Pfaffenhofen

Wasserbeprobung im Feilenmoos: Ein Viertelliter Weiherwasser

Cornelia Teubner überprüft die Qualität der Badeseen im Feilenmoos – und berichtet, wie das abläuft

05.08.2022 | Stand 05.08.2022, 19:00 Uhr

Gummistiefel, Teleskopstab und Messbecher braucht Cornelia Teubner, um der Wasserqualität in den Feilenmooser Weihern auf den Grund zu gehen. Fotos: Ermert

Von Patrick Ermert

Worauf freuen sich Kinder in den Ferien am meisten? Ganz klar, aufs Baden gehen. Die einen zieht es ins Schwimmbad, wo alles sauber und das Wasser mit Chlor aufbereitet ist. Die anderen hüpfen lieber mitten rein in die blanke Natur. Sie pilgern an die Weiher – und deren Wasser ist unbehandelt.

Ein Video von der Beprobung sehen Sie hier:



Damit die Eltern keine Sorge haben müssen, dass sich die Kleinen was einfangen, gibt es Cornelia Teubner. Sie ist Hygienekontrolleurin am Gesundheitsamt. Zusammen mit Juliane Engel entnimmt sie Wasserproben aus den vier wichtigsten Badeweihern. „Falls etwas ungewöhnlich ist, merken wir das und schlagen Alarm“, sagt Teubner. Im schlimmsten Fall muss der betroffene See eine Zeitlang gesperrt werden. „Das kommt selten vor“, sagt die Kontrolleurin. Aber wenn es nötig sei, komme man nicht umhin. „Das sind alles Naturgewässer. Sie regeln – wenn man sie in Ruhe lässt – ihre Wasserqualität von alleine so, dass es bald wieder passt.“

Vier Weiher besucht das Duo regelmäßig. Erstmals Mitte April, und dann im Lauf der Badesaison fünf weitere Male. So haben die beiden immer ein aktuelles Bild, wie es um die Wasserqualität steht. Beprobt werden der Landkreisweiher bei Geisenfeld, der Heideweiher bei Reichertshofen, der Niederstimmer Weiher und der Ebenhausener Weiher. „Vier große Gewässer, die über Badeinfrastruktur verfügen“, sagt Teubner. Es würde einige Weiher mehr geben, die man beproben könnte. Aber: „Wenn diese vier Seen passen, ist auch bei allen kleineren Weihern die Qualität in der Regel okay.“

Zur Beprobung steigt Teubner – ausgestattet mit Gummistiefeln, Teleskopstab und Messbecher – einige Meter in den seichten Uferbereich. „Das Wasser wird immer an derselben Stelle entnommen – zur besseren Vergleichbarkeit“, sagt sie. Aus dem vollen Becher kippt sie wieder etwas Wasser zurück in den See. Exakt 250 Milliliter reichen ihr. Davon misst sie zunächst die Temperatur. Dann wird die Probe verstaut, um ans Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gebracht zu werden. Dort wird sie auf E-coli-Bakterien und intestinale Enterokokken untersucht. „Wenige Tage später liegt das Ergebnis vor“, sagt Teubner.

Meist ist alles in Ordnung. Die letzte Sperrung traf den Niederstimmer Weiher vergangenes Jahr. Damals haben sich Blaualgen auf der Oberfläche gebildet. „Das ganze Jahr war das Baden verboten“, erinnert sich Teubner. Heuer sieht es trotz Hitze gut aus. Dieser Weiher neige generell am ehesten zum Kippen. Derzeit ist der Kinderbereich des Ebenhausener Weihers gesperrt – allerdings „nur“ wegen Sauerstoffmangels, dem Aale zum Opfer gefallen sind, und genereller Verschmutzung. „Gefährlich“, so Teubner, „wird es meist, wenn viele Nährstoffe im Wasser sind.“ Die Badegäste sollten kein Essen am Ufer liegenlassen. Tiere im Uferbereich sind nicht optimal. Auch Landwirte, die direkt neben den Weihern ihre Felder düngen, kommen der Wasserqualität nicht zugute. Ums Feilenmoos ist es aber gut bestellt. „Wir haben einfach tolle Weiher“, sagt Teubner – und sie muss es ja wissen.

PK