Auktion in Pfaffenhofen

6000 Kaffeekapseln, 6000 Euro

Versteigerung zu Gunsten der Tafel ermöglicht Küchen-Renovierung

20.05.2022 | Stand 20.05.2022, 14:03 Uhr

Ein Hingucker, der bestaunt und oft fotografiert wurde: Rund 6000 ausgediente Kaffeekapseln erbrachten – zu einem schillernden Kunstobjekt verarbeitet – ebenso viele Euro bei der Versteigerung ein. Fotos: Bendisch

Pfaffenhofen – „Seien Sie großzügig“, hat Bürgermeister Thomas Herker als Auktionator an die Interessenten appelliert. Das Ergebnis der „Kaffeekapselkunstversteigerung“ sorgte am Donnerstagabend im Festsaal des Rathauses dann für eine große Überraschung: Für 5700 Euro – von der Meistbietenden auf 6000 Euro aufgerundet – kam das schillernde Werk unter den Hammer. Der Erlös fließt in die Arbeit der Pfaffenhofener Tafel.

Herker bescheinigte ihr „ein Talent, zu überrollen und zu überzeugen“: Edith Lehr-Witt hatte die Idee des Kunstprojektes aus Kaffeekapseln. Zum einen wollte sie Menschen, die sich im sozialen Abseits fühlen, aus der Isolation holen, zum anderen die Tafel unterstützen. Dort engagiert sie sich schon lange und weiß, was gebraucht wird. Seit der Pandemie haben sich die Kunden verdoppelt und man ist am Rande der Kapazitäten angelangt. Als Mentor konnte Lehr-Witt den aus Pfaffenhofen stammenden Maler Norbert Käs gewinnen, der die sieben Künstler unterstützte. Für ihn ist das Projekt auch ein Hinweis auf die Situation der Künstler in armen Gebieten der Welt: „Dosen, Flaschen – auch sie verwenden etwas, was andere wegwerfen“, so Käs. Die Notwendigkeit der Kapseln erschließe sich ihm nicht wirklich, meinte Herker – es sei denn, man könne etwas Sinnvolles daraus machen.

Überbrückt wurde die Wartezeit bis zum Beginn der Auktion mit musikalischen Beiträgen, serviert von der Streichergruppe des Schyren-Gymnasiums, Elisabeth Bayer (Gesang) und Sabine Stapel (Klavier). In 50-Euro-Schritten ging es los – und schon bald erwies sich die Sache als flotter Selbstläufer. Im Vorfeld bekundete die Mode-Unternehmerin Judith Dommermuth aus Montabaur großes Interesse an der drehbaren Kunst aus Pfaffenhofen. Persönlich konnte sie nicht teilnehmen, daher übernahm Reichertshausens Altbürgermeister Reinhard Heinrich stellvertretend das Mitbieten. Bei 5700 Euro erhielt er den Zuschlag, was von der neuen Besitzerin auf 6000 Euro aufgerundet wurde. Große Freude bei allen Mitwirkenden und den Vertretern der Tafel, die nun die Küchen-Renovierung angehen können. Für Käs haben die sieben Künstler mit ihrem Werk „eine abstrakte Landschaft ohne Oben und Unten, etwas Lebendiges“ geschaffen. „Ich hoffe, sie findet einen schönen Platz.“

bti