Dietfurt
Jura 2000 feiert Oberpfälzer Dialekt bei Mundartabend in Mallerstetten

22.11.2023 | Stand 22.11.2023, 15:32 Uhr

Mit dabei im voll besetzten Wirtshaussaal waren als Ratschkathl Resi Christl, Dieter Radl und Josef Köstler. Den Abend begleitete Schoitn Gsangl. Fotos: Stephan

Bereits zum vierten Mal hat der Verein Jura 2000 einen Abend für alle Freunde des Oberpfälzer Dialekts organisiert. Josef Köstler aus Breitenbrunn begrüßte dazu mehr als 90 Gäste im voll besetzen Wirtshaussaal in Mallerstetten.

Trotz aller Probleme dieser Welt, so Köstler, sei es immer noch Anlass genug, einen gemütlichen Abend zu verbringen. Die Wirtshäuser würden weniger, immer weniger Leute in die Kirche gehen und es werde viel weniger miteinander gesprochen. Köstler äußerte den Wunsch nach mehr Zufriedenheit, den man sich an diesem Abend gönnen werde. Sein besonderer Gruß galt der Vereinsvorsitzenden Gertraud Seitz, dem Mundartdichter Dieter Radl aus Sulzbach-Rosenberg und den Musikanten der Gruppe Schoitn Gsangl aus Holnstein. Die begleiteten den Abend zusammen mit dem Volksmusiker Josef Zach und seiner Frau, die bekannt durch ihre Gesangstreffen sind.

Nach den ersten Musik- und Gesangsstücken der Holnsteiner Musiker, natürlich in Dialekt dargeboten, gab es einen besonderen Auftritt der Christl Resi aus Berching. Die berichtete als Ratschkatl von einer Einkaufstour auf dem Bauernmarkt. Bei verschiedenen Verhandlungen mit den „Standlweibern“ wurden ihr doch noch ein paar Eier zu überhöhten Preisen angedreht, bevor sie es dann sehr eilig hatte. Denn sie müsse ja noch nach Mallerstetten, „da treffen sich wichtige Leut, da muss ich auch dabei sein“, meinte sie.

Der Mundartautor Dieter Randl bezeichnete den Dialekt als Kulturgut, das erhalten bleiben müsse, denn es gebe nichts Schöneres als im Dialekt zu sprechen. In gereimten Versen brachte er verschiedene Anekdoten aus dem täglichen Leben. Er erinnerte an das „naibachane Bauanbroat“, auf das noch beim Anschneiden das Kreuzeichen gemacht wurde, das „für uns als Kinder einen besonderen Geschmack ausstrahlte und auf das wir uns immer gefreut haben“. Zum Besten gab er auch Nachdenkliches zu Corona, zu Tod und Sterben und zu den Auswüchsen in unserer Gesellschaft.

Immer wieder zwischen den Lesungen konnten alle bei den alten Oberpfälzer Liedern, die von Josef Zach auf der Gitarre begleitet wurden, mitsingen.

Weiter ging es mit den Erinnerungen – an die vielen Fliegen auf einem Bauernhof zum Beispiel, die auch in der Küche, beim Essen und bei vielem anderen mehr die Bewohner geärgert haben.

Josef Köstler beleuchte in humorvoller Art und allen Facetten den längst abgekommen Brauch des Fensterlns. Dazu durfte natürlich das Lied vom Fensterstock, den der Bursch doch dalassen soll, nicht fehlen. Die Zuhörer waren begeistert von den professionellen Darbietungen, sowohl der Mundartdichter Dieter Radl und Josef Köstler, als auch des Gesangs von Josef Zach und der musikalischen Begleitung der Holnsteiner Schoitn Gsangl.

rfs