Bitteres Saisonfinale in der Kreisklasse 3
Dramatisch gescheitert: Wie der Türk SV Pfaffenhofen in letzter Sekunde die Aufstiegsrelegation verpasste

10.06.2024 | Stand 10.06.2024, 11:42 Uhr |
Matthias Gabler

Dieses Spiel werden sie beim Türk SV Pfaffenhofen so schnell nicht vergessen: Luka Vulic (links) und seine Kollegen verspielten gegen Hallbergmoos in letzter Sekunde die Relegation. Foto: M. Schneider

Der TSV Paunzhausen und der Türk SV Pfaffenhofen erlebten in der Kreisklasse 3 Donau/Isar höchst unterschiedliche Spielzeiten. Während Paunzhausen eine überraschend konstante Saison spielte, pendelten die Pfaffenhofener zwischen Extremen – und das buchstäblich bis zur letzten Sekunde.

Die Voraussetzungen für den TSV Paunzhausen vor Beginn der zurückliegenden Spielzeit schienen sehr ungünstig. Nach dem Klassenerhalt in der Relegation hatten Spielertrainer Alexander Sulzberger und einige Routiniers ihre Karriere beendet, so dass der Klassenerhalt eher fraglich erschien. Unter dem neuen Trainer Alen Ruzak startete das Team aber mit zwei Siegen in die Saison und ließ sich auch von einer 0:5-Klatsche in Kirchdorf und einem 1:4 gegen Gammelsdorf nicht aus der Ruhe bringen. Lediglich nach dem folgenden 0:4 in Mauern fand Ruzak kritische Töne. „Wir haben so gespielt, wie wir trainiert haben“, stellte er angesichts einer sehr wechselhaften Trainingsbeteiligung fest. In der Folge sammelte der TSV aber fleißig Punkte, es gab keine längeren Negativserien mehr und bereits am 22. Spieltag war der Klassenerhalt nach einem 2:1 gegen den VfB Hallbergmoos-Goldach II so gut wie gesichert. Eine Woche später stand er dann trotz einer Niederlage bei Istanbul Moosburg auch rechnerisch fest. „Wir haben uns peu à peu in die Saison reingearbeitet. Der Klassenerhalt ist unser Sieg in der Champions League“, stellte Ruzak stolz fest.

Der Türk SV Pfaffenhofen wechselte vor der Saison freiwillig in die Kreisklasse 3. Die Pfaffenhofener starteten – wie üblich – durch die vielen Urlauber schlecht in die Saison. Aus den ersten sechs spielen konnten nur vier Punkte geholt werden. Ein 2:1-Erfolg beim Topfavoriten Kirchdorf, obwohl der Türk SV ab der 35. Minute zu zehnt und ab der 47. Minute sogar in doppelter Unterzahl war, läutete die Aufholjagd ein. Ein Unentschieden und dann zwölf Siege in Folge katapultierten die Elf von Turgay Toklu bis auf Platz zwei. Das Rückspiel gegen Kirchdorf ging dann aber 0:3 verloren, so dass die Tabellenspitze außer Reichweite war. Dennoch blieben die Pfaffenhofener auf Relegationskurs. Dann kam die vierte Minute der Nachspielzeit im letzten Saisonspiel gegen den VfB Hallbergmoos-Goldach II. Die Gäste erzielten das 3:2 und der TSV Nandlstadt verdrängte den Türk SV aufgrund des gewonnen direkten Vergleichs von Platz zwei. „So ist Fußball, daraus müssen wir lernen“, kommentierte Toklu den späten Knockout.

Im Übrigen schaffte der TSV Nandlstadt danach in der Relegation den Aufstieg in die Kreisliga: Zwar verloren die Hallertauer ihr erstes Relegationsspiel gegen Kranzberg (1:2), nutzten dann aber ihre letzte Chance, indem sie den FC Moosburg mit 4:3 bezwangen. Durch den Aufstieg des FC Gerolfing mussten die Nandlstädter kein weiteres Relegationsspiel bestreiten und sind – wie der SV Eitensheim aus der Kreisklasse 1 – aufgestiegen.

gam