Behörde lenkt ein
Wasserwirtschaftsamt empfiehlt Planungsstopp zum Bau der Flutmulde Dietfurt

23.05.2024 | Stand 23.05.2024, 19:00 Uhr

Immer wieder kommt es in Dietfurt zu Überschwemmungen der Laber, wie hier am Walk. Das Wasserwirtschaftsamt hat dennoch den Planungsstopp empfohlen. Foto: Archiv

Bei der nächsten Stadtratssitzung in Dietfurt am kommenden Montag geht es ausnahmsweise einmal nicht um Solarparks. Vielmehr stehen der Bayrisch-Chinesische Sommer, der Ausbau der Ortsdurchfahrt von Mallerstetten und vor allem der Hochwasserschutz der Sieben-Täler-Stadt auf der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung, die um 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses beginnt.

Vor allem zum Hochwasserschutz hat Bürgermeister Bernd Mayr (FW) Bedeutendes mitzuteilen. Der Bau einer Flutmulde im Osten der Innenstadt hängt bekanntlich seit zehn Jahren wie ein Damoklesschwert über der Sieben-Täler-Stadt. Schon vor rund zehn Jahren musste sich die Stadt mit den Planungsvarianten des Wasserwirtschaftsamts in Regensburg auseinandersetzen. Zur Vermeidung extremer Hochwasserszenarien kristallisierte sich schließlich der millionenschwere Bau der Flutmulde-Ost heraus. Von Anfang an war klar, dass sie schlicht und ergreifend nicht finanzierbar sein werde. Zuletzt stand eine Summe von rund 22 Millionen Euro an reinen Baukosten im Raum, die sich der Freistaat und die Stadt teilen sollten. Darin noch nicht enthalten sind laut Bürgermeister Bernd Mayr (FW) die Kosten für den Grunderwerb und für die Belange des Denkmalschutzes. Weil das Geld bekanntlich überall knapp ist, war auch an den 50 Prozent nicht zu rütteln, so Mayr (FW) im Gespräch mit unserer Zeitung. Diese gewaltige Summe, welche die Stadt niemals hätte stemmen können und die sie auch auf Raten nicht hätte abstottern können, hätte für die Stadt die absolute Zahlungsunfähigkeit bedeutet und ihre Entwicklung auf Jahre hinaus gestoppt. Nun, so Mayr, habe die Behörde sich dazu durchgerungen, vom Bau der Flutmulde auf unbestimmte Zeit abzusehen und den Planungsstopp zu empfehlen. Die Planungen hatten über die Jahre immerhin auch schon mehrere 100000 Euro gekostet.

Dass diese Entscheidung eine gewaltige Erleichterung bedeute und eine Zentnerlast von seinen Schultern falle, versteht sich von selbst. In kleiner Runde zusammen mit den Bürgermeister-Stellvertretern und den Fraktionsvorsitzenden sei das weitere Vorgehen besprochen worden, das am Montag dem Stadtrat zur Diskussion vorgestellt wird. Die Beschlussvorlage lautet dahingehend, angesichts der angespannten Haushaltslage das Fazit des Wasserwirtschaftsamts anzunehmen.

Natürlich bedeutet dies nicht das Ende des Hochwasserschutzes im Raum Dietfurt. Die Pläne sollen nicht aufgegeben werden, sondern für unbestimmte Zeit in der Schublade landen. Bis es irgendwann so weit ist, sollen kleine gezielte Maßnahmen im engen Schulterschluss mit dem Landratsamt in Neumarkt und dem Wasserwirtschaftsamt erarbeitet werden, die im Falle eines 100-jährigen Hochwassers – kurz HQ100 genannt – hilfreich sein können.

uke