Die Geschichte der Bienen in Scheyern
Imkerverein feiert 100-jähriges Jubiläum

23.05.2024 | Stand 23.05.2024, 17:00 Uhr |

Pater Sturmius Wächterle ist der Gründer des Scheyrer Imkervereins, der in diesen Tagen sein 100-jähriges Bestehen feiert. Foto: Imkerverein Scheyern

Seit nunmehr 100 Jahren leistet der Imkerverein einen wichtigen Beitrag bei der Bestäubung der heimischen Natur im Gemeindegebiet Scheyern. Dieses Jubiläum wollen die Mitglieder im Rahmen der Scheyrer Gewerbeschau groß feiern. Ein Blick zurück in die Geschichte des Vereins.

Urvater Sturmius Wäckerle



Gegründet wurde der Verein am 9. November 1924. Bei der Gründungssitzung im Nebenzimmer der Klosterschenke haben sich damals gleich elf Personen als Mitglieder eingetragen. Zum Vorsitzender wurde Bruder Sturmius Wäckerle (Bild oben) vom Kloster Scheyern gewählt. Wäckerle war auch der Initiator der Vereinsgründung. Damals nannte man sich noch „Bienenzucht-Verein Scheyern mit Umgebung“. Als Aufnahmegebühr wurde eine Reichsmark festgelegt. Nach einem Jahr zählte man schon 25 Mitglieder. 1933 legte Wäckerle sein Amt nieder, neuer Vorsitzender wurde Michael Gruber aus Grainstetten, sein Stellvertreter Bonifaz Schwertfirm aus Edling. Aufzeichnungen über das Vereinsleben zwischen den Jahren 1934 bis 1951 gebe es leider keine, bedauern die Scheyrer Imker. 1952 legte Michael Gruber sein Amt als Vorsitzender wegen eines Wohnortswechsels nieder, heißt es in der Chronik.

Miserable Honigernten



Nun übernahm Georg Griebl den Vorsitz im Verein und im Kreis. Zweiter Vorsitzender blieb Schwertfirm. Auf Anregung des neuen Vorsitzenden wurde der Vereinsbezirk in verschiedene Betreuungsgebiete eingeteilt.

Im Jahr 1953 zählte man 70 Imker. Da es aber in den vorherigen Jahren nur noch miserable Honigernten gab, die zum großen Teil auf die damals verwendete Bienenart zurückzuführen war, wie es hieß, wurde beschlossen im Laufe der nächsten Jahre alle Bienenvölker von der nordischen Biene auf die Carnica-Biene umzustellen. Die Umsetzung erfolgte in den folgenden drei Jahren.

Nach dem Tod von Vorsitzendem Griebl, der sich auch im Kreisverband der Imker und für den Jungimkernachwuchs im Bundesgebiet engagiert hatte, übernahm Emil Grünewald aus Fernhag die Vereinsführung. Georg Eisenmann aus Scheyern wurde sein Stellvertreter.

Lücken in der Chronik



„Leider existieren von 1967 bis 2001 ebenfalls keine Unterlagen vom Verein“, bedauert der Verfasser des Rückblicks, der heutige Vorsitzende Helmut Hofmann. In der Jahreshauptversammlung 1989 übernahm dann Jakob Pfab den Posten des Vorsitzenden im Verein. Emil Grünewald fungierte als sein Stellvertreter. Johann Pfab übernahm die Führung der Scheyrer Imker im Jahr 2001.

Bei der Herbstversammlung stellte Hans Pfab den Antrag, den Bienenzuchtverein auf Imkerverein Scheyern umzubenennen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. 2004 feierte der Verein seinen 80. Geburtstag mit einen Tag der offenen Tür im Offiziersheim der ehemaligen Kaserne Scheyern. Bis 2017 blieb Hans Pfab der Erste Vorsitzende, bevor er sein Amt an Helmut Hofmann abgab. Aktuell sind 48 Mitglieder mit insgesamt rund 400 Bienenvölkern im Verein.

Ein neues Projekt



Das neueste Projekt der Scheyrer Imker: zusammen mit dem Kloster einen Bienengarten am Prielhof zu errichten. Für jeden zugänglich informieren dann dort Infotafeln, ein Insektenhotel, Bienenkästen und natürlich Bienenvölker über moderne und frühere Bienenhaltung.

PK