Dietfurt
Neues Baugebiet und der Schutz vor Starkregen Thema bei Bürgerversammlung in Hainsberg

17.11.2023 | Stand 17.11.2023, 17:05 Uhr

In Hainsberg entsteht derzeit ein neues Baugebiet mit elf Parzellen. Fotos: Hradetzky

Wieder hat der Dietfurter Bürgermeister Bernd Mayr (FW) ein offenes Ohr im Rahmen einer Bürgerversammlung. Diesmal für die Mitteldorfer und Hainsberger, die sich im dortigen Feuerwehrhaus versammelt hatten. Der Rathauschef ging in seinem allgemeinen Bericht auf den Bau von Photovoltaik-Anlagen ein. Insgesamt habe die Stadt zehn Solarparks genehmigt, mit einer Fläche von 5,3 Hektar auch in Hainsberg.

Dort entsteht derzeit ein neues Baugebiet mit elf Plätzen und Investitionskosten von 1,6 Millionen Euro. Um das Oberflächenwasser abzuleiten, habe man ein Regenrückhaltebecken gebaut, in dem das Wasser versickern könne. „Ich hoffe, dass es hier in Hainsberg auch eine Bauwilligkeit gibt“, so Mayr, schließlich sei hier Kapital gebunden und das nicht gerade wenig. In Mitteldorf habe man ein Mischgebiet ausgewiesen, so dass „wir ein Gewerbegebiet haben, wenn Anfragen kommen sollten“, so der Bürgermeister.

Nach dem allgemeinen Teil konnten sich die Bürger zu Wort melden. Eine Hainsbergerin merkte an, dass bei der Linde, wenn man von Mitteldorf kommt, die Busse nicht mehr um die Ecke fahren können, wenn dort Autos alles zuparken. Ein Halteverbotsschild könnte hier Abhilfe schaffen, meinte sie. Mayr versprach, einen Besichtigungstermin mit der zuständigen Sachgebietsleiterin des Landratsamtes für Straßenverkehrswesen zu vereinbaren. Ein Landwirt wollte wissen, ob es zu zeitlichen Einschränkungen bei der Nutzung landwirtschaftlicher Fahrzeuge gerade in frühen Morgenstunden kommen könnte, wenn externe Bürger ins Neubaugebiet ziehen. „Manche stören die Kuhglocken, den anderen stört der Gockel“, meinte er. Mayr erklärte, dass die Bauplätze wie überall sonst in der Großgemeinde über das Matrix-Verfahren vorrangig an Einheimische vergeben würden und die Stadt nicht in den aktiven Verkauf gehe.

Funkmast bei Töging geht im Sommer 2024 in Betrieb

„Welche Funktion soll der Mast in Töging haben?“ Dieser werde von der Deutschen Funkturm GmbH gebaut und betrieben und sei fünf Meter höher als der Mast beim Freibad, damit alle Betreiber integriert werden könnten. Zwischen Mai und September 2024 soll er in Betrieb gehen. Weiße Löcher zu schließen sei Staatsaufgabe, so der Rathauschef. Ob der Verstärker auf der Windkraftanlage in Mallerstetten noch laufe, war eine Frage, die niemand beantworten konnte.

Dass bei Starkregenereignissen das 20er-Rohr zwischen Mitteldorf und Hainsberg nicht ausreichte, stellte ein Bürger fest. „Wie bekommen wir das Wasser von Hainsberg weg?“ Hier müsse etwas geschehen. Mayr erklärte, dass man erst handlungsfähig sei, wenn der wasserrechtliche Bescheid des Landratsamtes vorliege. Hier seien die Planungen abgeschlossen, der Bescheid komme in den nächsten Wochen. Soweit ihm bekannt sei, seien ein verbreiterter Graben und mehrere Versickerungsstufen dort in den Planungen enthalten, um das Wasser abzuleiten. „Es handelt sich um eine relativ große Maßnahme“, so der Bürgermeister, auch Bodenproben seien gemacht worden.

