„Auf Stein gezeichnet“
Sonderausstellung in der Obermühle mit Werken des Künstlers Bernhard Michali

10.05.2024 | Stand 10.05.2024, 19:00 Uhr

Der Erlanger Druckkünstler Bernhard Michali stellt bis zum 15. Juni in der Obermühle aus. Fotos: Hradetzky

Bis zum 15. Juni dauert die Sonderausstellung „Auf Stein gezeichnet – vom Stein gedruckt“, die aktuell im Museum „Stein, Wasser, Höhle“ in der historischen Obermühle in Mühlbach zu sehen ist. Druckkünstler Bernhard Michali zeigt dort seine Original-Lithographien.

Hausherrin Agnes Martiny und ihre Familie hatten den Künstler, einen Freund des Höhlenforschers Dieter Gebelein von der Karstgruppe Mühlbach, für eine Ausstellung in der Obermühle gewinnen können. Sie seien mit ihm bereits im August 2023 in Kontakt getreten, so Martiny. Daraufhin hatte Michali eigens für die Ausstellung Motive der Obermühle und der Mühlbachquellhöhle ausgearbeitet.

Agnes Martiny begrüßte die Gäste vor Kurzem zu einer Vernissage in der denkmalgeschützten und komplett aus Kalksteinen gebauten Obermühle. Der 1962 geborene Michali kam bereits als junger Mann in seiner Ausbildung zum damaligen Beruf „Druckvorlagenhersteller“ mit der Druckkunst in Berührung. Seine Lehrmeister in der Repro-Anstalt zeigte seinem Lehrling auch originale Lithographien, die mit dem von Alois Senefelder entwickelten Steindruckverfahren erstellt worden waren: „Auf Stein gezeichnet – vom Stein gedruckt“, löste dabei eine Faszination für diese alte Handwerkstechnik aus, die bei Michali bis heute anhält. Senefelder hatte im Jahr 1797 die Lithographie erfunden. Für Michali ist diese die malerischste Technik im Bereich der Druckgrafik, sie bietet das größte Repertoire an künstlerischen und farblichen Ausdrucksmöglichkeiten. Das Handwerk der originalen Lithographie zu bewahren, mit modernen Techniken zu verfeinern und weiterzuentwickeln ist dem Erlanger Künstler ein großes Anliegen.

Im Laufe der Jahre ist es ihm gelungen, in der lithographischen Druckkunst einen ganz eigenen Strich und Stil zu entwickeln. So ist die Farbe ein wesentlicher Bestandteil seines künstlerischen Schaffens: Neben der originalen Lithographie erweitern Monotypie, Hochdruck, Holzschnitt und Siebdruck das Repertoire der Druckwerkstatt. „Für mich ist die Lithographie die malerischste aller Drucktechniken, bei der ich auch mit Halbtönen arbeiten und meine Impressionen und Kreativität ausleben kann“, erfuhren die Gäste von dem Künstler selbst. Es sei ein sehr aufwendiges Verfahren und für jedes Motiv benötige man eine neue Platte. Zu sehen sind auf seinen Drucken viele Naturmotive wie die Serien „The magic of grass“, oder „Ufer Schilf“, aber auch Themen wie „Old American Beautys“, „Blues“ oder „Reiseimpressionen“.

Die Drucke sind käuflich zu erwerben. Im Rahmen der Vernissage stand der Künstler, der seine Arbeiten in seinem Atelier Last Print Brucklyn in Erlangen fertigt, allen Interessierten für Fragen rund um seine Kunst zur Verfügung.

khr