Bürgermeister äußert sich

Tiktok-Video: Schwere Rassismusvorwürfe gegen Dietfurter Chinesenfasching

25.01.2023 | Stand 26.01.2023, 12:17 Uhr

Jedes Jahr am Unsinnigen feiern die Dietfurter und ihre Gäste den Fasching mit einem bunten Festzug. Chinesisch gewandete Zuschauer sollen dazu beigetragen haben, dass ein falsches Bild entstanden ist. Foto: Archiv

Der Chinesenfasching in Dietfurt (Landkreis Neumarkt) sieht sich Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt. Der Grund ist ein Video auf Tiktok, das viral geht und einen Shitstorm gegen die Veranstaltung ausgelöst hat.





Der Dietfurter Chinesenfasching ist seit vielen Jahrzehnten das Aushängeschild der Sieben-Täler-Stadt. Er hat ihr überregionale Bekanntheit im positiven Sinn verschafft und vor knapp acht Jahren die Partnerschaft und Freundschaft mit der chinesischen Großstadt Nanjing eingetragen. Jedes Jahr strömen tausende Menschen aus der Region und weit darüber hinaus am Unsinnigen Donnerstag ins Altmühltal.

Tiktok-Video bereits im Oktober veröffentlicht



Doch in diesem Jahr, als man nach dem Ende der Pandemie endlich wieder an einen friedlichen Unsinnigen nach gewohntem Modus glaubte, sind auf einmal dunkle Wolken am Faschingshimmel über Dietfurt aufgezogen. Anlass ist ein Video auf TikTok, das bereits im Oktober vergangenen Jahres, also geraume Zeit vor dem Unsinnigen Donnerstag, dort veröffentlicht wurde. Darin echauffiert sich eine junge Frau asiatischer Herkunft 50 Sekunden lang über „das Chinesenfasching“ und den Rassismus, der durch ihn verbreitet werde. Tausende Weiße würden sich ihr Gesicht gelb anmalen und sich mit gefakten Kostümen als Chinesen ausgeben. „Das Chinesenfasching“ verkaufe „viele weiße rassistisch geprägte Fantasien“, heißt es weiter.



Das Video sollte im Netz einen Shitstorm auslösen mit mehreren hundert negativen Kommentaren. Bild.de entdeckte es justament zu diesem Zeitpunkt, wenige Wochen vor dem Unsinnigen, für sich und regte eine Diskussion im Netz an, ob der Chinesenfasching tatsächlich rassistisch sei oder nicht. Antenne Bayern tat es Bild nach.

Bürgermeister: „Völliger Blödsinn“



Bürgermeister Bernd Mayr (FW) sah sich zwischen realen Alltagsproblemen eines oberpfälzischen Rathauschefs zu einer Stellungnahme genötigt. Ebenso wie bei der Stadtratssitzung am Dienstagabend stellte er klar, dass der Rassismusvorwurf „völliger Blödsinn“ sei. Vielmehr verwies auf den geschichtlichen Hintergrund des Großereignisses. Die Politik bleibe hier völlig außen vor. Auch die Vorwürfe des „¥ellowfacings“, des Bemalens der Gesichter mit gelber Farbe, wies er zurück und führte die Freundschaft zu Nanjing, die Zusammenarbeit in vielen Bereichen und den Kulturaustausch mit dem Reich der Mitte ins Feld.

uke