Ingolstädterinnen in Not

Wie die Polizei zwei Verirrte aus der Nöttinger Viehweide rettet

Ortung über „what3words“ bewahrt Ingolstädter Seniorinnen vor schlimmer Nacht

24.01.2023 | Stand 25.01.2023, 11:57 Uhr

Die Nöttinger Viehweide ist immer einen Spaziergang wert. Am Montagabend verirrten sich dabei zwei Ingolstädterinnen im Wald. Sie konnten zum Glück rechtzeitig gerettet werden. Foto: Rossmann

Glück im Unglück und Gottseidank das Handy dabei hatten zwei Ingolstädter Seniorinnen, als sie sich am Montagnachmittag auf einen Spaziergang durch die Nöttinger Viehweide bei Geisenfeld machten. Die beiden verirrten sich im Wald, konnten aber rechtzeitig gefunden werden.



Die 77 und 78 Jahre alten Frauen verloren laut Polizeibericht im Laufe ihres Spaziergangs die Orientierung und versuchten bei einsetzender Dunkelheit so schnell wie möglich aus dem Wald zu gelangen. „Dabei verließen sie den Hauptpfad durch die Heide“, beleuchtet der Geisenfelder Dienststellenleiter Stefan Wallner den Vorgang. „Im Wald sieht nachts alles gleich aus. Da kennt sich irgendwann keiner mehr aus, wenn er zweimal im Kreis geht.“

Zu allem Überfluss durchquerten die Frauen auf der Suche nach dem richtigen Weg auch noch einen Graben – und waren danach völlig durchnässt. Ohne Ausweg in Sicht wurde die Lage somit prekär. „Schließlich war es in der Nacht eiskalt“, berichtet Wallner weiter. Im schlimmsten Fall hätten die Seniorinnen sogar erfrieren können. „Weil nichts passiert ist, hört sich das alles eher lustig an“, kommentiert der Geisenfelder Polizeichef den Vorgang. „Aber das hätte wirklich schlimm enden können.“

Auf Notsituation gut vorbereitet



Zum Glück waren die zwei Frauen auf eine Notsituation gut vorbereitet. Als sie keinen Ausweg mehr sahen, zückten sie das Handy und riefen bei der Rettungsleitstelle, also die Notrufnummer 112 an. „Das war genau richtig“, lobt Wallner. Die Mitarbeiter der Leitstelle können in solchen Fällen beruhigen, gute Ratschläge geben und geeignete Rettungskräfte alarmieren. In diesem Fall, so Wallner, habe noch eine weitere Tatsache mitgeholfen, die Frauen schnell in Sicherheit und ins Trockene zu bringen. Auf dem Handy hatten sie nämlich die App „what3words“ installiert. Dabei handelt es sich um die einfachste Art, Orte punktgenau zu finden.

Das System hat die Welt in drei mal drei Meter große Quadrate aufgeteilt – und jedem dieser Quadrate eine Dreiwortadresse zugeteilt. Diese Adresse konnten die Frauen den Mitarbeitern der Rettungsleitstelle und somit auch den Beamten der Geisenfelder Inspektion mitteilen. „Dann ging alles ganz schnell“, berichtet Wallner. Die Kollegen fuhren raus, erreichten die Stelle nach kurzer Suche – und retteten die Ingolstädterinnen aus ihrer misslichen Lage inmitten der Nöttinger Viehweide. „Sie waren tropfnass, aber unverletzt. Es ist überhaupt nichts passiert“, sagt Wallner. „Aber letzten Endes nur, weil sie ihr Handy dabei hatten und es auch rechtzeitig benutzt haben.“

Sinnvolle moderne Technik



Was passiert wäre, hätten sie das Gerät im Auto oder daheim liegen gelassen, mag sich der Dienststellenleiter nicht ausmalen. „Womöglich wäre es ein riesiger Einsatz geworden. Falls Angehörige die Frauen überhaupt als vermisst gemeldet hätten“, sagt er. Vielleicht wären sie dann nicht rechtzeitig gefunden worden. „Oder wir hätten von dem ganzen Dilemma erst gar nichts erfahren. Manchmal sei moderne Technik tatsächlich sinnvoll, resümiert Wallner. Schließlich sei es nicht fahrlässig oder falsch, am Nachmittag in einem Wald spazieren zu gehen.

pat