Geisenfeld

Bislang komplett von Coronafällen verschont

Wie es das Geisenfelder Caritas-Altenheim dies geschafft hat

11.01.2022 | Stand 11.01.2022, 16:18 Uhr

Als Heimbeiratsvorsitzende findet es Franziska Hasler (Mitte) besonders wichtig, dass die Bewohner von Pflegedienstleiterin Jutta Koch (links) und Heimleiterin Tanja Wocheslander in Entscheidungen, etwa zur Pandemiebekämpfung, aktiv mit einbezogen werden. Foto: Zurek



„Wir sind jeden Tag aufs Neue dankbar, dass uns das Virus bisher verschont hat“, erklärt Heimleiterin Tanja Wocheslander und schiebt gleich den innigen Wunsch nach: „Möge es so bleiben.“ Gefragt, worauf sie es zurückführt, dass ihr Haus anders als viele andere vor Corona-Ausbrüchen bewahrt geblieben ist, hat sie kein „Patentrezept“ parat. Es sei vielmehr ein Zusammenspiel vom „sehr strengen Hygienekonzept“ über das „enorm verantwortungsvolle Handeln aller Beteiligten“ bis hin zum sprichwörtlichen Quäntchen Glück. Sie sei dankbar, dass Bewohner, Angehörige und Mitarbeiter sich gleichermaßen verständig zeigen, wenn es um die Einhaltung von Schutzmaßnahmen geht – was sich gerade auch an den Festtagen gezeigt habe.

Die Regeln im Caritasheim gehen über die gesetzlichen Vorschriften hinaus: Vor einem Besuch (der angemeldet werden muss) oder dem Arbeitsantritt ist ein negativer Test vorzuweisen – auch von Genesenen oder „Geboosterten“. Dass es in Geisenfeld zwei Testzentren gibt, ist für Pflegedienstleiterin Jutta Koch und das gesamte Team dabei „eine enorme Erleichterung“. Denn für sie sind schon die einmal wöchentlich angebotenen, hausinternen Testungen „ein Riesenaufwand“ – zumal angesichts einer ohnehin angespannten Personalsituation. Derzeit müssen zwölf Betten trotz täglicher Anfragen leerbleiben, „weil Mitarbeiter vom Pflegehelfer bis zu Fachkräften fehlen“, lässt Koch wissen.

Restriktiv gehandhabt werden auch Maskenpflicht und Abstandsregeln. Sie gelten sogar im Zimmer der derzeit 68 Bewohner, obwohl diese mittlerweile zu 99 Prozent „geboostert“ sind.

„Wegen der strengen Regeln können wir auf eine Beschränkung der Besuchszeit oder der Zahl der Gäste verzichten“, so Wocheslander mit Blick auch auf die Festtage. Allerdings habe es keine Feier mit Angehörigen in den Gemeinschaftsräumen gegeben, um „die Zahl der Kontakte so klein wie möglich zu halten“. Von Fachkräften betreute vorweihnachtliche Aktivitäten der Bewohner, wie Backen, Basteln und Dekorieren, blieben auf die jeweiligen Wohnbereiche und kleinere, zeitlich gestaffelte Gruppen beschränkt.

Wocheslander findet es gut, dass beim Personal eine „hohe Akzeptanz“ für die Impfung vorhanden sei. „Unsere Mitarbeiter nehmen ihre Fürsorgepflicht sehr ernst, sie reduzieren sogar freiwillig ihre persönlichen Kontakte, meiden Menschenansammlungen“, sagt sie. Für Kollegen, die sicherheitshalber trotz Negativtest zuhause bleiben, wenn ihre Kinder Erkältungssymptome oder Fieber zeigen, „ist immer jemand bereit ist, den Dienst zu übernehmen“. Solch „großartige Solidarität“ sei ein wesentlicher Schutzschild in der Pandemie. Zusammenhalt werde überdies auch unter den über 20 Caritas-Senioreneinrichtungen des Bistums Regensburg in Trägerschaft der Wohnen und Pflege gGmbh groß geschrieben. „Das bedeutet: Im Notfall könnten wir hausübergreifend flexibel auf Personalengpässe durch Infektionen reagieren“.

Natürlich bestehe an Heiligabend oder Silvester seitens der Angehörigen der Wunsch, ihre Liebsten zu sich zu holen. „Das können wir rein rechtlich und wollen wir ganz persönlich unseren Bewohnern nicht nehmen“, betont die Heimleiterin. Die Krux: Außerhalb des Seniorenheims ist eine Kontrolle der Einhaltung von Vorschriften nicht möglich. Da setze man auf Vertrauen und sei „sehr dankbar, dass die Familien mit so viel Vernunft, Einsicht und Verständnis gehandelt haben“.

GZ