Dietfurt
Bei Bürgerversammlung in Griesstetten wird die Verkehrssituation in Arnsdorf diskutiert

13.11.2023 | Stand 13.11.2023, 19:00 Uhr

Die Ortsdurchfahrt von Arnsdorf hat auch heuer für Diskussionen gesorgt. Fotos: Meier

Im kleinen Griesstetten hat die Bürgerversammlung für die Ortschaften Griesstetten, Hallenhausen, Einsiedel und Arnsdorf stattgefunden. Für den Dietfurter Bürgermeister Bernd Mayr (FW) war es die zweite von insgesamt 14 Bürgerbesprechungen.

Griesstettens Stadtrat Maximilian Meier (CSU) begrüßte neben den zahlreich erschienenen Bürgerinnen und Bürgern den Rathauschef, den Dritten Bürgermeister Konrad Leidl (CWU) sowie mehrere Stadträte. Mayr ging in seinem allgemeinen Bericht unter anderem auf die PV-Freiflächenanlagen im Gemeindegebiet ein, es seien derzeit 120 Hektar genehmigt. „Dies entspricht einem Flächenanteil von 1,52 Prozent am Dietfurter Gemeindegebiet.“ In der ehemaligen Gemeinde Griesstetten wurden davon 16,8 Hektar genehmigt. Bei Hallenhausen ist bereits eine Freiflächenanlage mit 8,8 Hektar im Bau und neben der Straße von Arnsdorf nach Vogelthal ist eine Anlage mit acht Hektar genehmigt.

Windkraftanlagen seien im ehemaligen Griesstettener Gemeindegebiet nicht vorgesehen. Nach Regierungsvorgaben musste die Stadt „mindestens 1,8 Prozent der Gemeindefläche als Konzentrationsflächen ausweisen“. Dietfurt hat mit 2,05 Prozent „fast eine Punktlandung erreicht“. Bei Hallenhausen wäre es theoretisch möglich, eine Windkraftanlage zu erstellen, da ausreichend Wind vorhanden wäre. Jedoch sind hier Brutvogelarten festgestellt worden und deshalb ist der Bau nicht möglich. „Wir haben versucht, mit den Windrädern so weit wie möglich von den Ortschaften wegzubleiben“, so Mayr.

Unnötigen Flächenverbrauchfür Radwegbau vermieden

Für die Besucher war weiterhin interessant, dass der Radweg von Hallenhausen nach Arnsdorf fertiggestellt werden konnte. Er sei zwar „nicht straßenbegleitend, aber wir konnten ihn dennoch mit einer Förderung realisieren“. Für den Radweg wurde ein bereits vorhandener Weg ausgebaut und so unnötiger Flächenverbrauch vermieden.

„Die Arbeitenden in der Großgemeinde verdienen wirklich gut, wir haben nahezu Vollbeschäftigung“, kommentierte Mayr die Einnahmenseite. Die Nähe nach Ingolstadt zur Audi AG sei „natürlich förderlich“, sowie „unter anderem die zwei großen Firmen, die wir im Gemeindegebiet haben“.

Für Baumaßnahmen wurden 2022 3,4 Millionen Euro ausgegeben, der Ansatz für 2023 lag bei 6,5 Millionen Euro. Auch berichtete das Stadtoberhaupt über die Entwicklung der Großgemeinde. „Wir wachsen langsam und das ist gut.“ 6245 Einwohner waren es 2022 in der Großgemeinde, im ersten Halbjahr stieg die Zahl auf 6277. Insgesamt gab es 2022 53 Geburten. Zwei davon waren in Griesstetten, ein Kind kam in Arnsdorf zur Welt. Den Geburten stehen im Gemeindebereich 49 Sterbefälle gegenüber. In der Gemeinde seien derzeit 40 Ukrainer „privat untergebracht“. In der ehemaligen Jura-Pension leben laut Mayr aktuell unter anderem Syrer, die Abwicklung erfolge über den Bezirk.

