Geisenfeld

Amtswechsel bei der Polizei

Mit Stefan Wallner wird ein gebürtiger Geisenfelder Nachfolger des Polizeichefs Klement Kreitmeiers

21.09.2022 | Stand 21.09.2022, 17:11 Uhr

Der Neue: Stefan Wallner (rechts) freut sich schon auf seine neue Aufgabe an der Spitze der Polizeiinspektion Geisenfeld. Foto: Kraus

Nach fast 45 Jahren im Polizeidienst ist am Mittwoch der Leiter der Geisenfelder Polizeiinspektion, Klement Kreitmeier, mit einer Feierstunde in den Ruhestand verabschiedet worden. Sechs Jahre lang hat er die Dienststelle geführt und geprägt.



Der neue Mann an der Spitze der Geisenfelder Polizei ist ab 1. Oktober Stefan Wallner, seines Zeichens Erster Polizeihauptkommissar. Für ihn ist die neue Stelle ein doppeltes Heimspiel: Einerseits ist der 50-Jährige gebürtiger Geisenfelder. Andererseits kennt er die Dienststelle bereits: Von 1994 bis 1997 schob Wallner hier als junger Beamter Streifendienst. Nun kehrt er beruflich nach ziemlich genau 25 Jahren in die Heimat zurück – nachdem er sich seine Meriten unter anderem bei der Kriminalpolizei und der Polizeiinspektion Ingolstadt (siehe unten) verdient hat.

Rund 70 geladene Gäste fanden sich am Mittwoch zu dem kleinen Festakt anlässlich des Amtswechsels im Sitzungssaal des Rathauses ein. Neben dem „Who is who“ der regionalen Polizei waren auch Vertreter von Behörden, Justiz, Kommunen und Hilfsdiensten gekommen, um Wallner viel Erfolg bei der Erfüllung seiner neuen Aufgabe zu wünschen. Vor allem aber, um sich beim angehenden Pensionär für die vielen Jahre (bei einigen Weggefährten sogar viele Jahrzehnte) vertrauensvoller Zusammenarbeit zu bedanken. Polizeipräsident Günther Gietl würdigte Kreitmeier als entscheidungsfreudigen Vorzeigepolizisten, der seine Inspektion „mit klarer Linie, fester Hand und professioneller Entschlossenheit“ geführt habe. „Du hast nie Veränderungen gescheut“, so Gietl – etwa den Aufbau der Sicherheitswacht ab 2018 oder die Ersteinführung des flexiblen Einsatzmanagements im Jahr 2020, das sich sehr gut bewährt hat und mittlerweile in drei weiteren Dienststellen umgesetzt wurde.

Gietl und Kreitmeier kennen sich seit der Grundschule: Beide kommen aus Manching und beide sind 1977 zusammen der Polizei beigetreten. Daher, so Gietl, verlasse für ihn nicht nur ein Kollege den Polizeidienst, sondern auch ein Freund. Er würdigte außerdem das persönliche Engagement des scheidenden Dienststellenleiters, der jährlich gemeinsam mit der Polizeiseelsorge Radtouren organisierte und als Referent für Deeskalations- und Selbstbehauptungsschulen tätig war – und auch weiterhin tätig sein wolle.

Trotz des Abschieds stimmt die gefundene Nachfolgeregelung den Polizeipräsidenten positiv: Mit Wallner übernehme „ein Wunschkandidat des Präsidiums sowie der Polizeidienststelle“ den Chefsessel der Geisenfelder Inspektion – allein schon wegen seiner persönlichen Verbundenheit zum Dienstbereich.

In die guten Wünsche für den scheidenden Polizeichef und seinen Nachfolger stimmten auch Vize-Dienststellenleiter Reiner Lindner, Bürgermeister Paul Weber als Hausherr, Landrat Albert Gürtner („Die Fußstapfen sind groß, aber Sie haben ja große Füße“) und Vohburgs Bürgermeister Martin Schmid als Kreisvorsitzender des bayerischen Gemeindetags ein. Kreitmeier sei „ein Dienststellenleiter, wie man sich als Bürgermeister keinen besseren wünschen kann“, lobte Schmid, seines Zeichens selbst ehemaliger Polizeibeamter. Er unterstrich weiter, dass Wallner auch Wunschnachfolger der Kommunen sei: „Er passt zu uns: Wir bekommen einen Polizeichef, der Land und Leute sehr gut kennt“ – und der nach beruflichen Stationen in Ingolstadt „jetzt wieder ins gelobte Land zurückkehrt“.

Und wo Wallner bei seiner kurzen Antrittsrede mit Vorfreude auf seine neue, verantwortungsvolle Aufgabe blickte, sprach Kreitmeier teils humorvoll, teils nachdenklich über seine 45 Jahre im Dienste der Polizei. Über Tausende teils tragische, teils skurrile Einsätzen. Und er nutzte die Gelegenheit, um sich nicht nur bei alten Weggefährten, sondern auch bei seiner aktuellen Mannschaft zu bedanken: „Ein Inspektionsleiter ist nur so gut wie sein Team.“

Zur Person

Stefan Wallner tritt zum Oktober seinen Dienst als Nachfolger von Klement Kreitmeier an. Als neuer Chef der Polizeiinspektion Geisenfeld umfasst sein Zuständigkeitsgebiet die Stadt- und Gemeindegebiete von Geisenfeld, Vohburg, Baar-Ebenhausen, Ernsgaden, Münchsmünster, Reichertshofen und Wolnzach.

Die Karriere des 50-Jährigen bei der bayerischen Polizei begann 1991 als Kommissarsanwärter bei der sechsten Bereitschaftspolizeiabteilung in Dachau. Nach seiner Qualifikationsprüfung kam er von 1994 bis 1997 erstmals zur Polizeiinspektion Geisenfeld. Im Anschluss daran sammelte er als Sachbearbeiter Erfahrungen bei verschiedenen Kommissariaten der Kriminalpolizeiinspektion Ingolstadt. Als Angehöriger des Kommissariats für Rauschgiftkriminalität war er zeitweise als Leiter der Zivilen Einsatzgruppe und als Sachbearbeiter bei der Kriminalpolizeiinspektion mit Zentralaufgaben eingesetzt. Ab April 2016 war Wallner zeitweise Stellvertreter des Kommissariatsleiters des Kriminaldauerdiensts. Im Dezember 2016 wechselte er zurück zur Schutzpolizei und übernahm bei der Polizeiinspektion Ingolstadt den Posten des Sachbearbeiters für Ordnungs- und Schutzaufgaben – und war damit unter anderem für die polizeiliche Betreuung von Demos und Großveranstaltungen zuständig. Ab 2018 wurde er ein Jahr zum Polizeipräsidium Oberbayern Nord als stellvertretender Leiter der übergangsweise eingerichteten „Besonderen Aufbauorganisation Schubwesen“ abgeordnet, die das damals neu gegründete Landesamt für Asyl und Rückführung bei Abschiebungen anlernte. Danach kehrte er im September 2019 in den Sachbereich Einsatz der Inspektion Ingolstadt zurück.

Mit seiner Familie lebt er seit 1999 im Landkreis Pfaffenhofen. In seiner Freizeit widmet er sich gerne seiner Familie, seinem Hund und er verbringt gerne Zeit auf verschiedenen Fahrrädern.

GZ