Im neuen Glanz
Monstranz kehrt nach umfassender Restaurierung zurück nach Dietfurt

11.06.2024 | Stand 11.06.2024, 5:00 Uhr |

Stadtpfarrer Armin Heß und Anton Bachhuber sind höchst erfreut, die Dreifaltigkeits-Monstranz zurückzuhaben. Foto: Palm

300 Jahre alt ist die Dietfurter Dreifaltigkeits-Monstranz. Am Fronleichnamstag war sie nach umfassender Renovierung nach vielen Jahren Pause erstmals wieder im Einsatz. Der kostbare Sakralgegenstand stammt aus der Zeit um 1700. Der frühere Stadtpfarrer Karl Strehle hatte sie als die wertvollste Monstranz der Pfarrei Dietfurt bezeichnet.

Ihr Name weist auf die künstlerische Gestaltung hin. Oben unter dem Kreuz ist der Heilige Geist als Taube dargestellt. Darunter schwebt Gott Vater und unter ihm befindet sich im Tabernakel Gottes Sohn als Leib Christi in der geweihten Hostie. Ganz unten ist die Muttergottes im Strahlenkranz zu sehen.

Da die Lunula − das ist der Hostienbehälter – nicht mehr auffindbar war, konnte die Monstranz in den vergangenen Jahren nicht mehr eingesetzt werden. Um sie wieder verwenden zu können, überlegte man, eine neue Lunula anfertigen zu lassen.

Kaum noch Werkstätten für Kunstgewerbe

Da es kaum noch versierte kunstgewerbliche Werkstätten gibt, die derartige Arbeiten ausführen, war man auf der Suche nach einem entsprechenden Betrieb. Fündig wurde man bei der Firma Dochtermann in Augsburg. Gemeinsam fuhren Stadtpfarrer Armin Heß und der ehemalige Pfarrgemeinderatsvorsitzende Anton Bachhuber nach Augsburg, um die Monstranz begutachten zu lassen. Es wurden verschiedene Schäden festgestellt, die nicht nur vom Alter des liturgischen Gegenstandes herrührten. Experten gaben den Rat, im Zuge der Anschaffung einer neuen Lunula die Mängel an der Monstranz beheben zu lassen. „Sie wiesen darauf hin, dass es sich um ein besonderes hochwertiges Werk zur Verehrung des Leibes Christi handelt, das vor über 300 Jahren die Vorfahren ganz sicher mit großer Opferbereitschaft erstanden haben. Allein schon deshalb hat die Generation von heute die Verpflichtung, das Werk zu erhalten“, so Heß.

Spendenaufruf ist überaus erfolgreich

„Da mit dem Geld der Kirchenstiftung anderweitige Auslagen bestritten werden müssen, lag es nahe, nach Spenden Ausschau zu halten, um die Monstranz restaurieren“, so der Geistliche weiter. Der Aufruf von Anton Bachhuber zur finanziellen Unterstützung fand ein positives Echo.

Bei den Reparaturarbeiten wurden die verbogenen Schienen, auf denen die Lunula in die Monstranz eingefügt wird, und auch die verbogenen Strahlen des Strahlenkranzes ausgerichtet. Die komplette Monstranz wurde gereinigt, anpoliert und die silbernen Ornamente konserviert. Außerdem wurden die Glashalterungen instandgesetzt. Die umfangreichen Arbeiten machten es erforderlich, dass die Monstranz komplett zerlegt werden musste. Dank der Spendenbereitschaft war auch eine antike Nachvergoldung möglich. Zudem konnte ein Etui angeschafft werden, um die Monstranz künftig geschützt aufbewahren zu können. Hierbei handelt es sich um eine handwerkliche Maßarbeit speziell für diese 74 Zentimeter hohe und über elf Pfund schweren Monstranz. „Bei der ersten Begutachtung wurde ersichtlich, dass die Monstranz schon einmal ausgebessert wurde. Damals hat man in den Fuß Blei eingesetzt. Wozu das diente, ist heute unklar, da die Monstranz auch ohne einen sicheren Stand hat. Dieses nachträglich angebrachte Blei wurde nun wieder entfernt, da es die Monstranz nur unnötig schwer machte“, erklärt Heß.

Er ist hocherfreut, dass die altehrwürdige, im neuen Glanz erstrahlende Monstranz kurz vor dem Fronleichnamsfest in Augsburg abgeholt werden durfte und beim Hochfest zur Verehrung des Leibes Christi verwendet werden konnte. Er dankt allen Privatpersonen, Firmen, der KAB und Kolping, die gespendet haben, sowie vor allem Anton Bachhuber, „ohne dessen Einsatz die Restaurierung der Monstranz nicht möglich gewesen wäre“.

Weitere Sakralgegenstände restaurierungsbedürftig

Beim Fronleichnamsgottesdienst betonte Stadtpfarrer Armin Heß, dass noch ein paar sakrale Gegenstände restauriert werden müssten, da der Zahn der Zeit daran genagt habe. Ein Aufbewahrungsgefäß für die geweihten Hostien, ein sogenanntes Ziborium, sei durch den Gebrauch über die vielen Jahre besonders betroffen. Auch hierfür sind Spenden willkommen. Wer für den Erhalt sakraler Gegenstände noch eine Spende geben möchte, kann diese in einen Briefumschlag stecken und einen Zettel mit Namen und Adresse beifügen. Das Kuvert kann bei den Kollekten in das Opferkörbchen oder den Briefkasten des Pfarramtes gelegt oder im Pfarrbüro abgeben werden.

Wer möchte, kann seine Spende auch auf eines der Konten der Kirchenstifung bei der Raiffeisenbank Neumarkt, IBAN DE33 7606 9553 0005 0232 38 oder der Sparkasse Neumarkt, IBAN DE40 7605 2080 0042 0008 28 mit dem Betreff: „Spende zur Erhaltung sakraler Gegenstände“ überweisen.

pmd