Geisenfeld

Veranstaltungssaal und Medienzentrum

Sanierung des Klosterbräustadels: Architekt stellt im Stadtrat ersten Entwurf vor – Vordach kommt weg

24.07.2022 | Stand 09.08.2022, 15:00 Uhr

Skizze: Raith Architekten GmbH

Von Gerhard Kohlhuber

Geisenfeld – Ein Medienzentrum samt Büro im Parterre und ein Veranstaltungssaal für bis zu 199 Besucher sowie ein Raum für Vereine im Obergeschoss – darauf wird es bei der Sanierung des Klosterbräustadels aller Voraussicht nach hinauslaufen. Einen ersten Entwurf stellte das beauftragte Planungsbüro dem Geisenfelder Stadtrat am Donnerstag vor – noch ohne Kosten zu nennen.

Die Vorstellung der noch sehr vorläufigen Planung übernahm in der Sitzung Norbert Raith, Chef des Kelheimer Planungsbüros, das im September 2021 den Zuschlag für die Planungsleistungen erhalten hatte – als Ergebnis einer europaweiten Ausschreibung. Bekanntlich hatte sich der Stadtrat im Oktober 2020 mit 17 zu acht Stimmen für eine Sanierung des Stadels und damit gegen einen Abriss und einen Neubau entschieden. In erster Linie, weil man nur durch eine Sanierung in den Genuss von Fördermitteln kommt – 60 Prozent der förderfähigen Kosten wurden hier von der Regierung von Oberbayern in Aussicht gestellt.

Mit Angaben zu irgendwelchen Kosten hielt sich der verantwortliche Planer am Donnerstagabend aber noch zurück. Bevor man hierzu irgendetwas Fundiertes sagen könne, müsse man erst abwarten, zu welchen Ergebnissen die im Mai beauftragten Fachplaner – etwa für Heizung/Lüftung/Sanitär oder Elektro – kommen, so Norbert Raith. „Wenn ich hier jetzt etwas sage, verfolgt mich bis zur Fertigstellung der Fluch der ersten genannten Zahl“, erklärte augenzwinkernd der Architekt, der stattdessen mit vielen Vorher-Nachher-Fotos die große Erfahrung seines Büros bei solchen Sanierungsprojekten herausstellte.

Was lässt sich also schon sagen? Bei der Außengestaltung soll in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege auf das jetzt noch vorhandene, aber historisch nicht wertvolle Vordach verzichtet werden. Neu sind sechs Gauben (siehe Skizze unten), die im Obergeschoss für natürliches Licht sorgen. Südlich angrenzend – in Richtung Bäckerei Escheu – soll eine Terrasse angebaut werden – eventuell in Verbindung mit einer kleinen Cafeteria.

Innen soll es wohl bei dem eingangs angesprochenen Grundkonzept bleiben, wobei sich der Zugang zum Gebäude dort befinden wird, wo jetzt das Holztor ist – also links, wenn man vom Sparkassen-Parkplatz auf das Gebäude blickt. Ein Aufzug führt hoch zum Veranstaltungssaal, dem ein Foyer mit Bewirtungsmöglichkeit sowie ein Küchenbereich angegliedert sein werden. Ganz oben, unter dem Dachspitz, kann sich der Planer ein mit dem Aufzug erreichbares Stuhllager gut vorstellen.

Was das Erdgeschoss angeht, so soll in diesen Bereich bekanntlich die Stadtbücherei einziehen. Wobei mehrere Räte wie Josef Finkenzeller (FW) oder Günter Haslbeck (BLG) deutlich machten, dass im Digitalzeitalter eher an ein Medienzentrum oder ein interaktives Besucherzentrum mit Treffpunkt- und Erlebnisfunktion gedacht werden müsse. „Wir wollen das Analoge und das Digitale miteinander verbinden und auch den Wünschen nach Interaktivität Rechnung tragen“, versprach der federführende Architekt, der auch auf die komplette Barrierefreiheit des Gebäudes hinwies.

Zu Fragen bezüglich des Heizungskonzeptes – etwa von Karl Steinberger (FW) – ließ Raith wissen, dass man die Ergebnisse des Fachplaners abwarten müsse. Es würden dabei aber auch Möglichkeiten für eine Wärmeverbundslösung unter Einbeziehung der beiden Rathäuser geprüft. Ein weiteres noch zu lösenden Problem, auf das Erich Erl (FW) hinwies, ist die Schaffung von Stellplätzen. Alleine etwa 90 von diesen werden für die neu angedachten Nutzungen benötigt.

Insgesamt, so wurde in der Diskussion deutlich, zeigte sich das Ratsgremium mit dem ersten Entwurf aber recht zufrieden. Mit konkreteren Angaben, so Architekt Raith, könne er dann wohl im Spätherbst aufwarten.

GZ