Traditionsreicher Pilgerzug

115 Kilometer zu Fuß: 675 Anmeldungen zur Hallertauer Wallfahrt von Wolnzach nach Altötting

23.09.2022 | Stand 23.09.2022, 12:22 Uhr

Im Herbst 2019 fand die bislang letzte große Hallertauer Fußwallfahrt nach Altötting statt, nach zweijähriger Coronapause erfolgt nun in einer Woche der Abmarsch ab der Wolnzacher Pfarrkirche. Foto: WZ-Archiv, Roswitha Dorfner

Im Jahr 2020 hat es wegen Corona gar nichts gegeben. Im Jahr 2021 marschierte eine Handvoll treuer Pilger im Herbst auf der Hallertauer Fußwallfahrt nach Altötting, um „wenigstens a bisserl etwas zu haben“. Im Jahr 2022 wird wieder richtig gepilgert - genau in einer Woche.



Wie viele gehen mit? Diese Frage konnte die Pilgerleitung früher immer erst beantworten, nachdem man auf dem Kirchplatz in Altötting eingezogen war. Heuer ist das anders: Aus organisatorischen Gründen ist die Teilnahme an dieser Wallfahrt - übrigens einer der traditionsreichsten in ganz Bayern - nur mit vorheriger Anmeldung möglich und die Meldefrist ist schon durch. Kurzentschlossene - auch die hat es in der Vergangenheit immer wieder gegeben - können ausdrücklich nicht mehr dabei sein.

Im Vergleich immer noch viele Teilnehmer

Die Zahl der Pilger steht also jetzt schon fest: 675 sind es - und damit in etwa halb so viele wie in früheren Wallfahrtsjahren. Für die Pilgerleitung ist das dennoch ein Grund zur Freude, denn die zweijährige Coronapause hat auch den bayerischen Wallfahrten zugesetzt: „Manche haben bis zu zwei Drittel weniger Teilnehmer, manche gibt es gar nicht“, so Pilgerführer Klaus Nöscher. „Deshalb freuen wir uns, dass es doch so viele sind, die mit uns gehen wollen.“

Mit etwa 500 habe man gerechnet, sagt er. Also mit deutlich weniger Teilnehmern, die Gründe dafür sind vielfältig. Obendrein war die Pflicht zur Voranmeldung heuer neu, aufgrund der organisatorischen Herausforderungen laut Nöscher jedoch zwingend notwendig: „Die Quartiersuche und vor allem das Festlegen der Einkehrstationen ist jetzt viel schwieriger als früher, weil es manche Gastwirtschaften entweder gar nicht mehr gibt oder aber sie den großen Andrang eines Pilgerzugs personell einfach nicht mehr stemmen können“, erklärt der Pilgerführer.

Ablauf der Pilgerreise anders als früher

Die Routiniers unter den Teilnehmern - und das sind nicht wenige – müssen sich also etwas umstellen: Zur Rast in Nandlstadt - dort wird der Pilgerzug am Freitagmorgen eintreffen - steht heuer das Pfarrheim nicht zur Verfügung, stattdessen die Festhalle und eine Bäckerei; in Vilsheim stehen wegen einer Baustelle die Busse etwas weiter draußen im Gewerbegebiet; in Holzhausen wird am Samstagmorgen kein Gottesdienst gefeiert, heilige Messen gibt es in Altfraunhofen (6.30 Uhr) und in Geisenhausen (7 Uhr); zum Halt in Haarbach (Samstagvormittag) ist die Gaststätte zu, verpflegt wird im Feuerwehrhaus; die Rast in Bonbruck (Samstagmittag) entfällt heuer; in Egglkofen (Samstagnachmittag) ist ebenfalls die Wirtschaft zu, Verpflegung am Feuerwehrhaus, dort ist dann auch Aufstellung zum Weitermarsch; in Pleiskirchen (Sonntagmorgen) ist nur mehr eine Wirtschaft geöffnet, von dort aus nimmt der Zug dann auch einen abgeänderten Weg (wie schon bei der kleinen Wallfahrt im vergangenen Jahr) über eine Ortsverbindungsstraße und danach auf dem Radweg.

In Altötting - zum Einzug auf dem Kirchplatz wünschen sich die Pilger auch möglichst viele Hiesige, die sie dort begrüßen und mit ihnen zusammen dann den Abschlussgottesdienst in der Basilika feiern - gibt es auch eine kleine Änderung: Das Bild der Gnadenmutter ist wegen der Renovierung der Gnadenkapelle vorübergehend in die Stiftskirche umgezogen. „Sie ist also nicht weit weg“, so Pilgerführer Nöscher.

Was wünscht er sich eigentlich für diese Wallfahrt? „Wir freuen uns alle sehr, dass wir mit doch so vielen Pilgern wieder wallfahrten können und dass alles so gut geklappt hat.“ Vielleicht, meint er, sei so eine etwas kleinere Wallfahrt ja auch eine Chance: „Dass man wieder näher zusammenkommt.“

Der Ablauf der Hallertauer Fußwallfahrt

Freitag, 30. September: 2.45 Uhr: Reisesegen in der Wolnzacher Pfarrkirche; 3 Uhr: Aufstellung an der Preysingstraße direkt nach der Baustelle, dort stehen auch die Begleitfahrzeuge; 7 Uhr: Rast in Nandlstadt; 12 Uhr: Rast in Moosburg, Anschluss der Pilger aus Gundelsdorf und Koppenwall; 15/15.30 Uhr: Rast in Niedererlbach und Buch am Erbach; 18 Uhr: Ankunft in Vilsheim.

Samstag, 1. Oktober: 5.30 Uhr: Abmarsch für Pilger nahe Vilsheim; 6.30 Uhr: Messe in Altfraunhofen; 7 Uhr: Messe in Geisenhausen; 14.30 Uhr: Rast aller Gruppen in Egglkofen (davor Rast einzelner Gruppen); 17.30 Uhr: Ankunft in Neumarkt-St. Veit.

Sonntag, 2. Oktober: 4.30 Uhr: Abmarsch in Neumarkt-St. Veit; 7 Uhr: Rast in Pleiskirchen; etwa 12.20 Uhr: Ankunft in Altötting, Einzug auf dem Kirchplatz und danach Dankgottesdienst in der Basilika. Die Busse fahren nach Ende wie gewohnt zurück, im Bus gilt ausdrücklich Maskenpflicht, alle Pilger sollten eine Maske dabei haben.