Wegen Hochwasser
Kreuzfahrtschiff Amina sitzt fest - 196 Passagiere in Dietfurt gestrandet

03.06.2024 | Stand 03.06.2024, 15:14 Uhr |

Wegen des Hochwassers sitzt das Kreuzfahrtschiff Amina derzeit in Dietfurt fest. An Bord sind 196 Passagiere und 48 Crew-Mitglieder. Wie und wann es für sie weitergeht, ist derzeit unklar. Trotz der enormen Regenfälle fließt die Dietfurter Laber in ihrem Bett. Fotos: Patzelt (2)/Hradetzky

In Dietfurt gestrandet ist am Samstag das Kreuzfahrtschiff MS Amina von Rijfers Nautical Management. Nichts geht mehr. Aufgrund der Hochwasserlage ist die Donau gesperrt und das Luxusschiff liegt an der Dietfurter Schiffsanlegestelle fest.



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„So ein Schiff sieht man selten“, meinte eine Dietfurterin, stieg von ihrem Fahrrad, um mit dem Handy noch kurz ein Foto zu schießen. Die Amina ist ein Neubau aus dem Jahr 2024, fährt unter der Schweizer Flagge und besitzt zwei Decks und zwei Restaurants. Um besonders umweltfreundlich zu sein, verwendet das 135 Meter lange Flussschiff unter anderem Solarenergie und Landstrom.

Nur Außenkabinen



Im Restaurant Vier Jahreszeiten können europäische Speisen genossen werden, während in der Trattoria Caminetto italienische Spezialitäten zu finden sind. Die Amina verfügt ausschließlich über Außenkabinen, um den Passagieren einen Ausblick auf die vorbeiziehende Landschaft zu ermöglichen.

„Momentan befinden sich 196 Passagiere an Bord und die Crew besteht aus 48 Mitgliedern“, gab das Crew-Mitglied Galant Auskunft. Nach seinen Worten ist das Kreuzfahrtschiff in Köln gestartet. Aufgrund der Hochwasserlage der Donau durfte man nicht weiterfahren. „Eigentlich sollten wir morgen schon in Linz sein, aber da sehe ich schwarz“, sagte er. Es bestehe nur wenig Hoffnung, dass sich die Lage bessere, obwohl am Sonntagnachmittag der Dauerregen nachließ sogar für kurze Zeit die Sonne durch die Wolkendecke lugte.

Behelfsprogramm eingerichtet



„Wir haben kurzfristig ein Behelfsprogramm eingerichtet. Die Passagiere können sich Dietfurt anschauen oder mit Transferbussen Ausflüge nach Kelheim oder Riedenburg unternehmen“, erläuterte das Crew-Mitglied. Währenddessen wurde an Bord von den Verantwortlichen heftig telefoniert, um sich ein Bild von der aktuellen Lage zu machen.

Unterdessen ist das Wasser der Laber beim Dietfurter Friedhof noch nicht über die Ufer getreten. Im Dezember vergangenen Jahres hatte, unter anderem aufgrund der Anregung von Lothar Steimann, dem Vorsitzenden des Sportangelvereins Dietfurt, das Wasserwirtschaftsamt nach einem Vorort-Termin mit Bürgermeister Bernd Mayr (FW), Veränderungen vollzogen, die jetzt schon ihre Wirkung zeigten. Schon mit kleinen Maßnahmen könne man eine immense Wirkung erzielen, sagte Steimann. Man sollte daher zügig und gemeinsam eine einfache, aber wirkungsvolle Lösung erarbeiten.

Auch an anderen Stellen der Dietfurter Gewässer sollte das Wasserwirtschaftsamt nochmals tätig werden, um schlimmere Hochwassersituationen, die in der Zukunft noch kommen könnten, zu entschärfen.

Beruhigung im Landkreis Neumarkt



Im Verlauf des Sonntags verzeichnete der ganze Landkreis Neumarkt eine deutliche Beruhigung des Einsatzgeschehens. Das teilte das Landratsamt am Sonntagabend mit. Dennoch waren die ehrenamtlichen Einsatzkräfte den ganzen Tag über gefordert gewesen. Die Feuerwehr Berching unterstützte mit ihrer Drehleiter eine Großtierrettung im Nachbarlandkreis. Über den Tag hinweg waren daher nochmals etwa zehn durch Starkregen bedingte Einsätze abzuleisten, die ab den Mittagsstunden wieder durch die Kreiseinsatzzentrale koordiniert wurden. Die Feuerwehren im Landkreis Neumarkt wurden insgesamt zu rund 190 Einsätzen alarmiert, die auf die starken Regenfälle zurückzuführen waren. Diese Einsatzzahlen können durch nachträgliche systemtechnische Erfassung nochmals ansteigen.

Sandsack-Füllplatzes auf dem Gelände des THW Neumarkt



Den Einsatzschwerpunkt am Sonntagnachmittag bildete der Betrieb eines Sandsack-Füllplatzes auf dem Gelände des THW Neumarkt sowie die Transportlogistik. Rund 90 Einsatzkräfte der Feuerwehr, insbesondere aus den Gemeinden Velburg und Dietfurt, sowie der THW Ortsverbände Neumarkt und Parsberg befüllten dort händisch und mit Hilfe einer Sandsack-Füllmaschine mehrere tausend Sandsäcke und stapelten diese in Gitterboxen und auf Paletten.

Die Sandsäcke wurden an die Feuerwehren und die Gemeinden ausgegeben, sodass dort wieder alle verbrauchten Sandsack-Lagerbestände aufgefüllt werden konnten und noch eine zusätzliche Reserve angelegt werden konnte.

pa/khr/DK