Pfaffenhofen
Bald soll Schluss sein mit den kostenlosen Schnelltests: Nur nichts überstürzen

Private Teststellenbetreiber warten erst mal ab

15.06.2022 | Stand 22.09.2023, 22:14 Uhr |

So leer könnten die Teststellen bleiben, wenn Ende Juni die kostenfreien Bürgertests auslaufen. Die Teststellenbetreiber sind aber optimistisch, dass sie fortgesetzt werden. Foto: Archiv

Von Simone Diaw

Zum Ende dieses Monats sollen die kostenlosen Bürgertests auslaufen. Inzwischen mehren sich aber die Stimmen, die fordern, die kostenfreien Corona-Schnelltests zu verlängern.

Auch Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) plädiert in einem Fünf-Punkte-Plan für den Corona-Herbst, die Testungen „bedarfsgerecht weiterzuführen“: „Ich trete mit Nachdruck beim Bund dafür ein, dass die Testverordnung sinnvoll verlängert wird“, betont er in einer Pressemitteilung. Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat sich bereits für eine Verlängerung der Testverordnung ausgesprochen, eine Entscheidung steht aber noch aus.

Dass die Pfaffenhofener ab Juli plötzlich ohne Testzentren dastehen, ist jedenfalls nicht zu befürchten. Zwar würden, nach aktuellem Stand wie Landratsamtssprecher Christian Degen betont, die beiden vom Landratsamt betriebenen Teststellen an der Ilmtalklinik in Pfaffenhofen und in Geisenfeld geschlossen, wenn die kostenlosen Bürgertests tatsächlich ausliefen. Das bestätigt auch Klinik-Geschäftsführer Peter Lenz. „Der Betrieb des Testzentrums an der Ilmtalklinik wird wohl eingestellt – und zwar komplett“, sagt er. Das bedeutet, dass auch PCR-Tests dort nicht mehr möglich sein werden. Wenn die Verordnung des Bundes in Kraft tritt und keine andere Regelung auf Bayernebene getroffen werde, so gebe es ab 1. Juli das Testzentrum an der Klinik nicht mehr. Wie Lenz weiter erklärt, bedauere das Krankenhaus diese Entwicklung: Momentan steigen schließlich die Coronazahlen wieder, auch am Pfaffenhofener Krankenhaus gebe es wieder mehr Patienten mit einer Infektion.

Ohne Testmöglichkeiten stehen die Landkreisbürger aber auch ab Juli nicht da, denn die meisten privaten Betreiber wollen dagegen erst mal abwarten, bis eine konkrete Entscheidung feststeht. „Im Moment ist ja noch nicht sicher, dass die kostenfreien Tests auch wirklich auslaufen“, sagt Markus Hartmann, Betreiber des Corona-Testzentrums am Hauptplatz. „Wir sind es ja inzwischen gewohnt, dass die Entscheidungen erst kurzfristig gefällt werden.“ Hartmann geht aber davon aus, dass es weitergeht wie bisher. „Schließlich braucht man Tests für Alten- und Pflegeheime, aber auch Krankenhäuser.“

Auch Markus Spitzenberger vom Testzentrum am Kuglhof sieht die unklare Lage eher gelassen. „Egal wie die Entscheidung ausfällt, wir sind flexibel, da wir niedrige Kosten haben.“ Und Marco Dreßl vom Testzentrum am Volksfestplatz ist optimistisch, dass die Tests weiterhin bezahlt werden. „Trotzdem ist es ärgerlich, dass es noch keinen festen Beschluss gibt. Schließlich müssen wir planen und unsere Mitarbeiter ja auch.“

Fest steht für alle drei Betreiber, dass sie über den Sommer weitermachen werden, selbst wenn die Bürger ab Juli für die Testungen bezahlen müssten und dann noch weniger Kunden kämen. „Wir spüren schon deutlich, dass in den letzten Wochen die Nachfrage nach Tests enorm zurückgegangen ist“, verrät Spitzenberger. Trotzdem soll das Testzentrum am Kugl-hof nicht geschlossen werden. „Wir wollen sicherstellen, dass weiterhin Testungen für die Bürger angeboten werden. Schließlich waren wir in Pfaffenhofen auch die ersten, die eröffnet haben.“

Das gleiche versichert Dreßl für den Standort am Volksfestplatz. „Wir werden so lange durchhalten wie möglich, das sind wir den Bürgern, aber auch unseren Mitarbeitern schuldig“. Auch von Seiten der Stadt bestehe weiterhin Interesse, dass es mit den Tests am Volksfestplatz weitergehe, meint Dreßl. Nur während des Volksfests müsse das Center vorübergehend umziehen. „Über den Standort sind wir noch in Gesprächen mit der Stadt.“ Danach soll es aber wieder weitergehen am Volksfestplatz. Schließlich gehen Politik und Experten davon aus, dass spätestens ab Herbst die Corona-Fallzahlen wieder deutlich steigen und damit auch wieder mehr Tests nötig werden. „Und die Fallzahlen steigen momentan ja auch wieder deutlich an“, mahnt Dreßl.

PK