Ein Zweckverband für neun Kommunen
Die Jachenhausener Wassergruppe hat eine lange Geschichte

21.06.2024 | Stand 21.06.2024, 19:00 Uhr |

Vom Antoniusbrunnen aus wurde Dietfurt Ende des 19. Jahrhunderts mit Wasser versorgt.

Der Wasserzweckverband der Jachenhausener Gruppe feiert in diesem Jahr seinen 111. Geburtstag. Auslöser für die Gründung war der Mangel an sauberem Trinkwasser auf den Anhöhen des Jura. Die Durchlässigkeit des Bodens ließ die Vorräte an Niederschlagswasser schnell schwinden, so dass es am 7. März 1913 zur Gründung des Vereins der Jachenhausener Wassergruppe kam.

Gedenktafel für Brauereibesitzer Schleindl

Schnell ging es aufwärts mit der Wassergruppe. Bereits im Juni 1914 kam Wildenstein hinzu. Hier hatte der Guts- und Brauereibesitzer Schleindl die Vorarbeit geleistet. Sein Name wird auf einer Tafel im Wasserwerk Parleithen als Verantwortlicher zu „40 Jahre Wassergruppe“ erwähnt. Im Januar 1915 kamen Brandhof und Rothenbügl, beide bei Painten, sowie Haid und Altenlohe bei Hemau hinzu. Im gleichen Jahr trat Dietfurt dem Verein bei, wobei die Versorgung der Stadt mit Wasser eine längere Geschichte hat (siehe eigenen Bericht). Weitere Neuaufnahmen waren 1916 Haas, 1917 Meihern und 1919 Premerzhofen und Muttenhofen. 1921 kam die gesamte Gemeinde Mallerstetten mit Stetterhof und Hebersdorf zur Wassergruppe und im Juli 1925 das Naturfreundehaus beim Wäscherhartl, das Forsthaus Irlbrunn, Randeck sowie Hainsberg mit Mitteldorf. Hainsberg hatte ab 1890 eine eigene Wasserversorgung. An der Papiermühle bei Unterbürg wurde der Laber Wasser entnommen.

In Mitteldorf stand als Hochbehälter ein Wasserturm, vor dem heute noch ein Schacht liegt, in dem die alten Gusseisenrohre zu sehen sind. Der Gemeinde Hainsberg gehörte bei der Übernahme die Papiermühleb die als „Brautgeld“ eingebracht wurde. 1927 verkaufte die Wassergruppe die Papiermühle wieder. Der Wasserturm in Mitteldorf, aus massivem Stahlbeton errichtet, dient heute als Trafostation des Bayernwerks.

Die Wassergruppe wuchs und wuchs. Ab den 1960er-Jahren wurden mehrere Gemeinden als Wassergäste versorgt, die dann erst später ordentliche Mitglieder wurden. Die eigenen Quellen hatten meistens Verunreinigungen mit Bakterien oder die Anlagen waren veraltet. Durch den Bau des Main-Donau-Kanals sank der Grundwasserspiegel. 1990 wurde die Wasserversorgung Oening aufgelöst, so dass die Ortschaft selbst mit der Voglmühle, der Erbmühle und mit Gimpertshausen zum Zweckverband kam. Im Januar 2015 wurde die Versorgung des Marktes Essing samt Brunnen und Hochbehälter übernommen mit der Versorgung von Alt- und Neuessing. Heute erstreckt sich das Versorgungsgebiet über vier Landkreise und drei Regierungsbezirke. Mitglieder sind die neun Gemeinden Dietfurt, Beilngries, Berching, Breitenbrunn, Essing, Ihrlerstein, Painten, Riedenburg und Hemau.

Stadtrat Willi Prock 23 Jahre Vorsitzender

Neben den Gründern des Vereins zur Wasserversorgung waren die Vorsitzenden immer die steuernde Kraft des Vereins. Erwähnen muss man die Familie Schmid aus Eutenhofen, aus der drei Generationen entweder Vorsitzende oder Stellvertreter waren. Am längsten – 23 Jahre lang – war Willi Prock aus Dietfurt Vorsitzender. Der ehemalige Stadtrat erneuerte das Leitungsnetz und die Anlagen mit einem Aufwand von 30 Millionen Mark und führte das noch heute bestehende Logo ein.

Am „Tag des Wassers“ am 30. Juni feiert der Zweckverband beim Wasserwerk in Parleithen mit einem Tag der offenen Tür.

jhd