Triathlon-Debüt
Challenge Roth: Eishockey-Legende Zdeno Chara bringt sich in Form für die Langdistanz

19.05.2024 | Stand 20.05.2024, 16:30 Uhr

Von 2006 bis 2020 war Zdeno Chara der Kapitän der Boston Bruins und gewann 2011 den Stanley Cup. Foto: Imago Images

Er misst stolze 2,06 Meter, war zu seiner aktiven Zeit bei den Boston Bruins gefürchtet und als Eishockey-Verteidiger unter anderem als Kapitän der Meistermannschaft von 2011 so erfolgreich, dass seine Aufnahme in die Hall of Fame der NHL nur noch eine Frage der Zeit ist.



Die Rede ist von Zdeno Chara. Der 47-jährige Slowake hat sich nach dem Karriereende vor zwei Jahren anderen Zielen verschrieben: „Big Z“ macht jetzt Ausdauersport. Am 7. Juli will er beim Challenge Roth seinen ersten Langdistanz-Triathlon absolvieren.

Herr Chara, der Challenge Roth steht vor der Tür. Wie laufen die Vorbereitungen?
Zdeno Chara: Ziemlich gut. Ich bin gerade dabei, mein Volumen bei den Rad-Sessions zu erhöhen. Die Temperaturen hier in und um Boston, wo ich nahezu mein ganzes Trainingsprogramm durchziehe, waren lange ziemlich kühl, nachts etwa null Grad, tagsüber zehn. Ich baue dennoch Tag für Tag mit positiver Einstellung auf, zuletzt ja beim Laufen.
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Sie sind den Boston-Marathon gelaufen, danach den London-Marathon in 3:11:04 Stunden und damit in neuer Bestzeit
Chara: Es war meine Bestzeit in einem Major, in Houston war ich schon mal schneller. Aber ja, es ist bei so einem großen Event nicht immer ganz einfach. Auf und neben der Strecke ist viel los, mal ist die Strecke kurvig, alles Faktoren, die es zu beachten gilt. Dass ich aber meine persönliche Bestzeit verbessere: Das ist immer mein Ziel.

Sie waren ein sehr erfolgreicher Eishockeyspieler, dann die Transformation zum Ausdauersportler. Wie ging die vonstatten?
Chara: Als Hockeyspieler ist das Training ziemlich auf die Maximalkraft ausgelegt und darauf, diese so oft wie möglich zu wiederholen. Beim Ausdauersport muss man den Schalter umlegen: von explosiv zu gleichmäßig. Es ist ein schmaler Balanceakt: einerseits, Höchstleistungen abzuliefern, und auf der anderen Seite, sich selbst nicht in Gefahr zu bringen, zum Beispiel durch Dehydrierung.
Warum setzen Sie sich der Gefahr aus? Sie könnten sich als eine Eishockey-Legende entspannt zur Ruhe setzen…
Chara: Ich habe es schon immer genossen, zu laufen und Fahrrad zu fahren. Auch schon, als ich als aktiver Hockeyspieler trainiert habe. Nachdem ich zurückgetreten bin, wollte ich mich in Form halten. Und so führte eigentlich eines zum anderen.

Und jetzt der Challenge Roth. Wie kam es dazu?
Chara: Ein Freund von mir meinte: Dieses Rennen ist ikonisch, eines der berühmtesten weltweit. Ich habe mir Videos angeschaut und dann beschlossen: Das willst du auf deiner Liste haben.

Wie sind die Pläne, wann kommen Sie nach Roth?
Chara: Ein paar Tage vor dem Rennen wollen wir nach Deutschland kommen, um uns zu akklimatisieren und den Kurs kennenzulernen. Noch ist nicht alles geplant. Beispielsweise ist es noch offen, wo wir übernachten.

Die Verständigung sollte klappen: Sie sprechen acht Sprachen, darunter Deutsch...
Chara: Ja, ich hatte Deutsch früher in der Schule. Aber na ja, wie das so ist: Ich verstehe noch ein paar Wörter, ein paar Sätze. In Deutschland selbst war ich schon ein paarmal, unter anderem bei der Eishockey-WM, für Ausflüge oder das Abschiedsspiel meines ehemaligen Teamkollegen Marco Sturm.

Eine deutsche Phrase, die Sie aus Roth mitnehmen könnte, wäre: Solarer Berg – ein besonders neuralgischer Punkt beim Challenge.
Chara: Oh ja, ich habe Eindrücke auf Videos gesehen. Es sieht aus wie bei der Tour de France. Wirklich bemerkenswert.

Herr Chara, haben Sie ein spezielles Ziel beim Challenge?

Chara: Mein Ziel Nummer eins ist, zu finishen. Es wird ja mein erstes Full-Distance-Event. Also will ich bescheiden bleiben und mit positiven Gefühlen an die Sache rangehen.