Zuerst zehn Prozent mehr
Dann zweimal fünf Prozent

24.06.2024 | Stand 24.06.2024, 20:00 Uhr |

In seiner jüngsten Sitzung hat der Marktgemeinderat Reichertshofen ausführlich über eine geplante Änderung der Gebührensatzung für die Kindertagesstätten des Marktes diskutiert. Das linke Foto zeigt die gemeindliche Kindertagesstätte Paarstrolche. Fotos: Vogl

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats von Reichertshofen wurden mehrere wichtige Angelegenheiten diskutiert und Entscheidungen getroffen. Darunter ragten zwei wichtige Punkte heraus – die Anpassung der Gebühren für die Kindertagesstätten des Marktes und die Kündigung des Vertrags mit der Pfarrkirchenstiftung St. Margaretha als Mit-Träger der Gemeindebücherei.

Der Marktgemeinderat Reichertshofen hat sich auf seiner jüngsten Sitzung ausführlich mit einer geplanten Änderung der Gebührensatzung für die Kindertagesstätten des Marktes befasst. Am Ende wurde eine stufenweise Erhöhung der Gebühren über einen Zeitraum von drei Jahren mit einer deutlichen Mehrheit von 17:1 Stimmen gebilligt.

Gebührenerhöhung wegen Kostensteigerungen

Hintergrund der Gebührenerhöhung waren zahlreiche Kostensteigerungen, vor allem im Bereich der Lohnkosten. „Wenn wir nur die tariflichen Lohnsteigerungen dieses Jahres auffangen wollten, müssten wir eigentlich um 80 Prozent erhöhen“, so Bürgermeister Michael Franken (JWU). So weit kommt es aber nicht: Reichertshofen erhöht zum 1. September 2024 um zehn Prozent, zum 1. September 2025 um fünf Prozent und zum 1. September 2026 nochmals um fünf Prozent. „Auch nach der Anpassung liegen unsere Gebühren immer noch im niedrigeren Bereich des Landkreises“, so der Rathauschef. Waldtraud Schembera (SPD) wollte junge Familien entlasten und eine etwas moderatere Erhöhung erreichen. Sie schlug eine Erhöhung um einmal sieben Prozent und zweimal 3,5 Prozent vor, da die jungen Familien auch unter der Inflation zu leiden hätten. Im Gremium gab es dafür allerdings keine Mehrheit. Gabi Breitmoser (CSU) wies darauf hin, dass die Kita-Gebühren steuerlich absetzbar seien oder von einigen Arbeitgebern erstattet würden. Franken ergänzte, bei Asylbewerbern würde das Landratsamt die Kosten übernehmen.

St. Michaelsbund bleibt Dachverband

Einstimmig aufgelöst wurde außerdem der Vertrag mit der katholischen Pfarrkirchenstiftung St. Margaretha Reichertshofen als Mitträger der Gemeindebücherei. Hintergrund ist, dass die Bücherei seit langer Zeit vollumfänglich vom Markt Reichertshofen betrieben wird. Insbesondere das Personal, die Räumlichkeiten und die laufende Ausstattung werden vom Markt Reichertshofen als Träger gestellt. Der diözesane St. Michaelsbund soll jedoch weiter Dachverband bei der Betreuung der Bücherei bleiben.

Im Gemeinderat kurz notiert

Der Marktgemeinderat Reichertshofen hat dem vom Kita-Zentrum St. Simpert vorgelegten Haushaltsplan 2024 für die Kita St. Margaretha in Reichertshofen inklusive des zu erwartenden Defizits von 203450 Euro zugestimmt. In dem Defizit ist die Arbeitsmarktzulage bereits enthalten. Der Markt trägt einen Anteil von gut 162000 Euro.

Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung 2021 für die Hallenbetriebe des Marktes Reichertshofen schloss einstimmig mit einem Defizit von fast 50000 Euro ab. Erfreulicherweise wurde die Bilanz 2022 für die Wasserversorgung des Marktes Reichertshofen einstimmig mit einem positiven Ergebnis von rund 58000 Euro festgestellt. Dieser Betrag wird der allgemeinen Rücklage zugeführt – für die langfristige finanzielle Stabilität der Gemeinde.

Für die weitere Sanierung der Straßen im historischen Ortskern im Bereich Johannisstraße West und Margarethenstraße Süd wurden zwei größere Aufträge vergeben: Die Tiefbauarbeiten für rund 1,352 Millionen Euro, die Pflanzarbeiten für fast 53000 Euro. Letzteres Angebot lag rund 25 Prozent unter der Kostenberechnung.

Der Marktgemeinderat Reichertshofen hat beschlossen, einen Antrag bei der VGI zu stellen, den Preis für eine Gemeindebuskarte anzupassen: Eine Fahrt im Gemeindegebiet Reichertshofen soll ab 1. Januar 2025 für Erwachsene nun einen Euro und für Kinder 50 Cent (vorher 50 Cent und 25 Cent) kosten.

Einstimmig bestellt wurde Maximilian Zängl (CSU) als weiterer Vertreter für die Schulverbandsversammlung des Schulverbands Mittelschule Reichertshofen. Sein Stellvertreter ist Gerhard Semantke (CSU).

Der Reichertshofener Bürgermeister Michael Franken sprach auch eine Einladung zur Teilnahme am Stadtradeln aus, das im Landkreis Pfaffenhofen vom 6. bis 26. Juli stattfinden soll. Auch ein Team des Marktes Reichertshofen wird sich an der Veranstaltung beteiligen.

Gute Nachrichten gibt es aus dem Reichertshofener Storchenhorst auf dem Rathausdach: Dort haben alle drei Jungstörche das schwere Unwetter überlebt und machen bereits die ersten Flugversuche.