Geisenfeld

Volksfest: Neuer Festwirt und Stadt ziehen positive Bilanz – Kritik am Programm wird noch besprochen

22.09.2022 | Stand 22.09.2022, 18:00 Uhr

Für den neuen Festwirt Franz Widmann (Foto oben) endet mit dem Abbau die diesjährige Saison. Foto: Kraus

Geisenfeld – Trotz des durchwachsenen Wetters fällt die Bilanz zum Geisenfelder Volksfest heuer weitestgehend positiv aus: Die Stadt Geisenfeld als Organisator zeigt sich ebenso zufrieden wie der neue Festwirt Franz Widmann und die meisten Fieranten.

„Wir können mit dem Ablauf und dem Zuspruch sehr zufrieden sein“, sagt Geisenfelds Bürgermeister Paul Weber (USB), der allen dankt, die zum Gelingen beigetragen haben. Insbesondere Freitag, Samstag, Sonntagmittag und der Seniorennachmittag am Montag seien sehr gut besucht gewesen, so Weber. Er habe, was Essen und Service betrifft, auch viele positive Rückmeldungen zum neuen Festwirt bekommen.

Auch dessen erstes Resümee fällt positiv aus: „Es ist gut gelaufen“, sagt Widmann. Das Zelt sei jeden Abend (zumindest phasenweise) voll gewesen. Auch wenn der Ausschank verglichen mit dem Volksfest von 2019, bei dem noch Burkhard Greiner das Festzelt betrieben hatte, etwa um fünf bis sieben Prozent niedriger gewesen sei. „Das war wohl hauptsächlich dem Wetter geschuldet“, so Festwirt Widmann. An einigen Tagen war es nämlich kalt und verregnet. „Das hat die Geisenfelder aber nicht davon abgehalten, auf ihr Volksfest zu gehen“, sagt der Landshuter. Und ein schwächelnder Montag sei nicht ungewöhnlich. Was genau das alles für den Umsatz bedeutet, kann er noch nicht sagen: Ein Kassensturz stehe noch aus.

Gespräche mit Blick auf 2023 angekündigt

Nach diesem Einstand wünscht sich Widmann jedenfalls ein Wiedersehen mit den Geisenfeldern: „Wir sind von Anfang an gut aufgenommen worden und würden es nächstes Jahr gerne wieder machen“, sagt er mit Blick auf eine erneute Bewerbung für 2023. „Vielleicht müsste man aber an ein paar Ecken noch etwas schrauben“, sagt er. Vom Programm her. Und vom Termin: Er fände ein Volksfest, das einen Tag vorverlegt wird (also von Donnerstag bis Montag) besser. Ob das überhaupt machbar ist, bleibt offen: „Wir werden uns über dieses Thema unterhalten“, sagt dazu Bürgermeister Weber knapp.

Auch, was das besagte Programm betrifft, gibt es offenbar Gesprächsbedarf: Dass nach dem Auszug die Partyband gleich lautstark durchstartet, stieß auf gemischte Reaktionen. Gleiches gilt für den Montag, an dem es statt des etablierten Tanzabends zum Schwofen heuer Blasmusik gab, bei der keine rechte Stimmung aufkommen wollte. Und seitens der Familien wurde das Kasperltheater zum Kindernachmittag vermisst. Das stattdessen geplante Kinderprogramm ist kurzfristig ausgefallen. „Wir werden solche Themen in Ruhe intern diskutieren und uns dann mit dem Festwirt zusammensetzen“, sagt Weber mit Blick auf diese von Besuchern vorgebrachten Kritikpunkte.

Gemischte Bilanz bei Fieranten und Schaustellern

Und die Schausteller? Bei diesen zeigten sich die allermeisten „angesichts der Wetterumstände zufrieden“. Natürlich habe die abendliche Kälte viel Umsatz gekostet, aber wenigstens sei man zu den Hauptzeiten von Regen weitgehend verschont geblieben, meinten etwa Paul Ortner vom Kindersportkarussell und Bruno Noli, der mit seinem Autoscooter schon seit Jahrzehnten nach Geisenfeld kommt. Ins selbe Horn stießen Patrick Zinnecker vom Roll Over und auch Janine Neigert vom Hawaii Swing. Sie bedankt sich bei der Stadt auch dafür, „dass wir noch kurzfristig ein paar Tage vorher einen Standplatz auf dem Volksfest bekommen haben“. Alle befragten Schausteller lobten im Übrigen die gute Organisation unter dem neuen städtischen Volksfestsachbearbeiter Michael Kuchenbuch. So richtig unzufrieden äußerte man sich lediglich beim Geisenfelder Fischerring. Habe man in den Jahren bis 2019 immer weit über 800 Kilogramm Makrelen verkauft, so seien es dieses Mal nur so etwa 600 Kilogramm gewesen, bilanzierte für die Fischer Ernst Lachermeier. Woran es gelegen hat, kann auch er nicht so genau sagen. Vielleicht, so eine Theorie, seien heuer besonders viele Volksfestbesucher neugierig auf die neue Festküche gewesen.

Nur vier Polizeieinsätze an fünf Tagen

Positiv fällt das Volksfest-Fazit der Geisenfelder Polizei aus: „Polizeilicherseits hatten wir einen ruhigen Verlauf“, sagt der stellvertretende Inspektionsleiter Reiner Lindner. Die Beamten mussten kaum eingreifen – ein Trend, der sich heuer schon beim Paarfest und beim Wolnzacher Volksfest abgezeichnet hatte. Unmittelbar auf dem Volksfestgelände gab es laut Lindner nur vier Einsätze in fünf Tagen, davon zweimal wegen Handgreiflichkeiten, einmal wegen eines pöbelnden Betrunkenen, der einen Platzverweis sowie seitens der Stadt ein Betretungsverbot erhielt, sowie eine stark alkoholisierte Besucherin, die in der Ilm badete – und offenbar medizinisch Hilfe brauchte. Im weiteren Umgriff des Volksfests zählt die Polizei sechs weitere Einsätze – darunter eine Schlägerei in einem Lokal, drei Diebstähle, eine Fahrerflucht sowie eine infolge übermäßigen Alkoholkonsums hilflose Person. Hinzu kommen zwei registrierte Trunkenheitsfahrten, die wohl mit dem Volksfest in Zusammenhang stehen.

mck/kog



mck/kog