Mit Leidenschaft zum Staatspreis
Innungsbester kommt aus Münchsmünster

26.10.2023 | Stand 26.10.2023, 19:30 Uhr

Zum hervorragenden Ausbildungsergebnis gratulierte Sebastian Pfister (links) neben seinem Vater und Ausbilder Gerhard Halbauer auch Münchsmünsters Bürgermeister Andreas Meyer (rechts). Pfister hatte als Innungsbester die Metzgerausbildung abgeschlossen und dafür einen Staatspreis bekommen. Foto: Lamprecht

Auszubildende, zumal solche, die Metzger werden möchten, sind ein rares Gut. Wenn der Azubi dann auch noch für sein Handwerk brennt, sich einbringt und trotz verkürzter Lehrzeit Bestnoten erzielt, dann ist das für einen Betrieb ein echter Glücksfall.

Einen solchen Glücksfall von unerwarteter und doch naheliegender Seite hat die Metzgerei Halbauer aus Münchsmünster erlebt: Der Sohn von Chef Gerhard Halbauer, Sebastian Pfister, hat die Lehre zum Metzger in nur zwei statt drei Jahren als Innungsbester abgeschlossen und dafür den Staatspreis für hervorragende Leistungen an der Berufsschule eingeheimst.

Dass der 25-Jährige nun in die Fußstapfen des Vaters tritt, hätte vor einigen Jahren allerdings noch niemand erwartet.

Spät die Liebe zum Metzgerhandwerk entdeckt

Direkt nach der Schule begann Pfister, wie er erzählt, eine Lehre zum Fluggerätemechaniker, machte dann das Abitur nach und begann ein Studium. „Ich habe aber gemerkt, dass es das irgendwie nicht ist“, sagt er und erzählt, wie er begonnen hat, im Familienbetrieb mitzuarbeiten und dort seine Liebe zum Metzgerhandwerk entdeckte.

Wenig später begann er beim Vater mit der Metzgerlehre, erzielte an der Berufsschule in Ingolstadt, als einer von gerade einmal acht Metzger-Azubis aus ganz Oberbayern, Bestnoten und wuchs immer mehr in das Handwerk, das er heute als „richtig tollen Beruf“ bezeichnet, hinein.

Entsprechend schade findet er es auch, dass momentan nur wenige junge Leute bei der Berufswahl in diese Richtung denken: „Der Beruf ist absolut zukunftssicher, denn Lebensmittel braucht man immer – egal welche Krise gerade herrscht. Dazu kommt, dass man ganz unmittelbar an der Kundenreaktion merkt, wenn man gute Arbeit geleistet hat. Das ist einfach auch ein sehr schönes Gefühl.“ Ihm habe die Ausbildung sehr viel Spaß gemacht und auch das Lernen für die Berufsschule sei ihm leicht gefallen. „Ich glaube, wenn man wirklich mit Spaß und Freude bei der Sache ist, dann geht das fast wie von selbst“, sagt er schmunzelnd.

„Weniger Fett, mehr Eiweiß“

Ein weiterer Punkt, der Pfister an seinem neuen Beruf begeistert, ist die Möglichkeit, eigene Ideen zu entwickeln: „Ich interessiere mich sehr für Ernährung und Fitness. Ich könnte mir auch gut vorstellen, da etwas in der Produktpalette zu entwickeln. Weniger Fett, mehr Eiweiß“, sagt er und wünscht sich: „Es wäre schön, wenn sich die Leute mehr mit dem Produkt, das sie auf dem Teller haben, auseinander setzten würden. Es mehr schätzen und vielleicht auch bewusster konsumieren. Das sind Lebensmittel und damit etwas Wertvolles und nicht so selbstverständlich wie das heute oft gesehen wird.“

Ganz konkret sind Pfisters Pläne, was die eigene Zukunft angeht: Im kommenden Jahr will er die Meisterschule machen. Danach soll der Betriebswirt folgen. „Dann bin ich für die Zukunft optimal aufgestellt, egal ob hier oder in der freien Wirtschaft. Aber ja, den Betrieb hier später zu übernehmen, ist definitiv eine Option.“