Im Anschluss an den Bericht des Bürgermeisters kamen die Dorfbewohner zu Wort. Bereits im Vorfeld der Versammlung hatte Ortssprecher Meier mit Bürgermeister Mayr und Stadtbautechniker Erwin Rabl vereinbart, dass der geschotterte Dorfweg in Griesstetten ausgebessert wird und Griesstetten ein neues Fußballtor für den Spielplatz bekommt. Weiterhin wurde von Michael Meier angeregt, dass der Panoramaweg von der Töginger Holzbrücke durch den Wald nach Griesstetten unbedingt ausgeschnitten werden muss.

Liste mit 60 Unterschriften für Tempolimit übergeben

Ortssprecher Markus Sturm aus Arnsdorf übergab im Anschluss eine Liste mit 60 Unterschriften. Wie aus den vergangenen Jahren bekannt, sprach der Ortssprecher die Ortsdurchfahrt seines Heimatdorfes an und meinte, dass „hier zu schnell durchgefahren wird“. Mit dieser Liste solle darauf hingewiesen werden, dass hier dringender Handlungsbedarf besteht. „Wir bitten den Bürgermeister, sich dafür einzusetzen, dass wir Tempo 30 bekommen oder eine andere Verkehrsberuhigung erfolgt.“

Ortssprecher Meier wies darauf hin, dass auf der Brücke bei Griesstetten Tempo 50 gilt, was – auch von den Anwesenden – nicht eingehalten werde. „Wenn man bei sich eine Verkehrsberuhigung fordert, dann soll man bei anderen auch entsprechend fahren“, meinte er. In der kurzen Diskussion, die daraus entstand, erfuhr Meier Unterstützung von Stadtrat Johann Gietl (FW). „Die Ausfahrt von Griesstetten ist durchaus gefährlich, wenn vom Berg einer mit 80 Kilometer pro Stunde runterkommt. Hier sollte man sich auch an das Tempolimit halten.“

Weiterhin forderte Kurt Pickl aus Arnsdorf mehrfach vom Bürgermeister „proaktive Lösungen in Form von Verbesserungsvorschlägen“ ein. Danach erkundigte sich Sturm nach einem Geräteschuppen am Friedhof. Nach Aussage von Bürgermeister Mayr „wird der vom Bauhof gebaut“. Ebenfalls sei für den Friedhof eine Beschilderung notwendig, da laut Sturm Auswärtige den Friedhof nicht finden würden. Lob gab es für den Radweg von Arnsdorf nach Zell. Dieser sei „eine tolle Sache“.

Philipp Kuffer erkundigte sich nach dem Stand beim Feuerwehrauto. Im Haushalt 2024 sind nach Information von Mayr zwei TSF-Fahrzeuge für Zell und Oberbürg sowie zwei MTW-Fahrzeuge mit Anhänger für Arnsdorf und Mallerstetten vorgesehen. Die Fahrzeuge seien vom Stadtrat „noch nicht genehmigt worden“, führte Mayr auf Nachfrage weiter aus. Mit einem Mehraufwand sei zu rechnen, da die Häuser in Arnsdorf und Mallerstetten „baulich angepasst werden müssten“.

Martin Mosandl wollte noch wissen, wann die Straße von Arnsdorf nach Hallenhausen und von Arnsdorf nach Vogelthal „gemacht wird“. „Wahrscheinlich 2025“, so Mayr. Christoph Mederer erkundigte sich nach einer Erdaushubdeponie. Der Bürgermeister wollte diesem Thema „nochmal nachgehen“.

Bau der Flutmulde nicht finanzierbar

Abschließend berichtete der Bürgermeister ausführlich über den Stand bei der Flutmulde auf Nachfrage von Kurt Pickl. „Die Planungen sind abgeschlossen, aber Bodenuntersuchungen können nicht durchgeführt werden, da das Umweltministerium Gelder nicht freigibt.“ Dennoch müsse für den Hochwasserschutz etwas gemacht werden, fügte Mayr an. Jedoch sei die Flutmulde mit derzeit knapp 28 Millionen Euro Kosten nicht realisierbar. Pickl forderte daraufhin, „sich Gedanken über ein Gegengutachten zu machen und juristischen Rat in Anspruch zu nehmen“. Nach seiner Meinung kommt man „gegen diese Institutionen nur so an“. Damit verwies Pickl auf ein Gutachten, in dem bei einem hundertjährigen Hochwasser 68 Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch die Laber fließen sollen. Diese Zahlen zweifle er an.

mxi