Er hinterlässt zwei Kinder
„Bestürzt, fassungslos, sprachlos“: Feuerwehren trauern um Pfaffenhofener Kameraden (42)

03.06.2024 | Stand 04.06.2024, 15:02 Uhr |

Aus ganz Deutschland kommen Beileidsbekundungen. Symbolbild: Rainer Jensen/dpa/dpa-tmn

Der Tod eines ehrenamtlichen Feuerwehrmanns während eines Hochwasser-Einsatzes in der Nacht zum Sonntag hat große Bestürzung im Landkreis Pfaffenhofen ausgelöst – insbesondere bei den Feuerwehren.



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Viele Helfer, die in anderen Ortschaften im selbstlosen Dauereinsatz waren, haben das dramatische Geschehen über Funk miterlebt. Entsprechend groß ist die Trauer um den 42-jährigen Familienvater, der eine Ehefrau und zwei minderjährige Kinder hinterlässt.

Alle Entwicklungen zum Hochwasser lesen Sie im fortlaufenden Ticker: Hochwasser trifft Kreis Pfaffenhofen mit voller Wucht– die Entwicklungen im Newsblog

Boot kenterte bei Ilmsiedlung nördlich von Pfaffenhofen



Wie berichtet, war Samstagnacht gegen 23.30 Uhr beim Versuch, mehrere Personen aus einem von den Fluten umspülten Haus in der Ilmsiedlung zwischen Uttenhofen und Affalterbach zu retten, ein Boot der Feuerwehr gekentert. Der 42-Jährige von der Ortsteilfeuerwehr Ehrenberg kam bei dem Unglück ums Leben.

„Nervlich an den absoluten Grenzen“



Der Schock bei seinen Kameraden sitzt tief: „Sie sind bestürzt, fassungslos, sprachlos“, sagt Kreisbrandrat Christian Nitschke gegenüber unserer Zeitung. Die Belastung sei enorm gewesen: Der Landkreis sei in einer Sintflut abgesoffen – und im Moment größter Kraftanstrengungen dann der Todesfall. „Da geht man nervlich an die absoluten Grenzen“, so Nitschke. Der Einsatzstab um Landrat Albert Gürtner (FW) sei umgehend ins Pfaffenhofener Feuerwehrhaus gefahren, um den Ehrenbergern beizustehen. „Es ist wichtig, da zu sein für unsere Leute“, sagt der Kreisbrandrat.

Anteilnahme und Trauer



Auch die Kreisstadt und die Feuerwehr Pfaffenhofen trauern: „Er hat sein Leben bei der Rettung anderer Menschen im selbstlosen Einsatz für die Allgemeinheit verloren“, heißt es in einer gemeinsamen Beileidsbekundung. „Die aufrichtige Anteilnahme gilt seiner Familie, insbesondere seiner Ehefrau und seinen Kindern sowie den Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Ehrenberg.“



Beim Landesfeuerwehrverband Bayern herrscht ebenfalls Bestürzung: „Die Gemeinschaft der bayerischen Feuerwehren trauert, nimmt aufrichtig Anteil und ist in Gedanken bei seiner Familie, seinen Freunden sowie seinen Kameradinnen und Kameraden vor Ort.“ Die Feuerwehren trauern gemeinsam.



Das betont auch der Deutsche Feuerwehrverband in seiner Kondolenz: „Auch wenn wir wissen, dass unser Dienst immer mit der Gefahr verbunden ist, selbst Schaden zu nehmen, ist dies kein Trost in der Stunde unserer Trauer.“ Beide Verbände bitten, im Gedenken an den 42-Jährigen, die Einsatzfahrzeuge für zwei Wochen mit Trauerflor zu versehen. Im Landkreis gilt dies auf Bitte des Kreisbrandrats sogar für vier Wochen. „Wir sind bestürzt und fassungslos“, so Nitschke in einem Schreiben an alle Landkreisfeuerwehren. „Unsere tiefe Anteilnahme gilt seiner Familie und allen Kameradinnen und Kameraden.“

Feuerwehrverband sammelt Spenden für Familie



Der bayerische Feuerwehrverband sammelt nun Spenden für die hinterbliebene Familie. „Da kann man auch zweckgebunden spenden und das Geld wird 1:1 an die Familie weitergereicht“, versichert Nitschke. Möglich ist das auf dem Sonderkonto „Hilfe für Helfer“ zugunsten verunfallter und geschädigter Feuerwehraktiver und deren Angehöriger. Zweckgebundene Spenden sind mit dem Verwendungszweck „Todesfall Ehrenberg-Pfaffenhofen“ möglich an folgendes Konto:

Kontoinhaber Landesfeuerwehrverband Bayern, IBAN DE34 7002 0270 0039 6095 76, BIC: HYVEDEMMXXX. Mehr Informationen zum Sonderkonto und zu Spendenquittungen finden sich online unter www.lfv-bayern.de.

mck