Dietfurt

Neues Baugebiet rückt näher

Stadtrat Dietfurt beschließt Herausnahme von Flächen aus der Naturparkzone und entlässt Werner Eberl

20.09.2022 | Stand 20.09.2022, 16:02 Uhr

Diese Fläche am westlichen Ortsrand von Mühlbach soll aus der Schutzzone des Naturparks herausgenommen werden. Fotos: Archiv

Dietfurt – Die Ausweisung von Sondergebieten für Solarparks im Gemeindegebiet, die Herausnahme einiger Flächen aus der Schutzzone des Naturparks Altmühltal und diverse Bauvorhaben sind nur einige von zahlreichen Themen, mit denen sich der Dietfurter Stadtrat in seiner Sitzung am Montagabend auseinandergesetzt hat. Auch eine Personalie gab es: Werner Eberl (CWU) aus Töging hatte schriftlich beantragt, aus dem Stadtrat entlassen zu werden, was dann auch der Fall war.

Am Anfang der jüngsten, wie eigentlich derzeit bei jeder Sitzung, standen die „Sonderbauflächen mit Zweckbestimmung Photovoltaik“. Für den Solarpark Hallenhausen musste Bürgermeister Bernd Mayr (FW) die eingegangenen Stellungnahmen der Behörden und Träger öffentlicher Belange vortragen, über die dann gesammelt abgestimmt wurde. Im Anschluss wurden die Änderung des Flächennutzungsplans mit integriertem Landschaftsplan abgesegnet sowie der Bebauungsplan „Solarpark Hallenhausen“ als Satzung beschlossen.

Ein zweiter bei Wildenstein geplanter Solarpark war den Räten ebenfalls schon bekannt. Im Oktober vergangenen Jahres hatten sie ihn genehmigt. Wegen der laufenden Hochwassermaßnahmen und einem neuen Einspeisepunkt in Wildenstein hatte der Investor aus Breitenbrunn jedoch zwischenzeitlich einen neuen Plan für eine andere Flurnummer, ebenfalls in der Gemarkung Wildenstein, vorgelegt.

Negative Auswirkungen nicht zu erwarten

Auch gegen den geänderten Standort hatten Verwaltung und Stadtrat nichts einzuwenden, es seien keine negativen Auswirkungen auf den Ortsteil zu erwarten, durch entsprechende Heckenanpflanzungen sei die Anlage nicht sichtbar, hieß es. Max Koller (CWU) erkundigte sich nach der Bonität der Fläche. Die Bonität sei noch nicht im Kriterienkatalog enthalten, so Mayr, dafür seien maximal 100 Hektar für Solarparks in der Großgemeinde möglich. „Wir werden in absehbarer Zeit sehr, sehr viel Strom brauchen“, so Ilse Werner (CSU). Sie empfahl, einen Fachmann in eine der nächsten Sitzungen zu holen. Der Boden könne landwirtschaftlich weiter genutzt werden, meinte Harald Uhl (FW). Beispielsweise sei ein Gemüseanbau unter den Modulen jederzeit möglich. Da schaue es mit der Bonität dann gleich ganz anders aus. Auch Carolin Braun (SPD) befand Werners Vorschlag für gut. Sie bat um einen Übersichtsplan, was wo geplant sei.

Vorwiegend zur Wohnbaunutzung sollen einige Flächen auf dem Gebiet der Stadt Dietfurt aus der Naturparkzone herausgenommen werden. Die Änderungen hatte der Stadtrat schon vor zweieinhalb Jahren unter Bürgermeisterin Carolin Braun genehmigt. Auf Grundlage der fachlichen Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde und aktuellerer städtebaulicher Entwicklungen war zwischenzeitlich die Anpassung der Planunterlagen erfolgt. Die fünf Flächen, die aus der Schutzzone herausgenommen werden sollen, liegen in Dietfurt, Unterbürg, Haahof und Mühlbach. Bei letzterer handelt es sich um eine landwirtschaftlich genutzte Fläche am westlichen Ortsrand in Richtung Dietfurt. Dort wäre ein größeres Baugebiet möglich. Den größten Teil hat die Stadt gekauft, allerdings hakt es noch am Rand zur Staatsstraße hin, wo man sich, so Mayr, wegen des Preises nicht handelseinig geworden sei. Braun konnte sich vorstellen, diese Fläche in der Schutzzone zu belassen. „Warum soll man Leuten, die möglichst teurer verkaufen wollen, hier einen Gefallen tun?“, fragte sie. Die Fläche blieb in der Zone, Der Stadtrat segnete ohne weitere Wortmeldungen alle genannten Änderungen ab.

Nachrücker ist erfahrener Kommunalpolitiker

„Aus persönlichen Gründen“ hatte Werner Eberl schriftlich um seine Entlassung gebeten und sich für die gute Zusammenarbeit in den vergangenen acht Jahren bedankt. Das Gremium kam dem Wunsch des CWU-Stadtrats, der entschuldigt fehlte, nach und beschloss das Nachrücken eines Listennachfolgers. Das ist Martin Schmid, der auch schon, soviel verriet Mayr, zugesichert habe, das Mandat anzunehmen. Der Schweinkofener ist ein Urgestein der Kommunalpolitik. Er hat sich auf vielen Gebieten ehrenamtlich engagiert. Der 71-Jährige saß vier Perioden im Dietfurter Stadtrat und ebenso lange im Kreistag Neumarkt. Nach zehn Jahren als BBV-Kreisobmann ernannte ihn der Verband vor fünf Jahren zum Ehrenkreisobmann. Bis zum heutigen Tag ist Martin Schmid Vorsitzender der Waldbauernvereinigung Parsberg. In der nächsten Sitzung soll er vereidigt werden (weiterer Bericht folgt).

uke