Pfaffenhofen

Bereit für das farbenfrohe Hochfest

Katholiken im Landkreis feiern diesen Donnerstag Fronleichnam – doch teils fehlen die nötigen Helfer

15.06.2022 | Stand 15.06.2022, 17:11 Uhr

An elf Stellen im Stadtgebiet brachten Hisen Islami (oben) und Helmut Schuster von den Stadtwerken am Mittwoch die kleinen Birkenbäumchen an, die für die Pfaffenhofener Fronleichnamsprozession maßgeblich sind. Am Freitag sammeln sie die dann wohl schon ziemlich dürren Pflanzen wieder ein. Foto: Ermert

Von Anna Ermert und Erich Engl

Fahlenbach/Scheyern – Es ist eine alte Tradition: Schon seit dem 12. Jahrhundert wird am Donnerstag nach Pfingsten Fronleichnam gefeiert. In den Bereichen Deutschlands mit überwiegend katholischer Bevölkerung ist dieses Hochfest auch ein gesetzlicher Feiertag. Allgemein ist es an diesem Tag üblich, die bei den Prozessionen aufgestellten Altäre üppig mit Blumen zu schmücken. So zeigen sich auch zahlreiche Pfarrgemeinden im Landkreis an diesem Feiertag von einer farbenfrohen Seite. Früher wurden in Bayern, vor allen in sehr ländlichen Gebieten, teils auch die Feldwege der Prozessionsstrecke meist von Kindern mit Blütenblättern bestreut. Damit sollte Gott ein weicher Weg bereitet werden, ist nachzulesen.

Auch in der Pfarreiengemeinschaft Rohrbach-Rohr-Fahlenbach wird das das Fronleichnamsfest heuer gefeiert, die Prozession findet in Fahlenbach statt – und sie zieht direkt vorbei am Kunstwerk von Christine Weiher und Hanni Ertlmeier. Bei Familie Weiher im Bergweg 2 gestalten die beiden den Altar mit viel Liebe zum Detail. Genauso engagieren sich Angelika Stolz und Sabine Ruhfaß, Familie Stefanie und Martin Fischer sowie Familie Schiller/Schrott – sodass es in Fahlenbach vier Stationen gibt. Jeder Altar ist ganz individuell gestaltet, doch ein Teppich, die Altardecke, das Kreuz und natürlich der Blumenschmuck und Kerzen dürfen nicht fehlen. Nach den vier Stationen führt der Weg der Prozession zurück in die Kirche.

Während in Fahlenbach zahlreiche Helfer mit anpacken, um an Fronleichnam den Weg für die Prozession zu schmücken, läuft es in Scheyern ein wenig anders. Denn dort finden sich momentan nur wenige Gläubige, die für die Blumenteppiche mit anpacken, sodass Fronleichnam quasi „outgesourct“ wurde – eine Entwicklung, die Rosmarie Daxberger gerne wieder umkehren möchte.

Rosen beispielsweise sind in Scheyern an Fronleichnam schon immer beliebt gewesen. „Trotz der vielen Dornen“, erzählt Daxberger. Die Rose stehe als Königin der Blumen in engem Bezug zur Gottesmutter – und sie sei ein Symbol für Liebe und Reinheit, erläutert sie den Grund dafür.

Zusammen mit Petra Kürzinger und weiteren Frauen aus der Pfarrei hat die in Fernhag lebende Daxberger früher den Freialtar im Kloster und die Altäre auf den Stationen der Fronleichnamsprozession üppig mit Blumen geschmückt. Neben Rosen kamen auch immer gerne Pfingstrosen, Kornblumen, Margeriten, Mohn, Lupinen und viele weitere Garten- und Feldblumen zum Einsatz. „In Scheyern wurde auch immer das Kreuz in der Nähe von Kindergarten und Friedhof vom Gartenbauverein liebevoll geschmückt“, berichtet sie weiter.

Blumenteppiche waren in Scheyern früher nicht üblich. „Aber ich kenne das aus Elsendorf, wo ich herstamme“, berichtet sie aus der Erinnerung heraus. Zusammen mit Petra Kürzinger machte sie sich daher drei Jahre in Folge an die Aufgabe, einen Blumenteppich an der Mariensäule zu legen. „Als Symbole hatten wir uns für das Pax-Christi-Zeichen, für einen Kelch und für das Scheyerer Kreuz entschieden. Aber das ist mehr Arbeit, als man glaubt.“ In den vergangenen Jahren war alles anders. Wegen Corona trafen sich die Frauen nicht mehr. Die Tradition fiel der Pandemie zum Opfer.

Heuer läuft alles wieder anders – und ziemlich professionell ab. Scheyerns Mesner Bernhard Kürzinger berichtet, dass das Kloster junge Birken zur Verfügung stellen und seitlich an den Altären postieren wird. Donnerstagfrüh wird der Mesner dann Teppiche auslegen und die Gärtnerei Kreitmeyer Blumen anliefern, anrichten und nach den Feierlichkeiten wieder abholen.

„Mal abwarten“, sagt Kürzinger, „was sich nach Pandemie und der Gestaltung der Ortsmitte bei dieser Brauchtumspflege tun wird.“ Daxberger hofft, dass „vielleicht ja auch wieder einmal jüngere Leute Lust bekommen, diesen schönen Brauch zu pflegen“. Falls sich Interessierte finden, würde sie diesen mit guten Ratschlägen natürlich immer gern zur Seite stehen.

Übrigens: Pater Benedikt berichtet, dass heuer der Altar beim Jagerbauern wegfällt und die Prozession verkürzt wird. Anders in Niederscheyern: Dort wird die Feier auf Samstag verschoben und alle Besucher können sich auf hübschen Blumenschmuck freuen. Denn: „Vor allem die Kinder helfen in Niederscheyern eifrig mit.“

PK