Was eine wasserrechtliche Erlaubnis genau sei, wollte die Ortssprecherin Martha Thumann wissen. Dies sei die turnusmäßige Überprüfung alle fünf bis zehn Jahre aufgrund der Klimaveränderungen. Hier würden keine Kosten für den einzelnen Bürger entstehen.

Wegen des Starkregens im Jahr 2021 in Hainsberg bewegte das Thema die Bürger deutlich: Wie das Wasser künftig versickern soll, wollte Thumann wissen. „Wir haben herausgefunden, dass die Doline richtig Wasser schluckt. Zuerst läuft das Wasser vom ersten Überlauf in die Doline und wenn diese voll ist, dann ist der zweite Überlauf dran und der geht in die Kanalisation“, so Mayr. Zum Zeitpunkt könne man noch nichts Konkretes sagen, es werde aber von Seiten der Stadt aufs Tempo gedrückt.

Außerdem sei es sinnvoll, eine Doline ortsnah zu öffnen. Die Stadt habe sich mit dem Eigentümer des Feldes geeinigt, einen Bereich des Feldes, wo sich die Doline befindet, zu erwerben und werde diese auch öffnen.

Ob eine Saugstation samt Vorrichtungsadapter beim Becken zum Wegpumpen des Wassers bei Starkregenereignissen vorgesehen sei, wollte ein Feuerwehrmann wissen. Ein weiterer erkundigte sich nach dem Stand der Ausrückegemeinschaft Oberbürg/Mallerstetten. Dies habe man zunächst verschoben. Die Feuerwehr Hainsberg sei mittlerweile mit dem ältesten Anhänger der Großgemeinde unterwegs, ob man da nicht den Hänger von Zell übernehmen könne, sobald dort der neue geliefert werde. Darüber könne man sich unterhalten, meinte Mayr.

Unfallträchtige Kreuzung bei Mitteldorf

Über sehr gefährliche Verkehrsecken wurde ausführlich diskutiert. So fehlen zum Beispiel ein weiterer Spiegel an der Kreuzung von Mitteldorf kommend nach Hebersdorf. Zahlreiche Unfälle habe es an der Kreuzung von Dietfurt kommend in Mitteldorf gegeben. Beim letzten entstand zwar nur ein Sachschaden, aber bei diesem habe es sogar die heilige Figur am Marterl beim Lindenbaum erwischt. „Hier preschen die Leute, die aus Dietfurt kommen, regelrecht drüber“, wusste ein Bürger. Mayr versprach auch hier, mit der zuständigen Mitarbeiterin des Landratsamtes vor Ort die Sachlage zu erkunden.

Die Hundehinterlassenschaften – eingepackt in bunten Tüten – seien überall zu sehen, monierten sich einige Versammlungsteilnehmer über die Unvernunft mancher Hundebesitzer. Einige würden extra nach Hainsberg hinauffahren und im Auto sitzen bleiben, während ihr vierbeiniger Freund sein Geschäft auf dem Sportplatz verrichte. Dies nehme mittlerweile extreme Ausmaße an.

Hundehalter verärgernimmer wieder die Bürger

Immer wieder im Bürgermagazin das Thema Hundekot aufs Tableau zu bringen, versprach Mayr, jedoch seien der Stadt bei diesem Thema ansonsten die Hände gebunden. Dass beim Bau von PV-Anlagen jagdbare Flächen verloren gehen, stellte ein Bürger fest und wollte wissen, ob es dann Entschädigungen gebe. Die Jagdgenossenschaften würden vom jeweiligen Betreiber laut Durchführungsvertrag entschädigt. Sobald die vorgesehenen Flächen eingezäunt werden, solle sich die Jagdgenossenschaft zwecks Entschädigung bei der Stadt melden.

Am Ende entbrannte noch eine Diskussion über die Erzeugung von Strom und notwendige Speicher, über den Tipp an die Ausführenden, die Erschließung des Mischgebiets in Mitteldorf vorausschauend und solide zu konzipieren (zum Beispiel samt Gehweg) und über den Wunsch nach einem eigenen Radweg nach Hainsberg, bevor Thumann zum Schlusspunkt ansetzte und der Stadt im Namen aller Bürger für die Arbeiten und Projekte dankte.

khr