Dietfurt
Open Air Seelenklang bei Alcmona Dietfurt verzaubert die Zuhörer

17.06.2024 | Stand 17.06.2024, 16:24 Uhr |

„Boarisch Metal“ gab es von der Gruppe Runa. Fotos: Grad

Zärtlich streichen Finger und Hand über das Hang, schmeichelnde Klänge sind zu hören. Sie vereinen sich mit feinen Gitarrenakkorden oder Tönen der Querflöte. Die Zuhörer lauschen dem „Seelenklang“. Thomas Gampfer hatte das Open Air auf Alcmona am Samstag organisiert und elf Gruppen und 30 Musizierende machten die Musik. Ausgangspunkt für derartige Klänge war die Leier, ein uraltes Instrument, so Gampfer. Weitere Instrumente, selbst erfunden und gebaut, kamen dazu und natürlich kann auf allen möglichen Instrumenten „Seelenklang“ gestaltet werden.

Musiker experimentieren, sind kreativ, wollen etwas ausprobieren, finden sich und spielen zusammen. Manche haben Bühnenerfahrung, andere treten ganz spontan auf. Zwei Gitarristen singen nachdenklich auf Bairisch „Oida, wos bleibt?“ und unter dem aufgespannten großen Sternenzelt lauscht das Publikum und spendet Beifall. Professioneller geht es bei Axel Stieber zu mit „fusioneske gitarre und fretless bass, ein E-Bass ohne Bünde“. Unterstützt wird er spontan von drei Percussionisten mit Cajons und Djembe. Axel schlägt einige Akkorde an, die „Schlagwerker“ klinken sich ein und alles passt zusammen. Basstöne werden gespielt, Stups macht auf der Querflöte urige Töne, es gibt spontanen Applaus.

Die Musiker sind Könner auf ihren Instrumenten, verstehen sich blind, hängen sich spontan an und spielen problemlos mit. Bei diesen Klängen wird die Seele eher unruhig und mitgerissen, freut sich aber und staunt, auch bei „Runa – geheimnisvoll steirisch“. Violine, Gitarre, Ziach und Schlagwerk. Töchter und Väter machen schöne und ruhige Musik, aber bei „Boarisch Metal“ und mit Gesang geht es ganz anders zu. Und auch die Seele wird mitgerissen.

Dann singt Astrid Blues und Gospel mit geschulter, kräftiger Stimme, Axel begleitet sie auf der Gitarre. Damit das klappt, gibt es zunächst ein paar Absprachen und dann passt es. Auch einen Song aus dem Mittelalter singt Astrid und meint: „Da ist ganz viel von Liebe dabei.“ Ein plötzlicher Windstoß verweht die Notenblätter, rasche Hilfe richtet alles wieder her. Zwischendurch kann man beim Alcmona-Team etwas gegen Hunger und Durst erwerben. Zum Teil kennen sich die Musizierenden, sie kommen aus der Gegend, auch aus Regensburg, München und sogar von Hamburg ist einer angereist. Man versteht sich und schätzt die anderen. Die nächsten Klänge beruhigen die Seele wieder. Eine Decke wird ausgebreitet, einige Hangs bereitgelegt, dazu eine Gitarre. Vielleicht mögen sie gern „Keks mit Majo“, so nennen sie sich, aber das Musizieren auf zwei Hangs klingt gut.

Nach einem Stück gesellt sich ein Text-Machender zum Duo. Er liest unter feinem Gitarrenklang die Geschichte von einem Raben vor, der in der Landschaft und im Wald fröhlich herumfliegt, aber als finster wird, sein Nest nicht mehr findet. Voller Angst setzt er sich auf einen Ast. Und als es Morgen wird, da fliegt sein Nest zu ihm und der Rabe ist überglücklich. Dann gibt es wieder Hangmusik und da wurde die Seele wieder ruhig. Auf dem Rücken einer großen und kleinen Gitarre ein rhythmisches Stück und viel Beifall belohnt die jungen Künstler.

Die weiteren Gruppen spielen „heavy unplugged“, „alles außergewöhnlich“, „fingerpicking percussion“ und eine „experimentelle Gongreise“. Zuletzt lässt die Gruppe Omwoldon „rhythmisch mystisch“ das Open Air ausklingen. Für alle Gruppen und ihre Musik gibt es reichlich Beifall.

DK