Geisenfeld

Bierzeichen zum Wegwerfen

Keine Erstattung für die beim bislang letzten Volksfest 2019 übrig gebliebenen Markerl

16.09.2022 | Stand 16.09.2022, 11:00 Uhr

Auch noch solche Bierzeichen zu Hause? Dann gibt’s dafür nur einen Verwendungszweck: Ab in die Tonne. Foto: Kohlhuber

Sind es Hunderte oder gar Tausende? Keiner weiß es. Einer, der es wahrscheinlich herausfinden könnte, ist Burkhard Greiner, doch der sieht keine Veranlassung dazu. Die Rede ist von den Bierzeichen, die der frühere Festwirt für das Volksfest 2019 ausgegeben hat, die vor drei Jahren aber dann doch nicht eingelöst wurden.

Wem von einem Geisenfelder Volksfest Bierzeichen mit Jahresvermerk übrig blieben, für den war dies vor Corona kein Problem. Sie wurden vom Festwirt im Folgejahr problemlos umgetauscht – gegebenenfalls mit einer kleinen Zuzahlung, um den gestiegenen Preis für die Maß auszugleichen. Doch dann gab es zwei Jahre lang kein Greiner-Zelt, und schließlich machte der angestammte Festwirt heuer im Mai publik, dass er nicht mehr weitermachen wird.

Was also tun mit den übrig gebliebenen 2019er-Bierzeichen? Die Antwort ist einfach, aber ernüchternd: in die Papiertonne werfen. Wie Festwirt Burkhard Greiner auf Anfrage erklärte, sehe er „keine Möglichkeit für eine wie auch immer geartete Erstattung“. Dafür gebe es laut anwaltlicher Einschätzung keine rechtliche Verpflichtung, schließlich handle es sich um „zeitlich befristete Wertbons“, für die – laut Aufdruck – eine Geldrückerstattung ausdrücklich ausgeschlossen worden sei.

Auch eine moralische Verpflichtung will der ehemalige Festwirt nicht erkennen, zumal es sich nicht mehr auseinander dividieren lasse. „welche dieser Bierzeichen käuflich erworben und welche seinerzeit verschenkt wurden“. Im übrigen, so Greiner, habe er sich mit dem von ihm bisher praktizierten Umtausch der Vorjahresmarken „stets sehr kulant verhalten“. Er kenne Festwirtskollegen, „für die so etwas von vornherein nie infrage gekommen ist“. Mit Corona und seiner Erkrankung sei „halt nun alles so gekommen, wie es gekommen ist“. Daran, so Greiner, „lässt sich halt jetzt nichts mehr ändern“.

Auch nicht von der Stadt. Wie Bürgermeister Paul Weber zu dem Thema wissen ließ, „haben wir versucht, für die betroffenen Volksfestbesucher eine Kulanzlösung in Form eines Kompromisses zu erreichen“, worauf sich der frühere Festwirt aber nicht eingelassen habe. Dies, so Weber, sei „bedauerlich, aber eine rechtliche Handhabe haben wir nicht“.

kog