Tierherberge Pfaffenhofen
„Unvermittelbar“: Es gibt Tiere wie Meerschweinchen Ludwig, die ein Leben lang im Tierheim bleiben

17.12.2023 | Stand 17.12.2023, 12:34 Uhr

Meerschweinchen Ludwig hat eine Kieferfehlstellung – was regelmäßige Tierarztbehandlungen bedeutet. Wegen der Kosten dafür gilt er als unvermittelbar. Foto: Bendisch

In der Pfaffenhofener Tierherberge warten viele Tiere auf ein neues Zuhause. Es gibt aber auch welche, die als schwer vermittelbar oder sogar unvermittelbar gelten – und wohl den Rest ihres Lebens in der Obhut des Tierschutzvereins verbringen werden.



Einer von ihnen ist Meerschweinchen Ludwig. Sein Zuhause hat der kleine Ludwig schon gefunden: Das noch ganz junge Meerschweinchen wird wohl für immer in der Pfaffenhofener Tierherberge bleiben. Ludwig wurde mit einer Kieferfehlstellung geboren, was bedeutet, dass seine Zähne regelmäßig vom Tierarzt nachgeschliffen werden müssen, damit er normal fressen kann.

Hohe Folgekosten schrecken Interessenten ab



Das Kerlchen ist bis auf sein Zahnproblem gesund und munter; vermitteln kann man es aber nicht, denn die immer wieder anfallenden Kosten würde sicher kein Interessent in Kauf nehmen. Auch Meerschweinchen Muffin aus der Kleintierstation ist beeinträchtigt: Wegen der schwachen Muskulatur in den Hinterbeinen läuft es langsam und ungeschickt. Und dann ist da noch der betagte Peter, einfach ein Oldie, der seine Ruhe haben möchte. „Sie sollen alle drei hierbleiben, denn woanders kämen sie nicht zurecht“, sagt Betreuerin Doris Siegenthaler-Braun, „hier kennen sie sich aus und sie fühlen sich in ihrem kleinen Rudel wohl“. Immer wieder gibt es Bewohner – Katzen, Hunde, Kleintiere, Vögel – die der Tierherberge bis zu ihrem Lebensende erhalten bleiben. Sie gelten als schwer oder gar nicht vermittelbar.

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Es gibt viele Gründe für „Unvermittelbarkeit“



Die Gründe sind vielfältig: chronische Krankheiten, Behinderungen, Aggressivität durch schlechte Behandlung, hohes Alter und manchmal auch „mangelnde Schönheit“. Um den Lebensabend dieser Schützlinge so angenehm wie möglich zu gestalten, bietet der Tierschutzverein die Möglichkeit von Patenschaften an.

Paten finanzieren Futter, Betreuung und Medikamente



Jede finanzielle Hilfe ist willkommen und die monatlichen Beiträge – sie liegen im Ermessen des Paten – werden für Futter, Betreuung, Medikamente und ärztliche Versorgung der Tiere verwendet. Dazu Vereinsvorsitzende Manuela Braunmüller: „Eine Patenschaft kann auch ein schönes Geschenk für einen Tierfreund sein – vielleicht als Idee zu Weihnachten?“ Weitere Informationen zu den Patenschaften finden Interessenten auf der Homepage des Tierschutzvereins Pfaffenhofen unter www.tierherberge-paf.de.

bti