Pfaffenhofen

Patienten der Danuvius-Klinik spenden 500 Euro von Postkarten-Aktion

Früher bekam sie selbst Unterstützung von „Familien in Not“, nun will eine Klientin zurückgeben

17.12.2022 | Stand 17.12.2022, 15:00 Uhr

Eine besondere Spende: 500 Euro haben die Patienten der Danuvius-Klinik mit ihren Schildern und Postkarten gesammelt. Simone Rasche (links) und Petra Dockendorf von der Ambulanz überreichten jetzt mit Geschäftsführer Niclas Schöps (rechts) die Spende an Hermann Heubeck vom Verein Familien in Not. Foto: Brenner

Pfaffenhofen –Erst wurde ihr geholfen, jetzt kann sie selbst helfen: Für eine Patientin der Danuvius-Klinik ist die Spende an den Pfaffenhofener Verein Familien in Not so etwas wie ein persönliches Weihnachtsgeschenk. Und zwar, weil sie es selbst schenken darf. „Der Verein hat mir vor Jahren in einer extrem schwierigen Situation geholfen.“ Sie sei mit mehreren Kindern plötzlich in eine Notlage gekommen, berichtet sie. Sogar Weihnachtsgeschenke für ihre Kinder seien ihr gebracht worden, zudem habe der Verein sie finanziell gestützt. Nur so habe sie wieder einen Job finden können.

Umso mehr bedeute es ihr, nun etwas zurückgeben zu können. Und das auch noch durch eigene Werke. Denn die acht Teilnehmer des wöchentlichen Erzählcafés der Klinik haben Schilder und Postkarten gebastelt, die dann gegen Spenden abgegeben wurden. Insgesamt 500 Euro haben die Patienten so für den guten Zweck zusammengebracht. „Da war sogar ein Patient, der selbst kaum Geld hat und trotzdem zehn Euro gegeben hat“, erzählt Kunsttherapeutin Petra Dockendorf. „Das hat ihm finanziell bestimmt wehgetan.“ Doch die Spendenaktion tut den Patienten vor allem gut, auch weil sie sich im Erzählcafé sicher fühlen, erklärt Dockendorf. Dort sei Vertraulichkeit entstanden, „ein Verständnis füreinander und für die Probleme der anderen“.

Dieses Verständnis sei in der Gesellschaft nicht unbedingt überall angekommen. „Ich würde gerne meinen Namen sagen“, sagt eine Patientin. „Aber ich habe Angst, was mein Umfeld dazu sagen wird.“ In ihrem Bekanntenkreis sei durchaus noch von der „Klapse“ die Rede. Das verletze. Auch Geschäftsführer Niclas Schöps sagt: „Unser Einzugsgebiet geht bis nach hinter München.“ Manche Patienten würden lieber länger fahren als erkannt zu werden. Da gelte es weiterhin, „Schwellen abzubauen“.

dbr