulalltag“.

Für Hilpoltsteins Bürgermeister Markus Mahl ist es „kein Wunder“, dass Sigrid Fehn nach sieben Jahren als stellvertretende Schulleiterin am Nürnberger Martin-Behaim-Gymnasium nach Hilpoltstein wechseln wollte, „denn schließlich findet sie hier ja die Insel der Glückseligen“. Er überreichte ihr – passend zum regnerischen Wetter – einen Regenschirm in den Hilpoltsteiner Stadtfarben, sowie einen Beutel mit Fair-Trade-Produkten, schließlich sei Hilpoltstein eine Fair-Trade-Stadt. „Und übrigens: So einen Titel können sich auch Schulen verdienen“, fügte der Rathauschef hinzu.

Landrat Herbert Eckstein betonte im Anschluss die Vielfalt der Aufgaben, die die Leitung einer Schule mit sich bringt. „Kein Tag ist gleich, weil Sie jeden Tag mit anderen Menschen und mit anderen Befindlichkeiten zu tun haben“, sagte Eckstein. Da sei es nicht leicht, immer nett zu sein und immer die richtigen Worte zu finden. „Führung ist eine Herausforderung, vor allem dann, wenn man dabei auch Leitplanken setzen will.“

Der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Mittelfranken, Martin Rohde, war an diesem Tag verhindert, daher bat er Rudolf Kleinöder, den Schulleiter des Rother Gymnasiums, die Rede anlässlich der Amtseinführung von Sigrid Fehn zu halten. „Eine Chance für mich, vor einer Versammlung zu sprechen, die nicht gleich den Saal verlässt“, scherzte Kleinöder über die Tatsache, dass ihm genau das bei der Rother Abiturfeier passiert war. Er blickte auf den Werdegang der neuen Hilpoltsteiner Direktorin zurück und zitierte aus Beurteilungen, die sie als freundlich, geradlinig, kommunikativ und spontan beschreiben. Darüber hinaus sei sie entscheidungs- und entschlussfreudig, hochmotiviert, und bringe sich in allen Bereichen mit höchster Energie ein. Dabei sei sie auch immer sozial und kollegial eingestellt und genießt bei Schülern, Eltern und Kollegen gleichermaßen ein hohes Ansehen. „Und das kann ich bestätigen, da ich Frau Fehn seit über 40 Jahren aus gemeinsamen Studienzeiten kenne“, so Kleinöder.

Zum Schluss des offiziellen Teils ergriff Sigrid Fehn selbst das Wort und zitierte den Grundsatz des aus dem 17. Jahrhundert stammenden Pädagogen Comenius: „Schulen sind Stätten der Menschlichkeit.“ Demnach gehe es nicht vorrangig um Stoffvermittlung oder Berufs- oder Studiervorbereitung, so Fehn. „Speziell Gymnasien haben den Auftrag zur Allgemeinbildung in vertiefter Form, die das menschliche Leben des Einzelnen wie auch das der Gemeinschaft bereichert. Und genau dies den jungen Menschen zu vermitteln, das ist unser Job.“

HK