Breitenbrunn

Zu Besuch bei Kalb und Kuh

Verband für landwirtschaftliche Fachbildung will Kontakt mit Verbrauchern intensivieren

29.06.2022 | Stand 29.06.2022, 5:00 Uhr

Das Fleckvieh hat außer dem 2014 erbauten Laufstall noch einen Liegestall zur Verfügung. Foto: Sturm

Buch – Mit der Veranstaltungsreihe „Tier und Natur auf der Spur“ möchte der Verband für landwirtschaftliche Fachbildung Neumarkt (vlf) den Kontakt zwischen Landwirten und Verbrauchern wieder intensivieren und einen Beitrag dazu leisten, dass Letztere einen Einblick in die landwirtschaftliche Produktion erhalten und sich von der Qualität der erzeugten Nahrungsmittel ein Bild machen können. Vor Kurzem fand eine Führung auf dem Hof der Familie Schmid in Buch in der Gemeinde Breitenbrunn statt.

Johann und Walburga Schmid bewirtschaften zusammen mit ihrem Sohn Johannes rund 100 Hektar Agrarland. Angebaut werden beispielsweise Weizen, Dinkel und Gerste sowie Erbsen und Kleegras. In einem weiträumigen Laufstall fühlen sich rund 200 Rinder wohl, darunter gut 100 Milchkühe. Es gibt einen überdachten Liegestall und zum Jungviehstall gehören eine ganze Reihe von Abkalbeboxen. Gemolken werden die Tiere in einem Autotandem-Melkstand. Den Besuchern – wahrscheinlich wegen der hohen Temperaturen waren es weniger als erwartet – erklärte Johannes Schmid, dass das Grundfutter für die Rinder selbst produziert wird. Lediglich das Kraftfutter muss zugekauft werden.

30 Bäuerinnen und Bauern aus allen Gemeinden des Landkreises Neumarkt haben sich der Aktion des Verbandes für landwirtschaftliche Fachbildung angeschlossen. „Eine sehr gut durchdachte Aktion ist das“, sagte Sigrid Schindler, die Vorsitzende der Bund-Naturschutz-Ortsgruppe Mühlhausen. Sie war nicht nur nach Buch gekommen, sondern hatte auch schon die vorangegangen Führungen besucht. „Ich finde es nur schade, dass die Hofbesuche bisher nicht besser angenommen wurden“, meinte sie im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die Erwachsenen und die Mädchen und Buben jedenfalls, die zum Bauernhof der Familie Schmid gekommen waren, gingen mit vielerlei Informationen wieder nach Hause. Sie bekamen bei einem Rundgang einen interessanten Einblick in die natur- und umweltgerechte Produktion von Nahrungsmitteln, den Anbau von Tierfutter und die Erzeugung von Milch und Fleisch in artgerechter Haltung. Sehen, Hören, Riechen, Tasten, Schmecken war angesagt, Landwirtschaft zum Anfassen eben.

„Wir möchten ihnen heute die Landwirtschaft und alles was dazugehört ein Stück weit näher bringen.“ Mit diesen Worten hatte Johannes Schmid die Gäste auf dem Hof begrüßt – und es dürfte ihm gelungen sein.

Interessant waren auch die Zahlen zur Agrarstatistik im Landkreis Neumarkt, die er dabei hatte. Demnach wurden im Kreis Ende 2021 von 1930 Betrieben 58526 Hektar an landwirtschaftlichen Flächen bewirtschaftet. Das entspricht einer durchschnittlichen Betriebsgröße von 30,32 Hektar. Auf einer Fläche von 22150 Hektar werden verschiedene Getreidesorten angebaut. Die größte Fläche davon, nämlich 7915 Hektar, entfällt auf Winterweizen. Ackerfutter wird auf 7413 Hektar angebaut, auf Dauergrünland entfallen 13192 Hektar. In den Stallungen im Landkreis stehen 44500 Rinder. Die Anzahl der Milch-, Mutter- und Ammenkühe liegt bei 18136. Ansonsten werden 13104 Schafe, 997 Ziegen, 1564 Pferde, 32848 Schweine, 67908 Stück Geflügel und 852 Wildtiere wie Dam- und Rotwild gehalten. Wer hätte das gewusst?

swp